Offline vs. Online. Wo gibt’s eigentlich beide Optionen?

Die moderne Gesellschaft von heute scheint fast tagtäglich abwägen zu müssen: Ist es zielführender in der altbekannten Offline-Welt zu bleiben oder lässt sich das geplante Unterfangen auch online bewerkstelligen? In den meisten Fällen gibt es heute bereits einen Online- und einen Offline-Weg. Welche Vor- und Nachteile damit jeweils verbunden sind, verrät dieser Beitrag schlaglichtartig.

Abbildung 1: Wer belebte Innenstädte schätzt, sollte Online-Angebot mit Bedacht wählen. Sie können Komfort bieten, können aber auch die Vereinsamung begünstigen oder das Antlitz der Region schädigen.

Gewinnspiele. Online- vs. Offline-Vergnügen

Die Zahlen 8, 25, 31, 32, 33 und 38 sind im Juli 2017 die Glückszahlen für einen Spieler aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich geworden. Er hat einen Mehrwochenschein in einer Lottoannahmestelle abgegeben und konnte sich über einen Gewinn in Höhe von 820.000 Euro freuen. Damit beweist der Glückspilz aus der Region vor allem eins: Es gibt noch Gewinner in der Offline-Welt. Zudem verzeichnet die älteste Spielbank Deutschlands in Bad Neuenahr nach wie vor einen regen Zulauf.

Der Vorteil der Offline-Welt liegt im Bereich Gewinnspiel in jedem Fall im Faktor Gesellschaft, denn sowohl die Lotto-Annahmestelle als auch der Besuch in der Spielbank Bad Neuenahr lockt die Bürger der Region aus ihren Wohnzimmern und in die Gesellschaft. Das Pendant, das Online-Glücksspiel, punktet dennoch bei den Internet affinen Generationen, die tagsüber oft ohnehin viel unterwegs sind und nicht Gefahr laufen, zu vereinsamen. Sie suchen nicht etwa mit einem ausgefüllten Lottoschein die Annahmestelle auf, sondern würden vermutlich online tippen. Und die Spielbank gibt es an 24 Stunden und an sieben Tagen die Woche online unter Neuecasinos24.com.

Online-Shopping. Online- vs. Offline-Vergnügen

Das Online-Shopping darf im Grund genommen nicht einfach so über einen Kamm geschert werden, denn inhaltlich gibt es gravierende Unterschiede, die vor allem Auswirkungen auf die regionale Entwicklung haben. Was das bedeutet? Möglicherweise ein Aussterben regionaler Angebote …

Abbildung 2: Online-Shopping ist nicht per se zu verteufeln. Allerdings sollte der Online-Händler besser mit Bedacht konsultiert werden - und zwar dann, wenn es in der Region kein erreichbares, vergleichbares Angebot gibt.
  • Wer Lebensmittel online ordert, der genießt den Service, dass er weder zwischen den Regalen noch an der Kasse noch auf dem Hin- und Rückweg zum Einkaufen Zeit verliert. Geklickt wird im Online-Sortiment des Supermarkts, geliefert wird an die Haustüre. Nur noch das Aufräumen muss in Eigenregie erledigt werden. Für Personen, die kurz- oder langfristig in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, ist der Online-Supermarkt sicherlich ein wahrer Segen. Wer hingegen das Angebot nutzt, obwohl keine unmittelbare Notwendigkeit dazu besteht, der trägt auch dazu bei, dass Einzelhändler vor Ort Umsatzeinbußen hinnehmen müssen.
  • Deutlicher wird die soeben geschilderte Problematik nicht beim Blick in spezialisierte Geschäfte, die ohnehin lediglich eine Nische bedienen und dadurch per se einen geringeren Absatzmarkt haben. Sie trifft der Online-Shopping-Trend noch deutlicher, was auch bedeutet: Sie müssen hart kämpfen für ihre Offline-Kundschaft. Die Insolvenz der Firmengruppe Schug, die in Adenau einen Baumarkt und in Schuld einen Baustoffhandel betrieben hat, ist ein Beispiel, das zeigt, dass der Online-Markt Fachhändler aus der Region ruinieren kann. Unmittelbare Auswirkungen auf die Attraktivität der Ortschaft kann beispielsweise auch die Insolvenz der Metzgerei Schuler haben. Kann das Unternehmen nicht saniert werden, kann das einen weiteren Leerstand eben dort bedeuten, wo der Familienbetrieb aus dem Jahr 1903 einst seine Kunden bediente.
Abbildung 3: Die Verlockung von Online-Shopping-Angeboten ist groß, denn das Angebot ist 24/7 verfügbar.
  • Ähnlich schwierig haben es aktuell auch Apotheken, denen durch Versandapotheken eine immer größere Konkurrenz ins Haus steht. Im Jahr 2017 wurden in Rheinland-Pfalz 1.008 Apotheken gezählt. 779 davon waren Haupt- bzw. Einzelapotheken, bei 229 handelte es sich um Filialapotheken. Die Apothekendichte (die Anzahl der Apotheken je 100.000 Einwohner) lag bei 25. Zum Vergleich: In Bremen liegt die Apothekendichte bei 21, im Saarland bei 30. Der EU-Durchschnitt liegt bei 31, der deutschlandweite Durchschnitt lässt sich auf 24 beziffern (vgl. abda.de). Grundsätzlich gibt es einen deutlichen Negativtrend mit Blick auf das Apothekennetz: Gab es im Jahr 2005 noch 20.248 Apotheken deutschlandweit, waren es im Jahr 2017 nur noch 15.236. Das wiederum bedeutet einen Rückgang der Apotheken binnen 12 Jahren um 25 Prozent. Zu diesen Zahlen trägt einerseits der immer stärker werdende Online-Handel bei, doch auch der Mangel an ausgebildetem Fachpersonal bedingt immer häufiger eine Geschäftsaufgabe.

Beratung und Dienstleistung. Online- vs. Offline-Vergnügen

Kaum eine Branche ist mit Blick auf die Online- und Offline-Tätigkeiten gespaltener: Während Beratung und Dienstleistung eigentlich ein klarer Fall für den Offline-Handel sind, grätschen an dieser Stelle zahlreiche Vergleichsanbieter ein und sorgen für fragwürdige Konkurrenz. Klar ist: Die Dominanz an Vergleichsportalen, auf denen Preise und Leistungen im Direktvergleich gegenübergestellt werden, nimmt kontinuierlich zu. Und eigentlich spart der Direktvergleich durchaus Zeit, wenn der Online-Vergleich versiert und durchdacht genutzt wird, wie es unter verbraucherzentrale.de beschrieben wird. 

Tipp: Ein Vergleichsportal kann dann sinnvoll sein, wenn die einzelnen Datensätze verglichen werden – und nicht das, was in der größten Schriftart oder durch eine bunte Umrahmung förmlich ins Auge stechen soll. In der Praxis bedeutet das: Natürlich lassen sich Vertragsleistungen von Versicherungen gut online vergleichen, schließlich sehen Verbraucher dabei auf den ersten Blick, was die Anbieter im Versicherungsfall leisten und was nicht. Wenn es allerdings um die Gebührenberechnung geht, dann sollte besser selbst der Taschenrechner gezückt werden. Im Idealfall gehen Endverbraucher so vor: Sie suchen online nach einem interessanten Angebot und lassen sich darüber von einem unabhängigen Berater aus der Region informieren. So gehen Online- und Offline-Welt buchstäblich Hand in Hand.

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Abbildung 3: pixabay.com © PhotoMIX-Company (CC0 Public Domain