„Die Wasserdell“ bei Dahlem: Ein besonders schutzwürdiges Ge

53949 Dahlem 11:00
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„Die Wasserdell“ bei Dahlem: Ein besonders schutzwürdiges Ge

Das LIFE+ Projekt "Allianz für Borstgrasrasen" bei der Biologischen Station, der Kreis Euskirchen und die Gemeinde Dahlem starten in einer konzertierten Aktion mit der Optimierung und dem Erhalt des Schutzgebietes „Heidemoor am Moorbach“.

Das "Heidemoor am Moorbach", wie die "Wasserdell" bei Dahlem offiziell heißt, ist ein besonderes Kleinod der Natur im Kreis Euskirchen: Das Gebiet östlich von Dahlem bildet zusammen dem „Hochmoor am Heidenkopf“ die einzigen Lebensräume dieser Art im Kreis Euskirchen. Der wertvolle Biotopkomplex besteht aus Heidemoorflächen, Torfmoosbeständen, Faulbaumgebüschen und dem nährstoffarmen Moorbach mit einem Erlenbruchwald. Die Moorlilie (Narthecium ossifragum), auch Beinbrech genannt, bildet große imposante Bestände. Der Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia), auch Himmelstau oder Herrgottslöffel genannt und die Gewöhnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccos), die mit ihren weichen Stängeln auf den Torfmoospolstern liegt, finden hier ideale Wachstumsbedingungen. Der extrem seltene Hochmoor-Perlmutterfalter (Boloria aquilonaris), dessen Raupen an der Moosbeere, fressen während der Falter die Blüten von angrenzenden Wiesen, Weiden oder Säumen zum Saugen nutzt, kommt hier noch vor.

Um diese Schönheit und Einzigartigkeit zu erhalten, müssen die immer wieder aufkommenden Gehölze, die die lichtliebenden Arten verdrängen, entfernt werden. Es hat sich gezeigt, dass der bloße Rückschnitt der Laubgehölze nicht die gewünschte Wirkung zeigt: Die rückgeschnittenen Gehölze treiben immer wieder aus. Finanziert durch Kreispflegemittel, landschaftsrechtliche Ersatzgelder des Kreises Euskirchen und landes- und europäische Mittel aus dem Projekt „Allianz für Borstgrasrasen“ werden nun in Kooperation mit der Gemeinde Dahlem besondere Methoden angewandt, um nachhaltiger den Gehölzaufwuchs zu unterdrücken. Es wird Bereiche geben, die sich zukünftig zu einem Erlenbruchwald entwickeln können. Da wo möglich, werden mit der Hand oder mit Seilwinden Laubgehölze samt der Wurzel herausgezogen. Wo dies nicht möglich ist, werden bodenschonend Pistenraupe oder Kettenbagger mit entsprechenden Aufsätzen eingesetzt. Das Bergwaldprojekt, Ehrenamtler und Fachfirmen sind in unterschiedlichen Bereichen der Wasserdell mit unterschiedlen Maßnahmen befasst.

Die vielen Besucher der „Wasserdell“ wundern sich über die Maßnahmen und reagieren zum Teil mit Unverständnis insbesondere auf den Maschineneinsatz. Bei einer Exkursion am 09. November 2019, 11:00 Uhr, Treffpunkt Parkplatz an der Wasserdell werden die verschiedenen Maßnahmen erklärt und schon Durchgeführtes präsentiert. Bei warmen Getränken kann anschließend diskutiert und gefachsimpelt werden.

Webseite

https://www.life-borstgrasrasen.eu