"Mir geht es besser als je zuvor"

Bremm. 101 Tage ist Jana Schlägel (28) aus Bremm bereits unterwegs - zuerst mit dem Rad, jetzt zu Fuß und per Anhalter. Ihr Ziel: Die thailändische Hauptstadt Bangkok.

Es ist das Abenteuer ihres Lebens. Jana Schlägel machte sich am Ostermontag diesen Jahres auf den Weg von Bremm an der Mosel nach Bangkok, der Hauptstadt Thailands. Mit dem Rad wollte sie die rund 16.000 Kilometer zurücklegen (der WochenSpiegel berichtete).

Doch wie die Moselanerin, die ihre Tour als ungeübte Radfahrerin startete, schnell merkte, erwies sich für sie das Zweirad nicht als das geeignetste Fortbewegungsmittel. Neben Knieproblemen fehlte ihr vor allem der unmittelbare Kontakt zu den Menschen. "Es kam mir so vor, als ob ich nur fahre, um irgendwo anzukommen. Beim Wandern bin ich näher an den Menschen. Ich kann stehen bleiben, um mich mit den Leuten zu unterhalten oder mir die Landschaft anzuschauen. Beim Radfahren bekomme ich das irgendwie nicht wirklich hin." Getreu dem Motto "Der Weg ist das Ziel" ließ sie daher in Istanbul angekommen das Rad stehen und zog die Wanderschuhe an.

Aber nicht nur in Sachen Fahrrad entschied sich Jana spontan um. Statt mit ihrem bisherigen Begleiter Joe Gleiter, einem 22-jährigen Amerikaner, setzt sie inzwischen ihren Weg mit "Robbe", einem belgischen Globetrotter, fort. "Joe und ich hatten verschiedene Vorstellungen und er wollte schon früher aus Istanbul ab- und mit jemandem aus China weiterreisen. Wir werden uns aber in Usbekistan noch einmal treffen", erklärt Jana. Für die Moselanerin die richtige Entscheidung, wie sie sagt: "Mir geht es besser als je zu vor. Die Entscheidung mit ,Robbe' weiterzureisen war perfekt. Wir funktionieren gut als Team. Gerade jetzt, wo es immer weiter Richtung Osten geht, ist ein gewisses Einfühlungsvermögen und Respekt für die Menschen und Kulturen wichtig. Ich glaube, das klappt mit ihm sehr gut."

Dem gemeinsamen Abenteuer machte aber zunächst die Bürokratie einen Strich durch die Rechnung. Denn der Zoll hielt Janas Rucksack fest. Nach mehreren Wochen Zwangsaufenthalt in der türkischen Hauptstadt konnte die Reise aber in Richtung Bangkok weitergehen - zu Fuß und per Anhalter.

Derzeit ist Jana bei einer Familie im türkischen Balkica. Hier wird sie insgesamt drei Wochen verbringen und auf einer Tabakfarm mitarbeiten. Wann die Abenteurerin ihr Ziel erreichen wird, steht noch nicht fest. Angedacht ist für die gesamte Strecke eine Dauer von einem Jahr. Allerdings gibt es keinen fixen Zeitplan: "Schön wäre es, wenn wir im September in Tadschikistan oder Kirgistan wären", plant Jana grob (Tadschikistan und Kirgistan sind westliche Nachbarländer der Volksrepublik China - Anm. d. Redaktion).

Wer Janas Reise mitverfolgen möchte, der hat hierzu auf Facebook die Möglichkeit. In ihrem Blog "Schneller ist weniger als man denkt - die Reise ins Ungewisse" teilt sie regelmäßig ihre Eindrücke: www.facebook.com/radreisebangkok  Und wer es lieber analog mag, für den hängt im Calmont-Lädchen in Bremm eine Landkarte, auf der die Tour mit dem Finger begleitet werden kann.

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