Noch nett ussjestorve

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2500 Sprachen weltweit sind laut Unesco vom Aussterben bedroht. Seit 2009 stehen auch Moselfränkisch im Süden und Rheinfränkisch (Ripuarisch-Limburgisch) in Nordeifel und Börde sowie am Mittelrhein und seinen Nebenflüssen auf der Roten Liste. In Deutschland sind weitere elf Regionalsprachen gefährdet, mit die wenigsten „Native-Speaker“ haben Ostfriesisch (unter 1000), Nordfriesisch (10.000) und das im Spreewald und in der Lausitz gesprochene Sorbisch (20.000). Im Rheinland sprechen immerhin noch um eine Million Menschen Ripuarisch – auch dank „Bläck Fööss“, „BAP“ und „Höhner“, „Brings“, „Wibbelstetz“ und „Eifel-Gäng“. Gegen das Aussterben hilft nur sprechen und singen. Wo das gefördert wird, stellt sich oft Besserung ein. Eine gezielte Politik, so die Unesco, habe das bereits ausgestorbene Kornisch (Cornwall) wiederbelebt und die Sprecherzahlen von indigenen Sprachen wie Maori (Neuseeland) und Guarani (Paraguay) erhöht. Mobilität und Austausch zwischen den Menschen verändern Sprachen und bedingen, dass sich Dialekte angleichen. Der Sprachforscher Georg Cornelissen vom Landschaftsverband Rheinland spricht von „Regiolekten“. Noch in hundert Jahren werden Rheinländer „Jott“ (J) statt „Jeeh“ (G) sagen und Isch statt Ich. Andere Wörter werden verschwinden … Su lang me noch „de Mull schwaade“, widd datt, watt mir „kalle“ (vergl. Englisch to call = reden), auch immer nach Rhein-Eifel klingen: Nur wir „strontze“, wenn wir angeben, „tallepe“ übers schneebeglänzte Feld, ob mit oder ohne „Steckel“, „schuure“, wenn wir uns bei Regen unterstellen und lassen Bälle „titschen“. Nirgends sonst auf der Welt ist gerade „schnack“, Matsch „Schlööter“ und die Türschwelle der „Dörpel“, ist ein kleiner Mensch ein „Stoppe“ und ein noch kleinerer der „Futz-Stoppe“, putzt man mit einer „Schrupplomp“, bekommt man vom Amt ein „Schrieves“ und macht sich noch bei Tageslicht „em Heedere“ auf den Nachhauseweg.

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