Von Michael Nielen

Bischöflicher Segen für Gästehaus

„Ich bin froh und dankbar, dass es mit dem Kloster Steinfeld gut weitergeht.“ Mit diesen Worten eröffnete der Aachener Diözesanbischof Dr. Heinrich Mussinghoff am heutigen Freitag, 11. September, die feierliche Einweihung des neuen Gästehauses, das in den Räumen des ehemaligen Internats im Kloster Steinfeld entstanden ist. Der Bischof hatte die Aufgabe übernommen, das neue Haus einzuweihen.
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„Mit diesem Gästehaus ist der Erhalt des Klosters Steinfeld als geistiges und kulturelles Zentrum in der Eifel und weit darüber hinaus gesichert worden“, freute sich Dr. Heinrich Mussinghoff. Dass er mit dieser Einschätzung nicht ganz falsch lag, zeigte die Anwesenheit zahlreicher Prominenz, darunter viele Bürgermeister der umliegenden Kommunen sowie der Euskirchener Landrat Günter Rosenke, zugleich Vorsitzender des Steinfelder Fördervereins.

Klaus Kinkel

Und noch ein prominenter Zeitgenosse hatte sich unter die Gästeschar gemischt. Der ehemalige Bundesaußenminister und Vizekanzler Klaus Kinkel (FDP) nahm mit seinem Labrador „Jago“ an der Feier teil und hatte sich einen Platz im Schatten gesucht. Pater Hubert Veeser, Provinzial der in Steinfeld ansässigen Salvatorianer, ließ die Zeit Revue passieren, als öffentlich bereits über ein Ende des Klosters Steinfeld diskutiert worden sei. Als „Glücksfall“ bezeichnete er den Umstand, mit Wolfgang Scheidtweiler einen Mann gefunden zu haben, mit dem der Bestand des Klosters letztlich gesichert werden konnte. Scheidtweiler, ein erfolgreicher Unternehmer und Hotelier, stammt selbst aus der Eifel und kennt das Kloster seit Jahren. Zunächst rettete er die Biogasanlage des Klosters vor der Insolvenz und setzte dann den Plan um, im ehemaligen Internat ein Gästehaus mit Zimmern im 4-Sterne-Standard zu etablieren.

Rekordzeit

Das Vorhaben gelang in Rekordzeit. Nach nur sieben Monaten Bauzeit konnte das neue Gästehaus mit 64 Zimmern der Vier-Sterne-Kategorie eröffnet werden. Ergänzend zum neuen Übernachtungsangebot bietet das Kloster auch sechs neue Tagungsräume mit bis zu 200 Quadratmetern Fläche sowie zahlreiche kleinere Besprechungs- und Gruppenräume an. Daneben wurde der Klosterladen um ein ansprechendes Café erweitert. Im kommenden Jahr will Scheidtweiler an die renovierungsbedürfte Fassade des Klosters gehen. Seine großes Engagement verknüpfte er allerdings mit der Bedingung, dass die Salvatorianer als Orden das Kloster so lange nicht verlassen wie es irgendwie geht.
„Ich will kein gefaktes Kloster, in dem es nur noch die Bausubstanz gibt. Jeder soll im neuen Gästehaus spüren, dass man hier in einer anderen Welt ist“, so Wolfgang Scheidtweiler.
Für diese Atmosphäre sorgten die Schwestern und die Mitarbeiter des Hauses. „Wir sind sicher, mit all diesen Maßnahmen die Zukunft des Klosters Steinfeld mit seinem historisch einmaligen und unvergleichlichen Ambiente als das geistliche und geistige Zentrum der gesamten Nordeifel zu sichern. Hier vereinen sich klösterliche Ruhe mit zeitgemäßem Komfort“, so Pater Lambertus Schildt SDS, neben Scheidtweiler der Geschäftsführer des Gästehauses. Neuer Leiter des Gästehauses ist Christoph Böhnke.