Jahresumsätze der Securitybranche 2021 - Eine boomender Sektor

Die Sicherheit ist eine boomende Branche: Sie wächst in allen Bereichen, vom Objektschutz bis zur Informationssicherheit. Aus diesem Grund hat die Sicherheitsbranche auch in der Zeit von Corona ein Umsatzwachstum zu verzeichnen. Er wird in den nächsten Jahrzehnten weiter steigen, was unmittelbar zu einem Bedarf an Fachkräften führt.

Stetig steigende Umsätze in der Branche zeigen, dass eine anhaltende Nachfrage besteht

Die aktuelle Statistik des BDSW zeigt, dass die Branche seit 2005 einen stetigen Umsatzanstieg bei den privaten Unternehmen verzeichnet. Der Umsatz wird im Jahr 2021 voraussichtlich einen Spitzenwert von 9,2 Milliarden Euro erreichen. Die einzige Ausnahme des Umsatzwachstums war das Jahr 2016, in dem ein nur geringfügiger Spitzenwert erreicht wurde, gefolgt von einem Rückgang im Jahr 2017. Die BDSW-Statistik betrachtet nur die Umsatzentwicklung in Deutschland. Ähnliche Entwicklungen sind aber auch in anderen Ländern zu erwarten. In der BDSW-Statistik sind Sicherheitsdienste und Detekteien enthalten. Anhand der Umsatzentwicklung, insbesondere während der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021, lässt sich eine steigende Nachfrage nach Sicherheitsdienstleistungen ableiten.

Die Sicherheitsbranche braucht qualifizierte Mitarbeiter

Eine Ausbildung oder Weiterbildung kann helfen, die Qualifikationen zu erwerben, die für eine Tätigkeit in der Sicherheitsbranche erforderlich sind. Nach Abschluss der Ausbildung lernen Sicherheitsfachkräfte, in Stresssituationen angemessen zu reagieren. Nach Angaben des BDSW ist der Objektschutz gemessen am Inhalt die wichtigste Aufgabe: Es folgen der Personenschutz, der Streifendienst und der Schutz bei Veranstaltungen. Potenzielle Arbeitgeber finden sich unter anderem in Detekteien und im IT-Sicherheitsbereich.

Der BDSW, der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft, weist für den Objektschutz einen Marktanteil von 50 % aus. Es folgt die Flughafensicherheit mit 11% sowie die Notruf- und Leitstelle mit 10%. Geld- und Wertdienste, Schutz und Bahn, Safety&Rail und Detekteien sind ebenfalls enthalten. Einzelhandels- und Revierkontrolldienste liegen im einstelligen Prozentbereich zwischen 7 und 4 %. In der Statistik ist die IT-Sicherheit nicht enthalten, aber sie vermittelt einen guten Eindruck vom Umfang der Tätigkeit: Mitarbeiter in der Sicherheitsbranche müssen zum Beispiel in der Lage sein, Arbeitsplätze in der Flughafensicherheit oder in anderen Positionen mit großem Einfluss- und Verantwortungspotenzial zu bekleiden.

Sachkundeprüfung nach § 34a GewO

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg im Rahmen einer Security Ausbildung ist die Sachkundeprüfung nach § 34a der Gewerbeordnung (GewO). Diese Prüfung kann in vielen verschiedenen Szenarien eingesetzt werden. Auch der Arbeitgeber profitiert von der dadurch gegebenen erhöhten Flexibilität. Die Sachkundeprüfung nach § 34a ermöglicht Streifengänge in öffentlichen Bereichen, wie Fußgängerzonen, Einkaufszentren, Parks und Personenkontrollen in Diskotheken. Für die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO sind Kenntnisse im Gewerbeschutzrecht und im Datenschutzrecht erforderlich. In der vorgelagerten Ausbildung, die im Übrigen auch als Fort- bzw. Weiterbildung oder Umschulung erfolgen kann, werden zudem die Grundkenntnisse der Sicherheitstechnik vermittelt, ebenso wird der Umgang mit Waffen gelehrt. Hinsichtlich der sozialen Inhalte finden sich Sozialkompetenzen über das Verhalten in Konflikt- und Gefahrensituationen, dabei liegt ein spezieller Fokus auf Deeskalationstechniken. Auch rechtlich sind Sicherheitskräfte mit bestandener Sachkundeprüfung nach § 34a GewO bewandert, da Inhalte aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch, aus dem Straf- und Strafverfahrensrecht sowie hinsichtlich des Rechts der öffentlichen Ordnung und der öffentlichen Sicherheit vermittelt werden. Von besonderer Wichtigkeit sind darüber hinaus Unfallverhütungsvorschriften für Sicherheits- und Wachdienste.

