Michael Nielen

Hilfe für Flüchtlinge aus der Ukraine

Eifel (red/rz). Die Tschernobyl-Katastrophe und ihre Folgen waren einst der Auslöser für die Gründung der Hilfsgruppe Eifel.
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In der modernen Kozijavkin-Klinik in Truskavetz in der Ukraine wurden mehrere Kinder aus der Eifel von dem weltbekannten Professor Vladimyr Kozijavkin behandelt.  Vize-Direktor Stepan Gordijewytsch (li.) und der Reflexologe Nikolaj Kasjanenko (re.) 2004 in einem Vorgespräch mit Willi Greuel und dem inzwischen verstorbenen Kurt Engels.

In der modernen Kozijavkin-Klinik in Truskavetz in der Ukraine wurden mehrere Kinder aus der Eifel von dem weltbekannten Professor Vladimyr Kozijavkin behandelt. Vize-Direktor Stepan Gordijewytsch (li.) und der Reflexologe Nikolaj Kasjanenko (re.) 2004 in einem Vorgespräch mit Willi Greuel und dem inzwischen verstorbenen Kurt Engels.

Foto: Reiner Züll

Jetzt herrscht nicht nur beim Vorsitzenden Willi Greuel große Bestürzung über die Heftigkeit des Krieges in der Ukraine. Erste Flüchtlinge seien aus der Ukraine - ein Land, in dem die Hilfsgruppe bis 2005 mehrere Hilfsprojekte in Kliniken realisiert hat - bereits im Kreis Euskirchen angekommen. »Wir werden hier helfen, wo Hilfe benötigt wird«, so Willi Greuel. Dabei hofft er auf die Unterstützung der Eifeler Bevölkerung.
»Wir schliddern von einer Katastrophe in die andere« klagte der Hilfsgruppen-Chef. Nach Corona-Pandemie und der Flutkatastrophe müsse man jetzt den Flüchtlingen aus der Ukraine beistehen. Deshalb habe man sich kurzfristig entschlossen, die Fluthilfe zu beenden, um den Flüchtlingen helfen zu können. Mit genau 517.500 Euro, so Willi Greuel, habe die Hilfsgruppe zahlreiche Flutopfer in der Region unbürokratisch unterstützt. Dies habe die große Unterstützung und Spendenbereitschaft der Eifeler Bevölkerung möglich gemacht.
Auf diese Unterstützung hofft Willi Greuel nun wieder. Es sind hauptsächliche Frauen mit Kindern, die allein aus der Ukraine flüchten mussten, weil die Ehemänner und Väter zum Dienst an der Waffe verpflichtet sind. »Da kommt viel Leid auf uns zu«, weiß der Hilfsgruppen-Vorsitzende, der selbst in der Ukraine war und dort Land und Leute kennen gelernt hat.

Sorge um Einrichtungen

Die Hilfsgruppe will nun einspringen, wenn medizinische oder allgemeine Hilfe notwendig wird. Und davon könne man ausgehen. Man wolle hier im Kreis Euskirchen vor Ort helfen. »Da sind wir sicher, dass die Hilfe auch dort hingeht, wo sie erforderlich ist«. Man werde von Fall zu Fall entscheiden.
Die Hilfsgruppe macht sich auch Sorgen um die ukrainische Bevölkerung und medizinische Einrichtungen im Lande selbst. In den Jahren 2003 und 2004 hat die Gruppe um den Vorsitzenden Willi Greuel dort einige Projekte realisiert. In der Folgezeit haben bekannte Ärzte in einer Klinik in Truskawetz mehrere schwer kranke Kinder aus der Eifel therapiert. Es war der weltweit anerkannte Mediziner Dr. Wolodymyr Koziavkin, der zwei Kinder aus dem Kreis Euskirchen mit frühkindlichen Gehirnschäden erfolgreich behandelte. Viele Eifeler spendeten damals Geld für die Finanzierung der Behandlung der Kinder aus der Gemeinde Nettersheim.
In der Folgezeit schickte die Hilfsgruppe weitere Kinder zu dem bekannten Neurologen, der lange Zeit Chefarzt und Direktor des Reha-Zentrums »Elita« in Lviv war. Mehrmals besuchten Mitglieder der Hilfsgruppe die Klinik. Bei einem der Besuche erfuhren sie von unhaltbaren Zuständen in der Kinderklink des Tschernobyl-Hospitals in Lviv. Willi Greuel und seine Mitstreiter änderten spontan ihr Programm und besichtigten die Kinderstation im Tschernobyl-Hospital, wo sie zusammen mit dem Chefarzt der Klinik, Professor Dr. Mendjuk Aleksander, mögliche Lösungen und Hilfen besprachen. Rund 200.00 Euro investierte die Hilfsgruppe für die kindergerechte Kompletterneuerung und Modernisierung der Kinderstation des Hospitals in Lviv.
In der Hilfsgruppe hofft man nun, dass diese Hilfe nicht umsonst war und die Einrichtungen keinen Schaden durch den Krieg nehmen. Bei der Kreissparkasse hat die Hilfsgruppe ein Spendenkonto eingerichtet. Wer die Flüchtlingshilfe für Ukrainer unterstützen möchte, kann auf das Konto (IBAN DE17 3825 0110 0004 4444 44) unter dem Stichwort »Ukraine« spenden.
www.hilfsgruppe-eifel.de