Für Bürgermeister gelogen? Staatsanwaltschaft erhebt zwei Jahre nach Mattes-Prozess Anklage

Kaisersesch. Nach dem Urteil gegen den damaligen Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kaisersesch, Ewald Mattes, hat der Prozess weitere juristische Folgen: Nach Informationen des WochenSpiegel hat die Staatsanwaltschaft Koblenz Anklage gegen einen Beamten der Verwaltung erhoben. Der Vorwurf: falsche uneidliche Aussage in drei Fällen.

Unmittelbar nach dem Ende des Prozesses gegen den damaligen Bürgermeister Ewald Mattes hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungsverfahren eröffnet. Sie richteten sich gegen drei Verwaltungsmitarbeiter, die im Verfahren gegen ihren damaligen Chef als Zeugen aussagen mussten. Rund zwei Jahre nach Prozessende hat die Staatsanwaltschaft nun gegen einen Beamten Anklage erhoben. Dieser soll sowohl während der Hauptverhandlung vor dem Schöffengericht in Cochem (Juni 2009), als auch während der Berufungsverhandlungen am Landgericht Koblenz (Anfang 2010) gelogen haben.

Die Ermittlungen gegen einen zweiten Verwaltungsmitarbeiter sind vor kurzem eingestellt worden. Diese hätten "keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für eine falsche uneidliche Aussage ergeben", so Oberstaatsanwalt Rolf Wissen gegenüber dem WochenSpiegel. Die Untersuchungen gegen einen dritten Verwaltungsmitarbeiter dauern noch an. Ein Ende der Ermittlungen sei in diesem Fall noch nicht absehbar. Ewald Mattes war im April 2010 vom Landgericht wegen sexueller Nötigung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden. Der Bürgermeister war daraufhin abgewählt worden.

Wann sich nun sein ehemaliger "Angestellter" vor Gericht verantworten muss, steht noch nicht fest. Der Prozess vor dem Amtsgericht Koblenz ist noch nicht terminiert. Bericht folgt!

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