Michael Nielen

Krankenstand auf einem Rekord-Hoch

Kreis Euskirchen. Nach Mitteilung der AOK ist der Krankenstand im Kreis Euskirchen mit 7,42 Prozent auf einem Rekord-Hoch.

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Der Krankenstand im Kreis Euskirchen ist nach Mitteilung der AOK Rheinland/Hamburg auf einem Rekord-Hoch von 7,42 Prozent. Erwerbstätige fielen zwischen Januar und Juni durchschnittlich 13,4 Tage aus.

Der Krankenstand im Kreis Euskirchen ist nach Mitteilung der AOK Rheinland/Hamburg auf einem Rekord-Hoch von 7,42 Prozent. Erwerbstätige fielen zwischen Januar und Juni durchschnittlich 13,4 Tage aus.

Foto: Pixabay

Damit liegt der Kreis Euskirchen nach einer Auswertung der AOK Rheinland/Hamburg im ersten Halbjahr 2022 auch deutlich über dem Krankenstand rheinlandweit, der bei 6,67 Prozent und sich schon damit auf einem Zehn-Jahres-Hoch befindet.

Das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) der AOK Rheinland/Hamburg hatte dazu die Arbeitsunfähigkeitsdaten (AU-Daten) von über einer Million Versicherten analysiert. Dabei kam heraus, dass Erwerbstätige rheinlandweit im ersten Halbjahr 2022 durchschnittlich rund 12,1 Tage an ihrem Arbeitsplatz ausgefallen sind. Im Kreis Euskirchen fielen Erwerbstätige zwischen Januar und Juni sogar durchschnittlich 13,4 Tage aus. Am höchsten war der Krankenstand im Kreis Euskirchen nach den Zahlen der AOK Rheinland/Hamburg im Februar (8,34 Prozent) und im März (8,21 Prozent). Doch auch in den anderen Monaten der ersten Jahreshälfte hat er stets die Sechs-Prozent-Marke überschritten.

Die AU-Quote lag im Kreis Euskirchen im ersten Halbjahr bei 52 Prozent. Das bedeutet, dass fast jeder und jede zweite Beschäftigte zwischen Januar und Juni 2022 mindestens einen Krankenschein eingereicht hat. Mehr als jeder Dritte (36,6 Prozent) war im Laufe der ersten Jahreshälfte wegen einer Atemwegserkrankung arbeitsunfähig geschrieben, fast jeder fünfte Beschäftigte (19,9 Prozent) ist in diesem Zeitraum aufgrund von Muskel- oder Skelett-Beschwerden ausgefallen.

"Unsere Datenanalyse zeigt auch, dass sich die starke Omikron-Welle mit steigenden Infektionszahlen im Frühjahr sowie die Zunahme von Erkältungskrankheiten in diesem Zeitraum deutlich auf den Krankenstand ausgewirkt haben", sagt Helmut Schneider, Regionaldirektor der AOK Rheinland/Hamburg. Covid-19 taucht rheinlandweit auf Platz drei der Rangliste mit den genauen Diagnosen auf, die zu einer Krankschreibung geführt haben. Noch häufiger sind nur die Diagnosen Akute Infektionen der oberen Atemwege und Rückenschmerzen gestellt worden.

Zahl der AU-Fälle erhöht sich um fast 50 Prozent

Trotz einer Verringerung der durchschnittlichen AU-Dauer pro Fall (erstes Halbjahr 2021: 14,5 Kalendertage; erstes Halbjahr 2022: 12,9 Kalendertage), stieg die Anzahl der AU-Tage im Kreis Euskirchen im Vergleich der beiden Jahreshälften um 28,9 Prozent an. Die Zahl der AU-Fälle hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um 44,9 Prozent erhöht.

Umgerechnet ist im Kreis Euskirchen jeder Erwerbstätige im ersten Halbjahr 2022 damit 13,4 Tage krankgeschrieben gewesen. Ein Jahr zuvor waren es 14,54 Tage. "Bei den Vergleichszahlen aus der ersten Jahreshälfte 2021 muss man berücksichtigen, dass wir damals über einen langen Zeitraum den zweiten harten Corona-Lockdown hatten. Viele Betriebe waren in Kurzarbeit und das Hotel- und Gaststättengewerbe war größtenteils geschlossen. Das spiegelt sich auch bei den AU-Zahlen aus dem Vorjahr", sagt Andreas Schmidt vom BGF-Institut.

 


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