Michael Nielen

"Wünsch dir was ..." 

Kommern. Neue Fluthilfe-Projekte sollen schöne Momente in Weihnachtsatmosphäre bescheren.

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Sie stellten die Aktionen für flutbetroffene Menschen vor (v.li.): Ralf Claßen, ASB-Landesgeschäftsführer Dr. Stefan Sandbrink, Ute-Andrea Ludwig und Johanne Peter (beide ASB), Manuela Holtmeier und Stephan Brings.

Sie stellten die Aktionen für flutbetroffene Menschen vor (v.li.): Ralf Claßen, ASB-Landesgeschäftsführer Dr. Stefan Sandbrink, Ute-Andrea Ludwig und Johanne Peter (beide ASB), Manuela Holtmeier und Stephan Brings.

Foto: Michael Nielen

Die Stadt Mechernich und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) hatten in die Kommerner Bürgerhalle geladen, um neue Fluthilfe-Projekte vorzustellen. Als Ralf Claßen, Dezernent der Stadt, irgendwann den Begriff »Weihnachtslieder« fallen ließ, schaute Stephan Brings leicht irritiert.

»Wir haben nur zwei Weihnachtslieder«, zählte er schmunzelnd die beiden Songs der Kölner Kultband »Brings« auf - »Plastikstään« und »Still wie nie«. Um dann gleich verschmitzt zu beruhigen: »Bei einer rheinischen Weihnachtsfeier darf ein wenig Karneval nicht fehlen.«

Um das Ganze aufzulösen: Stephan Brings stellt sich in Kommern wieder für eine gute Sache zur Verfügung. Er steht am Mittwoch, 21. Dezember, gemeinsam mit Uwe Reetz und den Gressberg Musikanten auf der Bühne, um bei einer stimmungsvollen Weihnachtsfeier in und rund um die Bürgerhalle für besondere musikalische Momente zu sorgen.

Starten wird die Weihnachtsfeier um 15 Uhr mit einer Bastelaktion, bei der Kinder für Senioren weihnachtliche Geschenke gestalten. Uwe Reetz ist um 16 Uhr zu Gast, um mit und für die Kindern Weihnachtslieder zu singen.

Schließlich wird Stephan Brings um 18.30 Uhr auftreten - und er freut sich sehr darauf. »Die Menschen hier in der Eifel sind leise und hören zu. Das gibt einem als Musiker sehr viel zurück«, sagt der Musiker und verriet dann auch sein liebstes Weihnachtslied - »Leise rieselt der Schnee«. Die Greesberg Musikanten machen um 19.30 Uhr den Abschluss.

Wunschbaum für Kinder

Der Höhepunkt bei dieser Weihnachtsfeier ist allerdings die Bescherung. Denn auch in diesem Jahr wird es wieder eine Wunschbaumaktion für die Kinder flutbetroffener Familien im Mechernicher Stadtgebiet geben. Ab Freitag, 18. November, erhalten sie bei den Ortsbürgermeistern Wunschkarten, auf denen sie ihren Weihnachtswunsch bis zu einem Betrag von maximal 30 Euro notieren können. Natürlich müssen die Karten auch wieder an die Ortsbürgermeister zurückgegeben werden.

Zudem wird der ASB zu Nikolaus in den besonders betroffenen Orten Breitenbenden, Firmenich, Obergartzem, Katzvey, Kommern, Kommern-Süd und Satzvey am Dienstag, 6. Dezember, einen Lichterzug organisieren, um noch einmal auf die Aktion hinzuweisen. Liegen alle Wunschkarten vor, geht der ASB einkaufen, packt ein und beschert.

Für Senioren ab 60 Jahren wird es wieder eine Fahrt geben. Dieses Mal geht es am Donnerstag, 8. Dezember, zum Aachener Weihnachtmarkt. Start ist um 11.15 Uhr am Rathaus Mechernich mit dem Bus. In Aachen wird es ein Mittagessen, eine Führung durch eine Printen-Manufaktur und sowie ausreichend Gelegenheit geben, den bekannten Weihnachtsmarkt zu besuchen. Anmelden kann man sich unter m.holtmeier@mechernich.de oder Tel.: 02443/494003 oder 494005.

»Da die Flut nicht vor den Stadtgrenzen haltgemacht hat, ist es uns wichtig, auch Hochwasserbetroffene aus den umliegenden Kommunen einzuladen«, sagt Ralf Claßen zu dieser Fahrt und lädt auch zum Besuch der Weihnachtsfeier ein. Organisiert werden die neuen Projekte wieder gemeinsam von der Stadt Mechernich und dem ASB. Die Aktionen werden unter anderem durch Spendengelder aus der »Aktion Deutschland Hilft« finanziert.

Dr. Stefan Sandbrink, NRW-Geschäftsführer des ASB: »Die seelische Betroffenheit der Menschen in der Flutregion darf nicht vergessen werden. Viele benötigen nach wie vor Hilfe.« Die vorgestellten Projekte könnten dabei gute Unterstützung leisten. Ähnlich sieht das auch Ralf Claßen: »Nachdem so langsam wieder Ruhe einkehrt, kommen bei vielen Menschen die Erlebnisse wieder hoch.« Mit den Aktionen wolle man den Betroffenen »schöne Momente in weihnachtlicher Atmosphäre bieten«, so Ralf Claßen.


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