Reisen in Corona-Zeiten: Ein "Selbstversuch"

Karden. Es darf wieder gereist werden, aber wie ist das Reisen in Corona-Zeiten. Reisebüro-Inhaber Florian Hartmann machte den "Selbstversuch".

Die Corona-Krise ist für die Reisebranche eine existentielle. Mit der Ausbreitung des Virus wurde der Branche die Geschäftsgrundlage entzogen. "Ich bin seit über 20 Jahren in der Touristik, habe 9/11, die Finanzkrise, Ebola (...), Airline-Pleiten oder im vergangenen Herbst die Thomas Cook-Insolvenz überstanden. Doch die derzeitige Corona-Krise, mit dem gesamten Stillstand der Tourismusbranche, trifft auch mein Büro mit 100 Prozent härter als je zuvor", schrieb Florian Hartmann, Inhaber des Reisebüro Herberholz in einer Rundmail an seine Kunden. "Es waren 500 Stornierungen und 500 nicht gebuchte Reisen", fasst es Hartmann in einem Satz zusammen. In den letzten Wochen hat sich die Lage leicht entspannt. "Die Politik scheint zu reagieren", ist der Reisebüro-Inhaber optimistisch, wenn es um finanzielle Unterstützung geht und mit der Wiederaufnahme von Pauschalreisen in Länder der EU gibt es einen Silberstreif am Horizont.

Hotel- und Strandkonzept überzeugt

Um seinen Kunden Rede und Antwort stehen zu können, machte Florian Hartmann den "Selbstversuch": 24 Stunden Kreta mit der "Condor". Start war in Frankfurt. Sein Eindruck: "Sehr entspannt beim Check-In und auch im Flugzeug. Jeder zweite Sitz blieb frei und ein vorgeschriebenes Ein- und Ausstiegsprocedere, nebst einer Exit-Managerin an Bord, die die Abläufe überwacht. Die Maskenpflicht war kein Problem. Am Zielflughafen wurden auch stichprobenartig Corona-Schnelltests gemacht. Die Getesteten müssen bis zum Ergebnis in der Hotel-Anlage bleiben. Für Reisen nach Spanien und Griechenland muss man sich übrigens 48 Stunden vor Antritt online registrieren", erzählt der Reise-Experte, der weiß, dass das mit den freien Sitzen flugabhängig ist. Auf Kreta herrschte Maskenpflicht nur am Buffet im Hotel. Eine Momentaufnahme, die mittlerweile auf den Balearen wieder verschärft wurde. In Zeiten von Corona kann sich vieles schnell ändern. "Aber mich hat das Hotel- und Strandkonzept auf Kreta überzeugt. Auf den Inseln im Mittelmeer gab es bisher nur wenige Infektionen. Ich hoffe, das bleibt so und deshalb sollte der, der den Sommer entspannt genießen will, auch reisen können", fasst er seine Eindrücke zusammen.

Fotos: privat

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