Michael Nielen

Ein »Wichtelwagen« für Walderlebnisse

Nettersheim. »Wir haben Kinder ohne Ende«, freut sich der Nettersheimer Bürgermeister Norbert Crump darüber, dass es in seiner Kommune reichlich Nachwuchs gibt.
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Sabrina Kiel (v.li.), Barbara Widdau und Bürgermeister Norbert Crump stellten den neuen Wichtelwagen im Nettersheimer Wald vor.

Sabrina Kiel (v.li.), Barbara Widdau und Bürgermeister Norbert Crump stellten den neuen Wichtelwagen im Nettersheimer Wald vor.

Foto: Michael Nielen

Momentan zählt die Gemeinde Nettersheim alleine rund 325 »Pänz« im Kindergartenalter. Und die dürfen sich auf eine ganz besondere Attraktion freuen, können sie doch bald richtige Abenteuer unter freiem Himmel erleben.

Möglich macht dies ein großer Bauwagen, auf den Peter Lustig mit Sicherheit neidisch gewesen wäre. Er steht seit einigen Tagen mitten im Wald bei Nettersheim - in unmittelbarer zu Arboretum und Klettergarten. Der »Wichtelwagen« verfügt über zwei Eingänge, von denen einer über eine schöne Veranda verfügt. Die Fenster sind mit Läden ausgestattet, das Innere des Bauwagens ist - passend zum Thema - mit Holz ausgekleidet und weist einige Besonderheiten auf.

So verfügt der Wagen über eine Komposttoilette. Fließendes Wasser wird aus zwei Kanistern entnommen, ein Hydrant ist im Notfall nur einige Meter weit entfernt. Strom wird über ein FotovoltaikModul gewonnen, eine kleine Kochstelle wird mit Gasflasche betrieben. Für die Mittagsruhe sind zwei Ebenen im hinteren Teil des Wagens vorgesehen, auf denen die Kinder schlafen können. Platz bietet die Unterkunft für rund 20 Kinder.

Tatsächlich ist der Bauwagen damit für alle Eventualitäten gerüstet. Auch eine Übernachtung wäre möglich, ist nach Auskunft von Sabrina Kiel von der Gemeinde Nettersheim vorerst aber noch nicht geplant.

»Wir müssen«, so die Überzeugung von Bürgermeister Norbert Crump, »den Kindern auch etwas bieten.« In diesem Zusammenhang verweist er auf das Leitbild der Gemeinde Nettersheim, das in einem engen Zusammenhang mit der Anschaffung des Wichtelwagens stehe. Darin verankert sind Naturerlebnis und Nachhaltigkeit. Ein Sinnbild dafür sei der Wald. »Das sind Themen, die in dem neuen Bauwagen mit Natur- und Waldpädagogik an die Kinder der sieben Kitas im Gemeindegebiet vermittelt werden sollen«, so Norbert Crump. »Uns schwebt vor, dass alle Kitas den neuen Bauwagen etwa für Waldwochen nutzen können.« Und dafür ist der Platz, den der Gemeindeförster Wolfgang Schmieder ausgesucht hat, nahezu ideal, weil er den direkten Zugang zum Wald ermöglicht. Der Platz vor dem Wichtelwagen wurde mit Rindenmulch versehen, zum Waldweg hin grenzt ein Staketenzaun das Gelände ab.

Nun sollen in einem nächsten Schritt alle Kitas im Gemeindegebiet angeschrieben und ein Belegungsplan erarbeitet werden. »Unser Ziel ist es«, so Norbert Crump, »den Wagen ganzjährig zu nutzen.« Um den Kindern das Erlebnis »Wald« zu ermöglichen, nahm die Gemeinde rund 110.000 Euro in die Hand, um den Bauwagen zu kaufen.

Laut Barbara Widdau, Fachbereichsleiterin für Bildung und Kultur bei der Gemeinde, hatte man Glück, dass die Firma den Wagen noch auf Lager hatte - die aktuelle Lieferzeit liegt bei neun Monaten.


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