1 Kommentar

Skandal um Impfung: Viermal wurden Termine abgesagt

Kein einziger Bewohner der Lebenshilfe bislang geimpft

Cochem. Frust in der Einrichtung sitzt tief. Auch Kreisverwaltung Cochem-Zell hat sich offenbar vergeblich um Impftermine bemüht.

Von Mario Zender

Faid. 38 Bewohnerinnen und Bewohner der Behinderteneinrichtung der Lebenshilfe Cochem-Zell sind enttäuscht. Der Grund ist die erhoffte Impfung gegen das Coronavirus. Eigentlich sollten die Bewohner der beiden Heime in Faid und Brauheck bereits seit Monaten geimpft sein. Doch insgesamt vier fest vereinbarte Impftermine wurden abgesagt. Der Frust in der Einrichtung sitzt tief, die Enttäuschung ist entsprechend groß. Christiane Seebohm, die das Wohnheim kommissarisch leitet: „Wir sind sehr enttäuscht. Ich hätte gedacht, dass unsere Bewohner mit Behinderung eine höhere Priorität hätten.“

Seebohm bestätigt Informationen des WochenSpiegel, wonach fest geplante Impftermine am 23. Januar, 10. März, 30. März und am gestrigen 7. April abgesagt werden mussten. „Wir hatten alles vorbereitet, das stellt immer einen enormen organisatorischen Aufwand dar.“ So müssten etwa immer neue Einwilligungen der gesetzlichen Betreuer besorgt werden, erläuter die Einrichtungsleiterin gegenüber dem WochenSpiegel.

Warum die Termine abgesagt wurden, ist nach Angaben von Seebohm völlig unterschiedlich. Mal sei zu wenig Impfstoff geliefert worden, mal hätten Unterlagen geändert werden müssen und beim anderen Mal sei ein Impfstoff gestoppt worden. „Für unsere Bewohner ist das enorm belastetend“, so die kommissarische Heimleiterin.

Und die 38 Bewohnerinnen und Bewohner der Behinderteneinrichtung haben auch keine Perspektive, wann sie endlich geimpft werden. „Ich werde häufig von den Bewohnern gefragt, wann es denn endlich so weit ist. Sie freuen sich nach der Impfung auf etwas mehr Normalität.“ Besonders verärgert ist Seebohm über die ständigen Impfabsagen, weil die Behinderten in ihren Einrichtungen meist auch noch zusätzlich an multiplen Erkrankungen leiden. „Hier ist ein enormes Risiko, dass im Falle einer Infektion es zu schweren Verläufen kommen kann. Deshalb zählen unsere 38 Bewohnerinnen und Bewohner auch zu den absoluten Risikogruppen.“

Warum die Bewohner der Behinderteneinrichtung der Lebenshilfe noch nicht geimpft sind und im Gegensatz die Einrichtungen „Kloster Ebernach“ und St. Martin Düngenheim bereits seit Wochen, kann auch die Kreisverwaltung Cochem-Zell nicht erklären. „Wir haben auch die Information erhalten, dass die Bewohner der Lebenshilfe in Faid und Brauheck noch nicht geimpft seien. Diese Impfungen laufen allerdings nicht über das Impfzentrum, sondern über mobile Impfteams“, so Selina Höllen, Pressesprecherin der Kreisverwaltung Cochem-Zell. „Wir haben der Lebenshilfe empfohlen, sich an den regionalen Leiter des mobilen Impfteams zu wenden, damit von dort eine zeitnahe Impfung ermöglicht wird.“ Nach Angaben von Selina Höllen habe die Kreisverwaltung selbst bereits versucht, in dieser Sache zu unterstützen. „Allerdings haben wir bis jetzt noch keine Rückmeldung vom mobilen Impfteam erhalten, wann mit einer Impfung gerechnet werden kann.“

Doch nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner der Behinderteneinrichtung in Faid warten auf die Impfungen. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind noch nicht geimpft. Um hier etwas schneller Sicherheit zu erhalten, hat Christine Seebohm einige der Mitarbeiter bereits ins Impfzentrum nach Landkern geschickt, um sich dort impfen zu lassen. Die Bewohner in Faid haben durch das ständige Warten auf die erhoffte Impfung auch erhebliche Einschränkungen. Christine Seebohm: „Wir haben einen größeren Bereich im Haus für die Impfung abgesperrt.“ Dieser kann seit Monaten nicht von den Bewohnerinnen und Bewohnern genutzt werden. Das ist alles andere als förderlich.“ Die kommissarische Einrichtungsleiterin Christine Seebohm hofft trotz Enttäuschung weiterhin auf einen Impftermin. „Ich hoffe, dass das Telefon endlich klingelt und die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Impfdosen bekommen.“ Bericht folgt!

Artikel kommentieren

Kommentar von Thomas Fey
Es trifft wieder mal die Schwächsten der Gesellschaft!

Krimineller somalischer Asylbewerber abgeschoben

Cochem. Die WochenSpiegel-Berichterstattung über einen straffälligen somalischen Asylbewerber, der nach seiner voraussichtlichen Haftentlassung im Juli 2021 dem Landkreis Cochem-Zell zugewiesen werden sollte, hatte für bundesweite Aufsehen gesorgt. Eine Abschiebung war seinerzeit aufgrund fehlender Rückreisedokumente, die durch die somalischen Behörden ausgestellt werden müssen, nicht möglich. Nun hat sich, so die Kreisverwaltung Cochem-Zell, die Chance ergeben, diesen Asylbewerber in sein Heimatland abzuschieben. Dies war nur im Rahmen eines Sonderfluges mit einer Kleinchartermaschine möglich. Das Flugzeug ist heute Morgen in Somalia gelandet und der Betreffende ist auch dort eingereist. Diese Maßnahme wurde von der Bundespolizei geplant und durchgeführt. Alle anderen im Vorfeld erforderlichen Planungen der Rückführung erfolgten in enger Zusammenarbeit insbesondere mit der Zentralstelle für Rückführungsfragen in Trier. Durch eine Einreise in Somalia ist das bisherige Asylverfahren beendet. Damit hat sich auch die Zuweisung des Asylbewerbers zum Landkreis Cochem-Zell erledigt. Sollte zu einem späteren Zeitpunkt eine erneute illegale Einreise dieser Person und möglicherweise eine Zuweisung in den Landkreis Cochem-Zell erfolgen, wird der Landkreis diese Zuweisung verweigern. Nach der aktuellen Rechtslage ist die Kreisverwaltung für die Abschiebekosten zuständig. Derzeit befinden wir uns jedoch mit dem Land und dem Bund in Gesprächen, dass hier eine teilweise oder komplette Kostenübernahme erfolgt.  Für die Kreisverwaltung stand allerdings zu jeder Zeit fest, dass der Schutz der Bevölkerung vor Ort oberste Priorität hat und selbstverständlich in der Abwägung wichtiger als die Höhe der Abschiebekosten ist. Die WochenSpiegel-Berichterstattung über einen straffälligen somalischen Asylbewerber, der nach seiner voraussichtlichen Haftentlassung im Juli 2021 dem Landkreis Cochem-Zell zugewiesen werden sollte, hatte für bundesweite Aufsehen gesorgt. Eine…

weiterlesen