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Bundestagswahl kommt vor dem Bürgermeister

Zum Wahllokal gehen, Kreuzchen auf Stimmzettel machen, die Stimmzettel in die richtige Urne werfen und auf das Wahlergebnis warten: Der Aufwand für den Wähler ist im Allgemeinen sehr gering. Anders sieht es für die Menschen aus, die hinter den Kulissen tätig sind – von den Mitarbeitern in den Wahlbüros der Verwaltungen bis hin zu den Wahlhelfern.
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Sie haben mit der Doppelwahl in der Gemeinde Kall viel Arbeit gehabt: Michaela Kratz (v.r.), Irene Emons und Azubi Nicolas Pütz. Foto: Thomas Schmitz/pp

Sie haben mit der Doppelwahl in der Gemeinde Kall viel Arbeit gehabt: Michaela Kratz (v.r.), Irene Emons und Azubi Nicolas Pütz. Foto: Thomas Schmitz/pp

In Kall wird am Sonntag, 24. September, nicht nur ein neuer Bundestag gewählt, sondern auch ein neuer Bürgermeister. Der Wahlausschuss der Gemeinde hat für diese Wahl die beiden Kandidaten Hermann-Josef Esser (CDU) und Rolf Schneider (FDP) zugelassen.

Stimmzettel

Irene Emons, Michaela Kratz und der Auszubildende Nicolas Pütz sind von Verwaltungsseite für die Doppelwahl verantwortlich. Die Vorbereitungen haben schon Monaten begonnen. Der Wahlausschuss musste gebildet, die Wahlbezirke festgelegt werden, außerdem durften Bürgermeisterkandidaten ihren Hut in den Ring werfen. Auch die Stimmzettel müssen entworfen werden – wie man nach den Wahlpannen aus Köln weiß, gibt es beim »Design« bestimmte Vorgaben.Weil es für Bundestags- und Bürgermeisterwahl unterschiedliche Voraussetzungen gibt, mussten gleich zwei Wählerverzeichnisse erstellt werden. Denn den Bürgermeister dürfen auch schon 16- und 17-Jährige Kaller sowie Unionsbürger wählen. Für die Bundestagswahl gilt nach wie vor die Volljährigkeit und deutsche Staatsbürgerschaft als Voraussetzung. Außerdem haben beide Wahlen unterschiedliche Stichtage für die Erstellung der Wählerverzeichnisse. »Aus diesem Grund müssen wir alles die Wählerverzeichnisse doppelt pflegen«, so Irene Emons. Um es den Bürgern bei der Wahl möglichst einfach zu machen, unterscheiden sich sowohl die beiden Wahlurnen als auch die beiden Stimmzettel farblich voneinander.

Wahlhelfer

Auch am Wahlsamstag, 23. September, sind Irene Emons und Michaela Kratz noch im Einsatz, denn das Wahlbüro ist von 8 bis 12 Uhr geöffnet. In Krankheitsfällen können an diesem Tag auch noch Briefwahlunterlagen ausgestellt werden. Außerdem werden die Wählerverzeichnisse abgeschlossen und Kisten mit allen Unterlagen für die Wahlvorstände gepackt, die Wolfgang Kruff dann an die Wahlvorsteher liefert. Bis zum Wahlsonntag um 15 Uhr bleiben die Briefwahlurnen, die sich im Rathaus befinden, verschlossen. Zwischen 15 und 18 Uhr findet eine erste Vorprüfung durch die beiden Briefwahlvorstände statt, etwa ob die Wahlscheine unterschrieben und gültig sind. Geöffnet und ausgezählt werden die Umschläge mit dem Stimmzettel natürlich erst nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr.

Bundestagswahl wird zuerst gezählt

Dann zählen auch die 114 freiwilligen Wahlhelfer in den 19 Wahllokalen die Stimmen aus den aufgestellten Urnen aus. Sobald ein Ergebnis feststeht, erfolgt die Meldung ans Rathaus. Vier Mitarbeiter werden dort die Schnellmeldung entgegennehmen und online an die Kommunale Datenverarbeitungszentrale Rhein-Erft-Rur in Frechen übermitteln. Auf diese Daten greifen der Kreis und die Kommunen schon seit vielen Jahren bei Wahlen zurück, um sie etwa in den Ratssälen oder den Internetseiten abzubilden. Zunächst müssen übrigens die Stimmen zur Bundestagswahl in den Wahllokalen ausgezählt werden, erst danach die Stimmzettel der Bürgermeisterwahl. »Wir gehen daher davon aus, dass der neue Bürgermeister nicht vor 20 Uhr feststehen wird«, erklärt Michael Heller als Vertreter des Bürgermeisters. (red/pp/Agentur ProfiPress)