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"Politik der offenen Tür"

Büchel. Vertreter der umliegenden Gemeinden und der Landesregierung sind zur jährlichen Tagung der Fluglärmkommission auf dem Fliegerhorst Büchel zusammengekommen.

Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit zum Informationsaustausch zwischen dem Geschwader und den vom Fluglärm betroffenen Bürgern der Region. Auf diese Transparenz legt Oberst Thomas Schneider, Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33, viel Wert: "Gerade für den Flugbetrieb ist mir eine Politik der offenen Tür wichtig. Wenn es Fragen aus den Gemeinden gibt, stehen wir zur Verfügung." Gleichzeitig warb er um das Verständnis der Bürger. Um dem Auftrag des Geschwaders gerecht zu werden, seien die Flüge aus Büchel heraus wichtig.

Weniger Flugstunden

Der Kommandeur der Fliegenden Gruppe, Oberstleutnant Christian Paust, sowie der leitende Flugverkehrskontrolloffizier, Hauptmann Matthias Weis, gaben im Anschluss einen Überblick über den Flugbetrieb 2019. Mit voraussichtlich circa 2.800 Flugstunden Ende des Jahres wurde weniger geflogen als die Jahre zuvor. Die Gründe sind vielfältig: Neben zahlreichen Wetterausfällen seien sowohl der technische Klarstand, als auch die eingeschränkte Personallage in Verbindung mit umfangreichen zusätzlichen dienstlichen Verpflichtungen Schuld an der gesunkenen Stundenzahl.

Viel zu tun in Büchel

Auch abseits des Flugbetriebs hatte das Geschwader viel zu tun. Der Kommodore informierte die Anwesenden über arbeitsintensive Vorhaben in diesem Jahr. Mit der Sanierung des Taxiway Anfang des Sommers und anderen Baustellen ist der Fliegerhorst in Büchel momentan eine der größten Baustellen in Rheinland-Pfalz. Dazu kommen die Demonstrationen vor dem Zaun. Kommodore Oberst Thomas Schneider wies noch einmal auf die Gefahr von Drohnenaufstiegen in der Nähe des Geschwaders hin: "Drohnen in unserer Nähe oder gar innerhalb des Zaunes sind nicht grundsätzlich mit bösen Absichten unterwegs, trotzdem kann es hier schnell im Rahmen von Ausspähungen und Auskundschaften von Staatsgeheimnissen zu Straftaten kommen."

Verbunden mit der Region

In der Fragerunde zum Schluss verdeutlichte die Kreisverwaltungsdirektorin Cochem-Zell, Barbara Schatz-Fischer, die Verbundenheit der Region mit dem Geschwader: "Die breite Masse stellt sich hinter den Flugplatz." Der letzte Flieger in diesem Jahr wird voraussichtlich am 20. Dezember starten, danach wird es bis zum 6. Januar 2020 erst einmal keine Flüge von Büchel aus geben. Auch im nächsten Jahr wird für eine kurze Zeit vom Fliegerhorst kein Tornado abheben. Aufgrund von Übungsvorhaben in den USA wird wahrscheinlich der Flugbetrieb im März für einige Zeit eingestellt.

Foto: Markus Kroth

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Kommentar von Rainer Kimpel
Der Umweltschutz ist nicht alleine für das zukünftige Wohlergehen der Menschheit von signifikanter Bedeutung.
Von besonderer Wichtigkeit ist auch, die exorbitante Militarisierung (weltweit!) zu verhindern und zu pazifistisch orientierten Konfliktlösungen bereit zu sein.
Gerade in Deutschland wurde vor Jahrzehnten massiv gegen die friedliche Nutzung der Atomtechnik demonstriert, und was ist mit der militärischen Nutzung....(Atomwaffenstützpunkt Büchel in der Eifel, in Deutschland, schon gewusst?? )....??
Kommentar von Robert
Aha. Frau Schatz-Fischer kennte des Volkes Stimme. Kaum einer, der nicht auf dem Fliegerhorst arbeitet, ist glücklich darüber, wenn laue Sommerabende durch Kampfjetlärm "versüsst" werden. Im Moseltal mag man da vielleicht auf einer Art Insel der Ruhe leben, auf den Eifelhöhen sieht das leider anders aus!