"Dreck-weg-Tag" in Reil: Kampf gegen den Müll

Reil. Achtlos weggeworfener Müll ist nicht neu. Doch Dagmar Barzen, Beigeordnete der Ortsgemeinde Reil bemerkte, dass es seit der Pandemie in der Region schlimmer geworden ist. Daher wurde auch in diesem Jahr der »Dreck-weg-Tag« in Reil durchgeführt.

Es waren über 40 Teilnehmer beim diesjährigen "Dreck-weg-Tag" der Ortsgemeinde Reil. Sie alle wollen damit ein Zeichen setzen: "Wir wehren uns aktiv gegen die Vermüllung unserer Umwelt", so eine Bürgerin. Und es sind auffallend viele junge Leute dabei; zwei sogar aus Koblenz zu diesem Anlass in ihre alte Heimat Reil gekommen. Viele Eltern mit ihren Kindern machen mit. Sie wollen Vorbild für ihre Jüngsten sein. Alle stört der alltägliche Müllwahnsinn.
Denn wer in diesen Tagen durch die Weinbergswege und am Moselufer spaziert oder sich im Wald erholen möchte, entdeckt immer mehr Plastikmüll, Getränkedosen, großen und kleinen Unrat oder sogar Teile eines ganzen Hausstandes. Das alles ist unverantwortlich, finden die Teilnehmer aus Reil. Menschen, die ihren Abfall absichtlich "entsorgen", handeln asozial, so die deutliche Meinung der vielen Müllsammlerinnen und Müllsammler aus Reil, die ihren freien Samstagvormittag für die gute Sache opfern.

Der Reiler Dreck-Weg-Tag stand unter besonderen Schutzauflagen wegen der Corona-Pandemie. Gesammelt wurde in kleinen Gruppen mit Kontaktnachverfolgung über die Corona-Warn-App und einer Anwesenheitsliste. Was in den vergangenen Jahren das Dorfgemeinschaftsgefühl bei diesen Aktionen stärkte, nämlich das Zusammensein nach getaner Arbeit und der gemeinsame Imbiss, waren durch die Corona-Schutzauflagen leider nicht möglich.

Trotzdem waren alle hoch motiviert und positiv überrascht, dass so viele mitmachten. "Uns liegt unsere schöne Heimat am Herzen. Wir wollen in einer intakten Umwelt leben. Wir verurteilen dieses asoziale Verhalten von illegaler Müllentsorgung", so die Meinung einer Teilnehmerin. Mit solch einer Aktion sollen andere Bürgerinnen und Bürger ermuntern werden, sich ebenfalls für eine liebens- und lebenswerte Umwelt einzusetzen. Es waren viele Kinder bei der Müllsammelaktion dabei, denn die Reiler Grundschule hatte extra auf diesen Termin hingewiesen.

"Unsere schöne Natur ist kein Mülleimer. Sagen wir den Müllsündern den Kampf an. Wir sind es leid, den Dreck der anderen weg zu machen. Wir wollen uns an den Anblick vermüllter Landschaft nicht gewöhnen. Wir zeigen den Müllsündern die rote Karte. Jede und jeder kann was tun". Das nannten viele als Motivation für ihre Teilnahme am Dreck-weg-Tag. Gelobt wurden auch diejenigen, die unverdrossen bei ihren Spaziergängen regelmäßig den kleinen Müll der anderen aufsammeln.

Christiane Thomas und Dagmar Barzen aus Reil beabsichtigen, sich mit anderen Umweltschützern aus den Nachbarkommunen zu vernetzen. "Denn wir sind nicht allein. Es sind viele, die sich für eine saubere Umwelt einsetzen. Wir werden auch stärker die sozialen Netzwerke nutzen, um uns zügig zu verabreden und auf aktuelle Mißstände aufmerksam zu machen", so die beiden Reiler Frauen. An "MoselCleanUp", einer länderübergreifenden Müllsammelaktion im Sommer, werden sich die Reiler ebenfalls wieder beteiligen.

(red)

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