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Hilfe für Soldaten und ihre Familien

Mali, Türkei, Kosovo oder Afghanistan: Weltweit sind aktuell 3.470 Soldaten und Soldatinnen in 15 Krisengebieten im Auslandseinsatz. Keine einfache Situation für sie und ihre Familienangehörigen, die sie in der Heimat zurücklassen müssen. Unterstützung in allen Lebenslagen erfahren sie von der Familienbetreuung der Bundeswehr. In der Mechernicher Bleiberg-Kaserne hat Brigadegeneral Peter Gorgels jetzt eines von bundesweit 31 Familienbetreuungszentren eröffnet.
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Im Beisein geladener Gäste, darunter auch der Mechernicher Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und Erster Beigeordneter Thomas Hambach, wurde das Familienbetreuungszentrum in den Räumen der ehemaligen Bundeswehr-Fahrschule eröffnet. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Im Beisein geladener Gäste, darunter auch der Mechernicher Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und Erster Beigeordneter Thomas Hambach, wurde das Familienbetreuungszentrum in den Räumen der ehemaligen Bundeswehr-Fahrschule eröffnet. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

„Eine mehrmonatige Abwesenheit von der Familie ist eine große Belastung“, sagte Gorgels, ranghöchster Repräsentant der Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen, vor geladenen Gästen, darunter auch Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und Erster Beigeordneter Thomas Hambach. Da erfülle das Familienbetreuungszentrum Euskirchen am Standort Mechernich eine wertvolle Aufgabe. Betreut werden von dem sechsköpfigen hauptamtlichen Team und einer ganzen Reihe ehrenamtlicher Helfer 520 Soldaten, von denen 121 aktuell in Krisengebieten im Einsatz sind, sowie 682 Angehörige in der nördlichen Eifel sowie im Großraum Köln/Bonn/Aachen. Untergebracht ist das Familienbetreuungszentrum (FBZ) im Gebäude 19 der Bleibergkaserne, der ehemaligen Fahrschule. Leiter des FBZ ist der 48-jährige Oberstabsfeldwebel Oliver Minwegen. Zum hauptamtlichen Team zählen außerdem Verena Wexel, Doris Kramp, Dirk Stolz, Elke Schetzkens und Angela Wroblewski. Unterstützt von den Ehrenamtlern, leisten sie eine 24-stündige Rund-um-die-Uhr-Betreuung an sieben Tagen in der Woche.

Treffen

Regelmäßig finden samstägliche monatliche Treffen statt, die oft mit Ausflügen in die Region verbunden werden. Besuche im Bergwerksmuseum, im Freilichtmuseum Kommern und des historischen Weihnachtsmarktes auf Burg Satzvey stünden auf dem Programm, informierte Minwegen. Ursprünglich als ehrenamtlicher Dienst ins Leben gerufen, wuchsen die Aufgaben der Familienbetreuung der Bundeswehr mit Zunahme der Auslandseinsätze. Bald erkannte man, „dass das nicht so nebenbei geht“, so Minwegen. 2004 erfolgte die Indienststellung aller 31 Zentren, deren Mitarbeiter auf ein umfangreiches Netzwerk zurückgreifen können, zu dem unter anderem auch der psychosoziale Dienst der Bundeswehr und die Militärseelsorge gehören. Bei den Treffen geht es neben dem geselligen Aspekt stets um aktuelle Informationen von den Einsatzorten. „Das interessiert natürlich brennend, was dort gerade los ist“, berichtete Oliver Minwegen. Die früher oft üblichen Live-Schaltungen zum Einsatzort seien allerdings kaum noch nötig, denn via Skype könnten Familien jederzeit in Kontakt treten. Besonders gefragt seien die Betreuungszentren vor allem dann, wenn die Angehörigen aus den Medien erführen, dass es vor Ort einen Anschlag gegeben habe. „Das geht heute so schnell. Trotzdem versucht die Bundeswehr im Ernstfall, die Angehörigen schneller zu informieren als die Medien“, sagte Brigadegeneral Peter Gorgels.