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Familienglück nach 73 Jahren

Gamlen. 73 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs ist eine Frau aus der Ukraine auf der Suche nach ihren Wurzeln. In Gamlen wird sie fündig.

Der 25. Februar ist ein bitterkalter Sonntag. Am Nachmittag ist in Gamlen niemand draußen unterwegs - bis auf vier Menschen - darunter eine ältere Frau, die offensichtlich auf der Suche nach etwas sind. Dass, was sie suchen hat mit einem Mann aus Gamlen zu tun: Josef Hermes (1907-1982). Die ältere Frau hat einen Zettel dabei, auf dem steht "Josef Hermes / Simons". Die wenigen Menschen, die sie treffen können, damit nicht fiel anfangen. Einzig der Hinweis, einmal das Haus der Familie von Peter und Ulla Hermes aufzusuchen, scheint erfolgsversprechend. Als sie dort klingeln, braucht man Peter Hermes nicht zu fragen, wer da vor ihm steht. Er weiß es direkt. "Das konnte nur meine Cousine Hedwig sein, die 1945 als Zweijährige mit ihrer Mutter Anna in die Ukraine zurückging", erzählt Hermes, der damals sechs Jahre alt war.

Eine Lebensgeschichte im Schatten des 2. Weltkriegs

Die Geschichte ist schier unglaublich. Anna wurde im 2. Weltkrieg der Familie von Josef Hermes als "Fremdarbeiterin" zugewiesen. Gertrud Hermes war Witwe und ihr Sohn Josef war während des Krieges zumindest zeitweise freigestellt, um sich um die Landwirtschaft zu kümmern. Anna hat ihm offensichtlich gefallen, denn zwischen dem Junggesellen und der Ukrainerin entwickelte sich eine heimliche Liaison. Das Produkt ihrer Liebe erblickte 1943 das Licht der Welt: ihre Tochter. Das Mädchen wurde nach ihrer Patentante Hedwig genannt. Dass Josef Hermes der Vater war, stellte in der Familie niemand in Frage. Eine Heirat wäre problematisch gewesen. Die Ehe mit einer Zwangsarbeiterin hätte für Josef Hermes wahrscheinlich Repressalien der Nationalsozialisten mit sich gebracht. "Es gab wohl auch Hinrichtungen, aber Oma Gertrud war sowieso gegen die Verbindung", berichtet Peter Hermes. Das gemeinsame Glück von Josef Hermes und seiner Anna endete 1945. Die damals 23-Jährige kehrte in die Ukraine zurück. "Josef war damals wahrscheinlich in Kriegsgefangenschaft, sodass er davon nichts mitbekam", spekuliert seine Nichte Irene Diederichs. Nach Hause zurückgekehrt schien ihn der Verlust so stark getroffen zu haben, dass er Zeit seines Lebens ledig blieb. Seine Anna wurde nach ihrer Rückkehr in das Reich Stalins wieder in die Zwangsarbeit getrieben. Später hat sie in der Ost-Ukraine geheiratet und ihre Tochter, die jetzt Eugenia genannt wurde, groß gezogen.

Hedwigs Traum lebte

Es gab keine Bilder von ihrem Josef und ihr Mann wollte auch nicht, dass sie von ihm sprach. Aber Hedwigs Traum lebte. Sie wollte wissen, wo ihr Vater gelebt hat. Ein erster "Kontaktversuch" um das Jahr 2000 verlief im Sande. "Damals gab es eine Anfrage wegen eines Rentenanspruchs, aber da stimmten einige Daten nicht. Und dann haben wir nichts mehr von dieser Sache gehört", erzählt Irene Diederichs. Und am 25. Februar 2018 klappte es dann doch. Eugenia - mittlerweile Urgroßmutter - trifft in Gamlen zwei Cousins und eine Cousine. "Es war eine lange Nacht. Ich konnte ihr Josef noch in einem Video zeigen und es wurden unheimlich viele Fotoalben gewälzt", so Werner Hermes. "Josef hätte sich gefreut, er hat sein ganzes Leben auf diesen Augenblick gewartet", sind sich alle sicher. 

Foto: Walter Ternes

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Erster G8-Jahrgang feierlich verabschiedet

VG Traben-Trarbach. Bereits zum zweiten Mal innerhalb von knapp drei Monaten wurde am Traben-Trarbacher Gymnasium eine Abiturfeier ausgerichtet: Der erste „G8"-Jahrgang verlässt nach acht Jahren gymnasialen Unterrichts und mit der Allgemeinen Hochschulreife in der Tasche die Schule. Ende März, am letzten Tag vor den Osterferien, erhielten bereits die letzten „G9"-Schüler des Gymnasiums ihre Reifezeugnisse. Damit ist der Übergang der Schule von ehemals 13 Schuljahren, davon neun Jahre am Gymnasium (G9), hin zum Abitur nach zwölf Schuljahren vollständig vollzogen. Die Abiturzeugnisse überreichte Oberstudiendirektor Rudolf Müller-Keßeler, Schulleiter des Gymnasiums, im Rahmen einer feierlichen Verabschiedung. Alle Absolventen beenden ihre schulische Karriere - den Ressentiments gegenüber dem verkürzten Bildungsgang zum Trotz - mit guten und sehr guten Abschlussnoten. Fast 30 Prozent konnten sich über eine Eins vor dem Komma freuen. Überdies wurden zahlreiche Preise und Ehrungen für herausragende schulische Leistungen und beispielhaftes soziales Engagement überreicht. Die Abiturienten und Abiturientinen des ersten G8-Jahrgangs am Gymnasium Traben-Trarbach sind: aus der VG Kirchberg: Melena Bohr (Wahlenau), Maximilian Henn (Niedersohren), Regina Herdt (Lautzenhausen), Kim-Manuel Mähringer-Kunz (Niederweiler), Jana Theiß (Niederweiler); aus der VG Rhaunen: Lisa Waldt (Rhaunen); aus der VG Traben-Trarbach: Florian Ames (Kinheim), Chiara Bartz (Enkirch), Johannes Böhm (Kröv), Felix Claus (Enkirch), Raphael Hauth (Kröv), Nico Hommer (Burg), Julia Kettermann (Enkirch), Sopie Kettermann (Enkirch), Ludwig-Christopher Lauer (Irmenach), Alina Lebenstedt (Kröv), Marvin Moseler (Kröv), Jasmin Mosowski (Kröv); aus Traben-Trarbach Stadt: Luca Gesser, Carla Huesgen, Arber Mulaj, Mirabella Müller, Lukas Werling, Marius Weyel, Lea Wiedemann; aus der VG Zell: Derek Christ (Blankenrath), Jannik Franken (Peterswald-Löffelscheid), Niklas Franken (Peterswald-Löffelscheid), Lea Kroth (Briedel), Yannick Kühn (Pünderich), Katharina Maria Mees (Briedel), Bettina Reinisch (Bullay), Claire Schönborn (Peterswald-Löffelscheid), Anna Maria van Hall (Pünderich), Jonathan Wirachowski (Peterswald-Löffelscheid), Chiara Zirwes (Peterswald-Löffelscheid); aus der Stadt Zell: Robin Brohl, Nadja Watzek. Foto: E. Raetz Bereits zum zweiten Mal innerhalb von knapp drei Monaten wurde am Traben-Trarbacher Gymnasium eine Abiturfeier ausgerichtet: Der erste „G8"-Jahrgang verlässt nach acht Jahren gymnasialen Unterrichts und mit der Allgemeinen Hochschulreife in der…

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