Michael Nielen

Baumscheibe ist ein Teil Gemünder Geschichte

Gemünd. »Etwas so Wertvolles kann doch nicht einfach geschreddert werden.« Also macht Sandra Lenzen aus gefällten Linden ein Kunstwerk.

Bilder
Noch wird die Baumscheibe künstlerisch gestaltet. Wie sie fertig aussieht, davon kann man sich beim Fest »#gemeinsamstark in der Heimat« ein Bild machen, das vom 5. bis 7. August auf dem Gemünder Marienplatz stattfindet. Dort kann man die Baumscheibe auch für einen guten Zweck ersteigern.

Noch wird die Baumscheibe künstlerisch gestaltet. Wie sie fertig aussieht, davon kann man sich beim Fest »#gemeinsamstark in der Heimat« ein Bild machen, das vom 5. bis 7. August auf dem Gemünder Marienplatz stattfindet. Dort kann man die Baumscheibe auch für einen guten Zweck ersteigern.

Foto: Michael Nielen

Sandra Lenzen wohnt in der Bergstraße in Gemünd und betreibt dort ihr Atelier »Pinselohr«. Als sie die Linden sah, die im Zuge der Baumaßnahme am Platz am Nepomuk in Gemünd gefällt werden mussten, dachte sie an eine Äußerung des Eifelschnitzer Ferdi Junctorius, der ihr gegenüber Lindenholz einmal als das dankbarste Holz zum Bearbeiten bezeichnet habe.

Hinzu kam, dass die Fällaktion nicht nur viele Gemünder traurig machte. Kurzentschlossen rief Sandra Lenzen daher bei der Stadt Schleiden an und äußerte ihre ungewöhnliche Bitte: »Kann der Bauhof mir nicht einige Baumscheiben abschneiden?«

Konnte er. Insgesamt waren es sieben Scheiben mit einem Durchmesser von rund 50 Zentimetern, die Sandra Lenzen gemeinsam mit ihrem Mann in der Schubkarre den steilen Berg hinauf in ihr Atelier fuhr. »Die Stücke waren richtig schwer, voller Saft und Wasser«, erinnert sich die Künstlerin an die schweißtreibende Arbeit.

Ihr Bestreben war, die Baumscheiben schonend trocknen zu lassen. Bei sechs Baumscheiben gelang das Unterfangen, eine ist leider gerissen. Ihr Ansinnen war es schon früh, mit diesen Baumscheiben auch einen Teil Gemünder Geschichte zu erhalten.

Und das geschieht nun auf eine ganz besondere Weise, wie Schleidens Bürgermeister Ingo Pfennings beim Treffen im Atelier »Pinselohr« verriet: »Nach dem Trocknungsvorgang bemalt Sandra Lenzen eine der Baumscheiben aktuell mit einer historischen Ansicht des Platzes am Nepomuk.«

#gemeinsamstark

Will heißen: Das Gemälde wird den Platz zeigen, wie er einmal ausgesehen hat - mit den Linden, einem intakten Hotel Friederichs und dem Wasserspiel.

Momentan arbeitet Sandra Lenzen noch an dem Gemälde. Nachdem sie das Holz zunächst mit Tiefengrund präparierte, entsteht momentan das eigentliche Gemälde mit Acryfarbe. »Zum Schluss«, sagt die Künstlerin, »werde ich das Gemälde wahrscheinlich noch versiegeln.« Diese künstlerische Baumscheibe wird am Wochenende für Familien und Freunde »#gemeinsamstark in der Heimat« am Freitag, 5. August, gegen 19.30 Uhr auf dem Marienplatz versteigert. »Der Erlös«, so Ingo Pfennings, »kommt einem guten Zweck mit Hochwasserbezug zugute.« Anschließend wird im Rahmen von »FilmSchauPlätze NRW« im Open-Air-Kino ab 21 Uhr die französische Komödie „Der Rosengarten von Madame Vernet“ gezeigt.

Sandra Lenzen fände es toll, wenn sich für die verbliebenen fünf Baumscheiben weitere Künstler finden würden. »Sie können die Holzstücke nach ihren Vorstellungen gestalten, allerdings sollte das Ganze einen direkten Bezug zu Gemünd haben.« Ihr schwebt vor, dass diese Baumscheiben dann beim großen Helferfest im kommenden Jahr ebenfalls für den guten Zweck versteigert werden.

Wer Interesse hat, kann sich gerne melden. Kontaktdaten gibt es hier: www.atelier-pinselohr.de