Mit 250 Schafen durch den Landkreis

Müllenbach. Rund drei Monate hat Schäfermeister Steffen Carmin eingeplant, um mit seiner 250 Tiere zählenden Schafherde von Müllenbach aus über Lütz und Senheim bis in die Nähe von Bremm zu ziehen.

Der kalte Wind lässt oberhalb des Kaulenbachtals nur wenig vom nahenden Frühling erahnen. Steffen Carmin ist das egal. Der Schäfermeister aus Möntenich hat seinen ersten offiziellen (Wander-)Arbeitstag als Wanderschäfer im Landkreis Cochem-Zell. Seine 250 Tiere zählende Herde Coburger Fuchsschafe hat im Rahmen eines dreijährigen Pilotprojekts der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz einen klaren Auftrag. Sie sollen Biotopflächen durch Beweidung an der Verbuschung hindern und sie offenhalten. Diese Form der Freistellung nicht mehr genutzter Flächen sowie von Naturschutz- und Grenzertragsflächen sei, so Moritz Schmitt von der Stiftung "artenschonend". Die Schafe "verbeißen" Pflanzen, wo sonst mehrjährige Sträucher und Bäume immer weiter wachsen würden.

Die Beweidung ist für den Fortbestand einer Vielzahl von seltenen und bedrohten Tier- und Pflanzenarten unerlässlich, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. So stehen die Landschaftspflege, der Erhalt der Kulturlandschaft und die Artenvielfalt im Mittelpunkt des Projekts, das gemeinsam von den Verantwortlichen im Landkreis und der Biotopbetreuerin Dr. Corinna Lehr angestoßen wurde. Für Steffen Carmin ist das Projekt Herausforderung und Berufung zugleich. Der von der Nahe stammende Schäfer ist deshalb in den Landkreis gezogen. Jetzt hat er sich mit seiner Herde auf den Weg gemacht. Über das Kaulen- und Pommerbachtal wird er mit seinen Schafen bei Treis-Karden die Mosel queren und über Lütz, Kloster Engelport und Senheim wieder auf die linke Moselseite wechseln und bis zu einer Fläche bei Bremm ziehen. Und dann geht es in umgekehrter Reihenfolge wieder zurück. 

Foto: Pauly

www.snu.rlp.de

 

 

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