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Teurer "Sound"

Cochem. Immer mehr Motorradfahrer "verbessern" den Klang ihrer Maschinen durch den Umbau der Auspuffanlage. Zum Ärger für viele Anwohner. Die Polizei Cochem registriert immer mehr Fälle und legt Maschinen still.

Wenn Dirk Pauly mit seinem Polizeimotorrad unterwegs ist, hat der Oberkommissar viel zu tun. Wie an diesem Sonntag, an dem er bereits mittags die ersten Motorradfahrer anhält. Bei der Gruppe Niederländer ist die Verwunderung groß, da sie nicht zu schnell gefahren sind. Nach wenigen Sekunden stellt der erfahrene Polizeibeamte fest, dass am Auspuff eines niederländischen Motorrades manipuliert wurde. "Hier wurde der DB-Eater ausgebaut", so Pauly. Mit "DB-Eater" meint der Polizeibeamte einen "Dezibel-Killer", ein auswechselbares Bauteil, vergleichbar mit einem Schalldämpfer im Auspuff des Motorrads. Dies soll für Lärmschutz sorgen.

Weiterfahrt untersagt

Viele Motorradfahrer sind der Meinung, dass dadurch der "Sound" ihrer Maschine erheblich verschlechtert wird. Neben der Verminderung der Lärmemission ist auch eine geringfügige Verminderung der Motorleistung die Folge. Und diese beiden Punkte stören viele Motorradfahrer. Deshalb schrauben sie kurzerhand den "DB-Eater" einfach aus dem Auspuff. Das hatten offenbar auch zwei Fahrer der niederländischen Motorradgruppe, die von Polizeioberkommissar Pauly an einer Kreisstraße bei Cochem angehalten wurde. "Den Beiden wurde nun die Weiterfahrt untersagt", so der Polizeibeamte gegenüber dem WochenSpiegel. Für die beiden Touristen ein Schock - nach eigenen Angaben war ihnen das nicht bewusst. Nach einigen Minuten und langen Gesichtern "taucht" das ausgebaute Teil dann plötzlich auf. Für die Polizei Cochem ist das nichts Neues.

"Erhöhtes Bußgeld"

Norbert Puth, stellvertretender Polizeichef in Cochem: "Häufig haben die Motorradfahrer dann den ,DB-Eater' dabei, etwa unter der Sitzbank versteckt. Dann gehen wir von Vorsatz aus und müssen ein erhöhtes Bußgeld vorschlagen", so Puth. Die Niederländer haben an diesem Tag Glück im Unglück: Mit Hilfe der Polizei finden sie eine Werkstatt, die an diesem Sonntag Techniker zur Kontrollstelle schickt und den "Schalldämpfer" wieder einbauen. Das kostet die Niederländer, neben dem Bußgeld in Höhe von 50 Euro, nochmal rund 100 Euro pro Fahrer. Sie sind nicht die Einzigen, die an diesem schönen Sommertag von Motorrad-Polizist Pauly kontrolliert werden.

14 Verwarnungen

Am Ende seiner Schicht hat er 14 Verwarnungen verteilt, sechs Anzeigen geschrieben und vier Maschinen stillgelegt. "Ein normaler Tag", wie Norbert Puth resümiert. "Wir stellen immer mehr Motorradfahrer fest, die die Auspuffanlage manipulieren". Die Bußgelder für die Motorradfahrer sind sicher zu verschmerzen. Richtig teuer wird es erst, wenn sie in einen Unfall verwickelt werden. "Solche Manipulation führen zum Erlöschen der Betriebserlaubnis", so der 1. Kriminalhauptkommissar Norbert Puth. Manche Motorradfahrer gehen noch einen Schritt weiter. Die Polizei stellte bereits vereinzelt Maschinen mit speziellen Klappensystemen im Auspuff fest. Die Lärmgrenzwerte werden durch die Klappen bei der Messung eingehalten, aber eben nicht im realen Betrieb. Will heißen: Die bei manchen Modellen im Auspuff verbauten Klappensysteme, die die Lärmemissionen eigentlich mindern sollen, ändern ihre Stellung in Abhängigkeit davon, wie viel Gas der Fahrer gerade gibt. Für Norbert Puth ist es ein wenig wie ein Katz und Mausspiel. "Wir haben solche hochtechnologischen Manipulationen im Blick. Allerdings kommt immer wieder etwas Neues auf den Markt." Viel Lärm und viel Arbeit also noch für die Polizei…

Foto: Zender

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Kommentar von Monreal
Hier im Greimersburg hat auch ein Jugendlicher sein Auto sp umgebaut das bei mehr Gas der Auspuff knallt
Kommt gut um 6.40 uhr .Da steht man mit Herzrasen senkrecht im Bett
Wenn eine Aussprache nichts bringt werde ich wohl das ganze melden..
????