Im Badezimmer Klimaschutz betreiben

Immer mehr regionale Haushalte reagieren auf den Klimawandel. Klimaschutzmaßnahmen reichen von angemessener Dämmung bis hin zu Verhaltensänderungen im Hinblick auf den Stromverbrauch und smarten Heiztechnologien. Damit die Bundesrepublik bis 2045 Klimaneutralität erreicht, muss jeder einen Beitrag leisten. Das beginnt im Alltag schon im Kleinen – zum Beispiel im Badezimmer.

Nachhaltigkeit im Bad: Mehr als nur Wassersparen

Wenn von Klimaschutzmaßnahmen im Badezimmer die Rede ist, denken die meisten Verbraucher zuallererst an den Wasserverbrauch. In Zeiten des Klimawandels sind Badewannen bekanntermaßen out. Passend zum Raum geschnittene Duschen machen das Bad optisch mindestens genauso einladend und haben einen weiteren Vorteil: Verglichen mit Vollbädern spart die Körperpflege in der Dusche Mal für Mal bis zu 100 Liter Wasser. Werden Sparduschköpfe installiert, erzielt man einen besonders hohen Effekt. Analog dazu tragen auch Durchflussbegrenzer im Wasserhahn der Waschbecken zu klimaschonenden Aufenthalten im Badezimmer bei. Wer zusätzlich die Temperatur des Warmwassers begrenzt und energiesparend heizt, ist auf gutem Weg, vom Badezimmer aus die Welt zu retten. Trotzdem herrscht im Waschraum noch mehr Klimaschutzpotenzial, denn Nachhaltigkeit erledigt sich nicht mit der ressourcenschonenden Nutzung von Wasser, Wärme und Strom. Ebenso wichtig ist die Wieder- und Weiterverwendung angeschaffter Gegenstände bei gleichzeitiger Konzentration auf langlebige, möglichst umweltschonend hergestellte Produkte. Davon abgesehen achten klimabewusste Verbraucher darauf, so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Für das Badezimmer bedeutet das

  • die Anschaffung langzeitig nutzbarer Gebrauchsgegenstände wie Rasierhobel.
  • die Bevorzugung nachwachsender Materialien, etwa in Form von Bambuszahnbürsten.
  • einen Umstieg auf vegane Naturkosmetika. 
  • die Entscheidung für Körperpflegemittel ohne Mikroplastik, beispielsweise feste Shampoos und Seifen.
  • die Eigenproduktion von Zahnreinigungsmitteln und Deos.
  • die Reduktion von Verpackungsmüll.

Plastikfreies Badezimmer: Worauf es ankommt

Mehr als zwölf Millionen Tonnen Plastik erreichen laut Umweltbundesamt jährlich die Ozeane. Von diesen Zahlen motiviert, leben viele Verbraucher im Alltag weitestgehend plastikfrei. Zumindest außerhalb des Badezimmers. Wie viel Plastik in der täglichen Körperpflege steckt, ist einem Großteil noch immer nicht bewusst. Nicht nur sind die Aufbewahrungsgefäße von Duschgels und anderen Reinigungsmitteln meist aus Kunststoff. Auch in Kosmetika, Shampoos, Peelings und Co kommen Plastikpartikel vor. Dieses Mikroplastik gelangt in die Kanalisation und von dort aus in die Meere. Denn Kläranlagen können die Kleinstpartikel nicht aus dem Wasser filtern. Mit Naturkosmetik und festen Körperpflegeprodukten wie Haarseife lässt sich die Plastikbelastung im Badezimmer deutlich reduzieren. In Spezialläden gibt es entsprechende Artikel sogar ganz ohne Verpackung. Noch weiter gehen Verbraucher, die statt Toilettenpapier Po-Duschen benutzen. Damit auch durch Binden und Tampons weniger Plastikmüll entsteht, bieten sich Lösungen wie Menstruationstassen an.

Zusatztipp: Auf Wiederverwendbarkeit achten!

Zur Minimierung von Plastikmüll im Badezimmer tragen auch wiederverwendbare Artikel wie Kosmetik-Pads aus Stoff bei.

Körperpflege zum Selbermachen: Deo und Co aus Eigenproduktion

Wer Dinge selber herstellt, tut der Umwelt auf vielerlei Weise einen Gefallen. Zum einen kontrolliert man bei der Eigenproduktion genau, welche Rohstoffe verwendet werden. Zum anderen legen selbst hergestellte Produkte keine langen Wege zum Verbraucher zurück. Darüber hinaus entscheidet man selbst, wie sie verpackt werden, und beeinflusst so das Müllaufkommen. Dadurch sinkt die CO2-Bilanz selbst produzierter Artikel um ein Vielfaches. Was Produkte im Badezimmer betrifft, bietet sich insbesondere die Herstellung von Deos an. Verbraucher benötigen hierzu lediglich ätherische Öle wie Lavendel, alte Sprühflaschen, Wasser und Natron (Hydrogenkarbonat). Auch Duschgel kann man ohne viel Aufwand selbst herstellen. Nämlich aus Wasser, Pflanzenöl, Speisestärke und Naturseife. Sogar letztere muss eigentlich nicht gekauft werden. Zur Seifenherstellung verwendet man als Basis pflanzliches Glycerin, wie es in Apotheken und Drogeriemärkten erhältlich ist. Zugemischt werden hochwertige Pflanzenöle, Gewürze und Kräuter.

Zusatztipp: Selbstgemachte Zahnpasta

Neben Körperpflegeprodukten lassen sich auch Zahnpflegeartikel aus Zutaten wie kalt gepresstem Bio-Kokosöl, Natron und Schlämmkreide aus der Apotheke selbst zusammenmischen. Zusätzlich kann man etwas Bio-Pfefferminzöl zugeben.

Minimalismus: Wie viel Körperpflege muss sein?

In Zeiten des Klimaschutzes hat sich Minimalismus zum Trend entwickelt, nicht nur im Kontext von Besitz. Bis zur Körperpflege reicht der Reduzierungsanspruch auf das Nötigste. Noch immer geht ein Großteil aller Deutschen täglich duschen. Unabhängig davon, ob es tatsächlich erforderlich ist. Wer im Badezimmer wirklich etwas für die Umwelt tun möchte, reduziert die Aufenthalte unter der Dusche auf ein Minimum. Ein- bis zweimal pro Woche zu duschen, reicht in den meisten Fällen aus. Geruchsintensive Körperregionen lassen sich täglich per Katzenwäsche reinigen, um Wasser zu sparen. Auch bei der Verwendung von Pflegemitteln freut sich die Umwelt über Minimalismus. Viele Verbraucher verwenden Duschprodukte nach dem Motto: Viel hilft viel. Das ist nicht unbedingt der Fall. Ein kleiner Klecks auf der Hand reicht für den ganzen Körper aus.

Gut zu wissen

Auch aus gesundheitlicher Sicht ist tägliches Duschen kontraproduktiv. Übertriebene Körperhygiene greift den natürlichen Säureschutzmantel der Haut an und macht dadurch anfälliger für Krankheitserreger.