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Überdurchschnittlich oft krankgeschrieben

Cochem. Die Beschäftigten im Landkreis Cochem-Zell waren im Jahr 2020 öfter krankgeschrieben als im Landesdurchschnitt. Das geht aus repräsentativen Daten der Krankenkasse Barmer hervor.

Für ihre Analysen hat die Barmer die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen der bei ihr versicherten Erwerbspersonen aus Rheinland-Pfalz anonymisiert ausgewertet. Der Krankenstand in dem Landkreis lag bei 5,5 Prozent (Land: 5,0 Prozent, Bund: 4,9 Prozent). "Das bedeutet, dass an einem durchschnittlichen Kalendertag von 1.000 Beschäftigten 55 arbeitsunfähig gemeldet waren", erläutert Roland Geisbüsch, Regionalgeschäftsführer der Barmer. Auf jeden Beschäftigten mit Wohnsitz im Landkreis Cochem-Zell entfielen rechnerisch 19,9 gemeldete Arbeitsunfähigkeitstage (Land: 18,3 Tage, Bund: 18,0 Tage). Jeder Beschäftigte in dem Landkreis meldete sich im Durchschnitt 1,1 (Land und Bund: 1,1) Mal arbeitsunfähig.

Geisbüsch sagt: "Hauptursache für die Krankschreibungen im Landkreis Cochem-Zell waren Muskel-Skelett-Erkrankungen. In nur einem der 36 rheinland-pfälzischen Landkreise und kreisfreien Städte wurden mehr Arbeitsunfähigkeitstage wegen Problemen mit dem Muskel-Skelett-System gezählt." Im Vergleich der 403 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland nimmt der Landkreis Cochem-Zell Platz 18 bei den Krankschreibungen wegen Muskel-Skelett-Problemen ein. Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems wie zum Beispiel Rückenschmerzen verursachten bei jedem Beschäftigten aus dem Landkreis Cochem-Zell 5,6 Tage von Arbeitsunfähigkeit. Es folgen psychische Erkrankungen wie etwa Depressionen (3,6 Tage) sowie Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel akute Infektionen der Atemwege, Bronchitis oder Erkältungsschnupfen und Verletzungen wie Bänderrisse oder Verstauchungen (je 2,5 Tage). 

"Der Corona-Alltag hat viele Beschäftigte körperlich und seelisch an ihre Grenzen gebracht. Arbeitgeber sollten auch in Zeiten von Corona auf betriebliches Gesundheitsmanagement setzen und damit besonders Krankheiten bei ihren Mitarbeitern vorbeugen, die durch die Pandemielage begünstigt werden", sagt Geisbüsch. In der Corona-Pandemie sei das Training im Verein oder Fitnessstudio kaum möglich gewesen. Bewegungsmangel fördere Rückenschmerzen und könne zu den Fehlzeiten wegen Problemen am Muskel-Skelett-System beigetragen haben. In Zeiten von Kontaktsperren seien Fahrrad fahren, Lauftraining, Spaziergänge und aktive Pausen mit Übungen für die Rückenfitness gute Möglichkeiten, um sitzende Tätigkeiten auszugleichen. "Corona hat zudem viele Beschäftigte durch Kurzarbeit und Homeoffice isoliert und psychisch belastet. Besonders in Branchen mit körperlicher Belastung dürften Kurzarbeit und Lockdown wiederum zu weniger Verletzungen geführt haben", sagt Geisbüsch.

Symbolfoto: Archiv

www.barmer.de

 

 

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Kommentar von Susanne Fahrenkrog
Es interessiert doch so manchen Arbeitgeber nicht, ob man fix und fertig ist.
Überstunden ohne Ende und ohne Rücksicht auf Verluste.
Funktionieren muss man in manchen Branchen, sonst bist du weg vom Fenster.
Und genau diese Branchen kennen auch keinen arbeitsschutz in der Pandemie ( Masken, Seife, Handdesinfektion)
Und keiner hilft, egal wohin man sich wendet