Kunstwerke für besondere Orte in Morbach

Bilderhauer zeigen ihre Arbeit

Morbach. Noch bis Sonntag, 14. Juli, können Interessierte in der Morbacher Gärtnerei Berg Bildhauern über die Schulter schauen. Sie bearbeiten Stelen für Orte im Naturpark Saar-Hunsrück.

Und wer es sich zutraut, darf sogar selbst zu Hammer und Meißel greifen und Flachreliefs in Sandstein hauen. Mitzubringen sind lediglich Zeit und Muße. Denn es braucht vor allem Geduld für die Kunstwerke, die orientiert an vorab aufgezeichneten Motiven nur allmählich Konturen annehmen. Und jeder Schlag mit dem Hammer muss millimetergenau passen.
Spannend an dem Projekt ist aber vor allem die zugrundeliegende Idee von Sabine Lütt und Matthias Kunz. Das Hunolsteiner Künstlerpaar, das auch die Weiperather Vielfaltsmesse Querbeet initiierte, entwarf sieben Stelen für sieben Orte im Naturpark Saar-Hunsrück. Sie werden vom Idarkopf über die »Graue Elz« bei Beuren bis zum Felsenweg von Kastel-Staadt an der Saar verbinden.
Die Standorte sind teils exponiert, teils aber auch wenig beachtet, sodass es sie in der Landschaft zu entdecken gilt. Sabine Lütt: »Passanten sind eingeladen, sich in Objekt und Umgebung zu vertiefen und Natur wahrzunehmen«.

Motive »aus der Landschaft heraus« entwickelt

Die Künstler befassten sich damit vorab sehr intensiv. Denn die Reliefmotive entwickelten sie »aus der Landschaft heraus« für die jeweiligen Standorte, erklärt Kunz. Daher wird an der Ruwer ein belebendes, Wasser symbolisierendes Flachrelief zu sehen sein. Und für das Motiv an der Grauen Elz besuchte das Paar auch die Gedenkstätte SS Sonderlager/KZ Hinzert, um »Stätten der Unmenschlichkeit«, an denen Menschen erschossen oder verscharrt wurden, etwas Positives entgegensetzen.
Drei der Stelen aus Kylltal-Sandstein mit passenden Flachreliefs stehen bereits an ihren Bestimmungsorten. Vier weitere werden nun auf dem Gelände der Morbacher Gärtnerei Berg bearbeitet. Darunter das Relief für den Idarkopf. Nahe eines Quellheiligtums der Göttin Sirona greift es keltische Symbole auf, die als Spiralen oder Sterne ausstrahlen und so Aufwachen und Lebendigkeit symbolisieren.
Unterstützt bei ihrer künstlerischen Arbeit werden die Kulturwissenschaftlerin Lütt und der Gärtner Kunz von Bekannten. Darunter der aus dem Harz angereiste Künstler Wolfgang Schneider, der sich seit Jahren mit Kunstprojekten wie diesem befasst. Ebenfalls mit dabei sind Bildhauerin Petra Picko-Thies, eine freischaffende Künstlerin, und Ute und Achim Gerhardt aus der Nähe von Marburg, als einzige nicht vom Fach. »Die Arbeit macht viel Spaß und die Motive der Reliefs, die so immer mehr ein eigenes Leben bekommen, sind wirklich toll,« kommentiert Ute Gerhardt.
Mitwirkende sind laut Sabine Lütt noch willkommen. Es sei ihnen einfach wichtig, dass Leute vorbei schauen und mitmachesn können.
Heiner Berg stellt seine Gärtnerei dafür bereitwillig zur Verfügung. Das sei auch für seinen Betrieb bereichernd, begründet er.
Naturpark-Geschäftsführerin Gudrun Rau spricht von einem tollen Projekt in Kooperation mit der Hunolsteiner Regenbogenschmiede von Lütt und Kunz. Ihr Workshop »für Naturbegeisterte zur Naturwahrnehmung und Landschaftskunst« trage den Titel »Auf den Spuren der Seele der Landschaft«. »Kern des Projektes sind speziell für die Naturräume des Naturparks entwickelte ´Kosmogramme´ in der Tradition der Kelten und Megalithkulturen in Steinstelen gehauen«.

»Mensch im Einklang mit der Natur«

Das Kunstprojekt ziele, orientiert am Park-Motto »Mensch im Einklang mit der Natur« darauf ab, ein Zeichen dafür zu setzen, dass sich Menschen in einem harmonischen Miteinander gestaltend in die Natur einbringen.
Finanziert werde es vom Naturpark, unterstützt vom Land Rheinland-Pfalz. Die Umsetzung sei aber in erster Linie dem »enormen ehrenamtlichen Engagement« von Lütt und Lilienmond, Kunz´ Künstlername, sowie vieler weiterer Helfer zu danken.

Standorte der Stelen

  • Seit 2017 stehen dank Unterstützung der Naturpark-Mitgliedskommunen Stelen bei Hermeskeil, Kastel-Staadt und am Erbeskopf.
  • 2019 sollen vier weitere folgen: an der Grimburg, nahe des Saar Hunsrück Steigs (SHS), am Beurener Naturdenkmal Graue Eltz, am Idarkopf nahe des Aussichtsturmes, aber außerhalb des geplanten Bikeparks, und an der Ruwer Brücke zwischen Zerf und Hentern direkt an der SHS-Traumschleife.

 

(urs).

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