Ein sportlicher Überzeugungstäter

Lutzerath. Die integrative Bedeutung des Sports ist unbestritten. Dazu bedarf es aber auch Männer und Frauen, die den Worten Taten folgen lassen. Einer von ihnen ist Edwin Scheid, Cochem-Zeller Sportkreisvorsitzender.

Wer Edwin Scheid treffen will, der hat auf dem Golfplatz auf der Ellerer Höhe gute Chancen. Der Lutzerather ist mit dem Eintritt in den Ruhestand ein passionierter Golfspieler geworden. Vor 30 Jahren war Scheid einer der Pioniere rund um das Thema "Sport und Integration". Damals hieß es "Sport für alle – Sport mit Aussiedlern" und Scheid war der bundesweite Sprecher des Projekts. "Wir sind mit dem Sport zu den Menschen gegangen und haben im Rahmen von Spielfesten die Arbeit unserer Sportvereine vorgestellt. Dazu gab es dann häufig landmannschaftliche Hausmannskost, der vornehmlich osteuropäischen Spätaussiedler. Eine Kombination, die ein Aufeinanderzugehen von Einheimischen und Neubürgern erleichterte", erzählt Edwin Scheid.

30 Jahre - 30 Gesichter

Der Landessportbund (LSB) macht diese Begegnungen in den kommenden Wochen mit 30 Gesichtern – eines davon ist Scheid – und den dazugehörigen Geschichten auf seiner Homepage, www.lsb-rlp.de sichtbar. Ein Höhepunkt von Edwin Scheids Tätigkeit war 1991 ein bundesweites Spielfest mit rund 5.000 Aussiedlern und allen Projektteams aus ganz Deutschland auf dem Nürburgring. Das Kapitel "Integration" ist aber nicht nur für ihn nach 30 Jahren nicht geschlossen. "Durch die Flüchtlinge und Asylsuchenden ist dieses Thema wieder sehr aktuell. Unter dem Motto ,Sport lebt Vielfalt‘ haben die großen Vereine im Landkreis – TuS Kaisersesch, TV Cochem, TSV Bullay/Alf und TV Zell – zusammen mit der Kreisverwaltung und dem von Milan Kocian betreuten LSB-Projekt ,Integration durch Sport' im vergangenen Jahr ein großes Sportfest in Kaisersesch auf die Beine gestellt, um Migranten und Neubürger für die Angebote unserer Sportvereine zu begeistern. Wenn der Kontakt erst einmal hergestellt ist, ist die Hemmschwelle auch nicht mehr so hoch", fasst Scheid die Ziele zusammen und lobt Landrat Manfred Schnur für die "gute und faire Zusammenarbeit mit der Verwaltung". Wenn in diesen Tagen das 30-Jährige des Projekts gefeiert wird, hofft er, dass dieses Jubiläum diese Ziele wieder in den Fokus rückt. Edwin Scheid ist ein sportlicher Überzeugungstäter: Seit zwölf Jahren ist er Sportkreisvorsitzender, zuvor war er acht Jahre stellvertretender Vorsitzender. Ehrenamtlicher Einsatz, der ihm wichtig ist und der für ihn einen positiven Gegenpol zu Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt gegen Kinder darstellt.

Fotos: Landessportbund / Pauly

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