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Alflen ist bereit

Alflen. Die Frage, wie sich der Landkreis Cochem-Zell in der Zukunft wirtschaftlich aufstellen soll, wurde unter anderem mit der Entwicklung eines "Interkommunalen Gewerbegebiets" beantwortet.

Die Topographie des Landkreises Cochem-Zell schränkt das Angebot an Gewerbeflächen ein. Im Moseltal ist das bis auf wenige Ausnahmen nicht möglich. Ein Grund, warum die vier Verbandsgemeinderäte und der Kreistag vor rund 18 Monaten einen Grundsatzbeschluss zur Entwicklung von interkommunalen Gewerbeflächen gefasst haben. Der erste Anlauf im Bereich der Gemarkungen Hauroth/Eppenberg lief nach Widerständen allerdings ins Leere. Das forcierte die Suche nach Alternativstandorten in den Verbandsgemeinden Ulmen und Kaisersesch. "Wir brauchen dringend hochwertige Ausbildungs- und Arbeitsplätze, um junge Menschen im Landkreis zu halten. Um die Wirtschaftskraft weiter zu stärken, ist ein qualitativ hochwertiges Angebot an gewerblichen Bauflächen daher unabdingbar", formuliert Landrat Manfred Schnur den Stellenwert.

Verkehrsgünstige Anbindung zur A 48

Die erste Gemeinde, die auf diesen Zug aufspringt, ist Alflen. "Wir haben über die Ausweisung einer interkommunalen Gewerbefläche im Gemeinderat offen und transparent diskutiert. Letztlich gab es ein einstimmiges Votum und die Bevölkerung hat die Entscheidung auch durchweg positiv bewertet. Ein Waterloo wie in Hauroth und Eppenberg wollten wir vermeiden", sagt Berthold Schäfer, Ortsbürgermeister von Alflen. Das liegt sicher auch an der avisierten bis zu 22 Hektar großen Fläche. Sie befindet sich gegenüber der Ortslage auf der anderen Seite der B 259. Dafür spreche, so Schäfer, dass sie sich verkehrstechnisch in der Nähe zur A 48 befindet und keine Ortsdurchfahrt zu durchqueren sei. 16 Hektar befinden sich in Gemeindeeigentum und die restlichen sechs Hektar im Besitz von vier Landwirten. Grundsatzgespräche über eine Veräußerung seien schon geführt, sodass eine Ausweisung in zwei Bauabschnitten relativ zeitnah möglich sei. "Die Einnahmen durch das Gewerbegebiet werden nicht nur den finanziellen Handlungsspielraum der Ortsgemeinde verbessern, sondern auch die Attraktivität als Wohnstandort wesentlich erhöhen", so der Ortsbürgermeister, der jetzt auf die Entscheidung der Verbandsgemeinden Cochem, Kaisersesch und Zell wartet, nachdem sich Ulmens VG-Bürgermeister Alfred Steimers bereits positiv zum Angebot Alflens geäußert hat. Mit Lutzerath, Büchel und Gevenich haben noch drei weitere Gemeinden aus der VG Ulmen Interesse für die Ausweisung interkommunaler Gewerbeflächen signalisiert.

Foto: Pauly

www.cochem-zell.de

www.alflen.de

 

 

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Kommentar von Rainer Schmidt
"Alflen ist bereit"
Nein, Alflen ist nicht bereit. Einige Anwohner eines kleinen Weilers genannt "Peterskaul" sind von dem Beschluß der Gemeinderatsmitglieder das interkommunale Gewerbegebiet bis zu 150m nah an ihre Häuser zu planen nicht begeistert. Im Dorf mag das ja gut ankommen, wenn der Bürgermeister auf die räumliche Trennung (auf der anderen Seite der B259) hinweist. Was er aber verschweigt ist, der Weiler Peterskaul mit seinen Häusern u. Gebäuden ist genau gegenüber. Gefragt hat uns niemand, von wegen Offenheit und Transparenz. Selbst der Tagesordnung des Gemeinderates war nichts konkretes zu entnehmen. "Ausweisung eines Gewerbegebietes." lautete der Tagesordnungspunkt 1 und das hierzu zu gleicher Stunde der Beschluß gefasst wurde, war auch nicht ersichtlich. Vorstellung und sofort durchwinken. Das man sich kein zweites Hauroth/Eppenberg leisten wollte, wurde hier gesagt. Ist ja aufgegangen, dank der Geheimniskrämerei. Den Bürger mitgenommen habe man. Jetzt verstehe ich was unser Gemeinderat unter einer Bürgerbeteiligung versteht. Aber so hat man sich all die Fragen erspart, die man nicht beantworten kann oder will. Z.B. wer zahlt für den Unterhalt der Flächen, wenn diese nicht sofort verkauft werden können? Wer kommt überhaupt, gibt es konkrete Zusagen oder wird hier nur auf Verdacht geplant? Welchen Einfluss nimmt das Gewerbegebiet auf das unmittelbar angrenzende Naturschutzgebiet und das Enderttal mit seinen Zuflüssen? Alles bislang unbeantwortet. Die künftigen Anwohner, auch Bürger dieser Gemeinde, die aber nur eine Minderheit sind, werden gezwungen sich zu arrangieren, wenn sie nicht ihren Besitz aufgeben wollen. Manche haben sich mit der Vermietung ihrer Ferienwohnungen, von denen es hier in der Peterskaul mehr als ein Dutzend gibt, ein zweites Einkommen geschaffen und Geld investiert. Aber das ist ja unerheblich und ein Fliegenschiss gegen das was die große Industrie jetzt an Wohlstand bringen wird, allen Alfler Bürgen, der Verbandsgemeinde und dem Kreis; glaubt man den Initiatoren. In der causa Eppenberg/Hauroth hatte man da wohl mehr als nur Zweifel.