Experten sicher: Es war Brandstiftung

Ulmen. Die Explosion in einer Shisha-Bar in Ulmen wird zum Kriminalfall. Kripobeamte fanden nach WochenSpiegel-Informationen "Brandbeschleuniger". Nun laufen Ermittlungen zu möglichen Tätern und Motiv. Keine leichte Aufgabe für die Ermittler.

Der Brand mit anschließender Explosion in einer Shisha-Bar in Ulmen (wir berichteten) dürfte nach WochenSpiegel-Informationen auf Brandstiftung zurückzuführen sein. Dies ist nach Informationen unserer Zeitung das Ergebnis von Untersuchungen der Kriminalpolizei Mayen und des Landeskriminalamtes.

Die Experten sind sich sicher, dass das Feuer am 18. Dezember in dem Wohn- und Geschäftshaus am Alten Postplatz vorsätzlich gelegt wurde. Dies geht, so WochenSpiegel-Informationen, auch aus einem entsprechenden Gutachten des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz (LKA) hervor. Entsprechende Informationen bestätigte die Staatsanwaltschaft am Montag. Bei dem Brand und der Explosion ist am 18. Dezember ein Sachschaden von mehreren hunderttausend Euro entstanden.

Nur durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte einer jungen Frau das Leben gerettet werden. Sie wohnte im Dachgeschoss und konnte nicht aus der Wohnung fliehen, weil die Wohnungstür durch die Detonation verzogen und nicht zu öffnen war. Aufgrund der Spurenlage ermittelt die Kripo Mayen wegen schwerer Brandstiftung. Die Polizei versucht fieberhaft zu klären, wer ein Motiv für die Tat haben könnte. "Ein Tatverdächtiger konnte bislang noch nicht ermittelt werden", so Oberstaatsanwalt Thomas Büttinghaus auf Anfrage. Fest steht schon jetzt: Sollten der oder die Täter geschnappt werden, droht eine langjährige Haftstrafe (siehe Infokasten).

Eigentlich sollte die "Mirella Shisha Bar" in Ulmen zum Jahresende geschlossen werden. Nach fünf Jahren hatten sich die Vermieterin und der Pächter nicht mehr auf einen neuen Pachtvertrag verständigt. Geplant war, dass in den Räumlichkeiten am Alten Postplatz zukünftig eine Eisdiele betrieben werden sollte. Diese Planung ist vorerst vom Tisch, denn es ist noch unklar, ob das Haus nicht abgerissen werden muss. Durch die starke Detonation sind an der Fassade teilweise lange und massive Risse entstanden. Der Sachschaden wird auf mehrere huntertausend Euro geschätzt. Bericht folgt!

Strafrahmen: Dem Brandstifter drohen bis zu 15 Jahre Haft

Die Brandstiftung zählt zu den gemeingefährlichen Straftaten und wird nach § 306 des Strafgesetzbuches (StGB) mit einer Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren bestraft. Die schwere Brandstiftung, die zum Beispiel bei der Inbrandsetzung von Wohngebäuden vorliegt, wird gemäß § 306a StGB sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren bestraft. Außerdem könnte noch eine Verurteilung wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion (§ 308 StGB) dazu kommen.

Foto:Zender

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.