Mobilität und Wärme dank Wasserstoff

"Reallabor" der Energiewende in Kaisersesch

Kaisersesch. Energiewende vor Ort: In Kaisersesch wird in den kommenden fünf Jahren ein wasserstoffbasiertes Mikronetz aufgebaut und unter realen Bedingungen im industriellen Maßstab erprobt.

Die Eifelstadt ist seit mehr als einem Jahrzehnt eine Keimzelle der Wasserstofftechnologie in Deutschland: 2005 wurde in Kaisersesch der Verein "H2BZ Netzwerk RLP" gegründet. Es ist das einzige Netzwerk im Land, das sich mit den Themen Wasserstoff und Brennstoffzelle beschäftigt.

Die Verbandsgemeinde Kaisersesch hat mittlerweile die nächste Stufe dieser Zukunftstechnologien erreicht - als erstes in Deutschland gefördertes Reallabor in Sachen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien. Es soll zeigen, dass eine klimaneutrale Energieversorgung sowohl technisch als auch wirtschaftlich umsetzbar ist. Das Projekt SmartQuart ist Teil des Programms "Reallabore der Energiewende" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

"Es ist eine große Chance für den ländlichen Raum. Wir können von der Wertschöpfung profitieren", formuliert nicht nur VG-Bürgermeister Albert Jung die Hoffnungen, die mit dem Reallabor verbunden sind. Kaisersesch sei ein Schwerpunkt der Nationalen Wasserstoff- Strategie, beschreibt der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Bleser die Dimension des Projekts. Um die Klimaziele zu erreichen, sei ein vollständiger Umbau der Energieversorgung notwendig. Dazu seien auch weitere oder effizientere Photovoltaik- und Windkraftanlagen notwendig. Insgesamt könne die Region nur profitieren, so der Brachtendorfer, der hofft, dass sich auch adäquate Unternehmen ansiedeln. Und für Landrat Manfred Schnur ist da "viel Power drin".

Das Projekt läuft bis Ende 2024. "Der Prüfstein wird sein, ob es dann weiterlaufen kann", so Dr. Jörg Heinen vom Projektpartner "E.ON". Bis Ende 2022 soll die Infrastruktur - unter anderem Wasserstoffpipeline und eine Power-to-Gas Anlage - in Kaisersesch stehen und anschließend zwei Jahre im Betrieb getestet werden.

SmartQuart
- Ziel: Einsatz fossiler Energieträger in den Projektquartieren weitgehend überflüssig machen.
- In Kaisersesch soll lokal erzeugter Strom (aus Windkraft und Solarenergie) zur Produktion des Wasserstoffs genutzt werden.
- Der sogenannte "Grüne Wasserstoff" soll sicher speicherbar sein, von Unternehmen und auch vom ÖPNV genutzt werden.
- Weitere Informationen: www.kaisersesch.de www.smartquart.energy

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