Die 100.000-Liter Milchkuh

Forst (Eifel). Die Rekord-Kuh "Unke" aus Forst (Eifel) lieferte jährlich rund 10.000 Liter Milch. Und mit zwölf Jahren hat sie ein fast schon biblisches Alter.

Mario Sesterhenn (36) ist Landwirt mit Leib und Seele. Ein Steckenpferd des Landwirtschaftsmeisters ist die Milchviehhaltung. Rund 100 Kühe sind in seinem Betrieb zu Hause. Das bedeutet für ihn zwei Mal am Tag melken und dreimal am Tag füttern – egal ob Werk-, Sonn- oder Feiertag.

Eine Kuh ragt aus seiner Herde heraus: "Unke". Sie wird in wenigen Tagen zwölf Jahre alt. Ein fast schon biblisches Alter für eine Kuh. "Normalerweise werden Milchkühe rund sechs Jahre gehalten", erzählt Sesterhenn, der "Unke" sozusagen ein Gnadenbrot gewährt. Das hat aus seiner Sicht auch einen guten Grund. "Eine Kuh gibt nach dem ersten Kalben im Alter von rund zwei Jahren erstmals Milch. Und ,Unke‘ hat davon in den vergangenen zehn Jahren mehr als 100.000 Liter gegeben", berichtet der Landwirt nicht ohne Stolz.

Zurzeit bekommt Sesterhenn 30 Cent für den Liter Milch, den er an die Molkerei liefert. "Es kommen noch kleine Qualitätszuschläge hinzu, wenn die Milch gewisse Vorgaben erfüllt", sieht er die Preisgestaltung pragmatisch. Allerdings ärgert sich Sesterhenn über pauschale Verordnungen, die ihm das Leben als Landwirt immer schwerer machen. "Wenn es beispielsweise um die neue Düngeverordnung geht, wird eine generell angestiegene Nitratbelastung angeführt. Das ist sicher nicht überall der Fall, trifft aber alle", schaut er skeptisch in die Zukunft seines Berufsstandes. 

Foto: Pauly

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