Der Boom in der Branche hat eine Nachfrage nach allen Ausbildungsstufen geschaffen

Wer eine Karriere als Sicherheitsfachkraft anstrebt, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder ist es möglich zu studieren oder eine Ausbildung zu machen. Beides kann auch nacheinander absolviert werden. In der Branche gibt es sowohl hoch als auch niedrig qualifizierte Tätigkeiten. Wer in den oberen Verantwortungsbereich möchte, kann sich durch ein Studium qualifizieren: Sicherheitsmanagement und Sicherheitstechnik sind geeignete Studiengänge, die entweder durch einen Schulabschluss oder nach Abschluss einer Ausbildung begonnen werden können. Höhere Bildungsabschlüsse wie ein Studium sind Voraussetzung für Führungspositionen in Sicherheitsunternehmen oder für eine Lehrtätigkeit in einem der Sicherheitsbranche zugeordneten Bereich. Interessenten können sich auch für ein Studium der Cybersicherheit entscheiden. Dazu gehören sowohl allgemeine Informatik- und Informationstechnologiekurse als auch spezialisierte Kurse. Es gibt viele Beschäftigungsmöglichkeiten, speziell im Bereich der Cybersicherheit sind in praktisch jedem größeren Unternehmen Tätigkeiten möglich. Das Einstiegsgehalt für Sicherheitskräfte ist so breit gefächert wie die Beschäftigungsmöglichkeiten und Ausbildungswege. Der monatliche minimale Lohn liegt etwa zwischen 2.000 und 3.000 Euro brutto. Mit zunehmender Verantwortung steigt das Gehalt schnell an und kann auch den sechsstelligen Bereich erreichen, insbesondere in Führungspositionen. Das Gehalt hängt auch von dem Unternehmen und seinem Standort ab.

Corona-Pandemie-Situation in der Sicherheitsbranche

Die Corona-Pandemie, eigentlich ein negativer Wirtschaftsfaktor, ist für den erheblichen Anstieg des Umsatzwachstums der Branche zwischen 2020 und 2021 verantwortlich: Viele Unternehmen und Organisatoren sind verpflichtet, Kontrollen durchzuführen. Bei diesen Kontrollen kann es sich um Personenkontrollen, Einlasskontrollen oder andere Arten von Kontrollen handeln, je nach dem gesetzlichen Rahmen. Häufig werden nicht die Polizei oder Ordnungsämter, sondern externe Sicherheitsunternehmen mit der Durchführung dieser Kontrollen beauftragt. Das jahrzehntelange stetige Wachstum und die steigende Zahl der im Jahr 2019 registrierten Sicherheitsunternehmen deutet auch langfristig auf eine größere Nachfrage nach Fachkräften hin.

Zunehmende Digitalisierung zieht mehr Sicherheitsbedenken in der Informationstechnologie nach sich

Die Informationstechnologie ist ein wachsender Industriezweig, der sich im Rahmen der IT-Security auch mit dem Thema Sicherheit befasst. Die IT-Branche ist eine der wichtigsten Branchen der Digitalisierung und wächst entsprechend: Die Ausgaben für IT-Sicherheit in Deutschland werden von 2017 bis 2025 voraussichtlich steigen, das zeigt sich deutlich am prognostizierten Wachstum der IT-Sicherheitsausgaben in Deutschland: Im Jahr 2017 betrugen sie fast 4 Milliarden Euro. Bis 2025 werden es knapp 9 Milliarden Euro sein. Im Jahr 2021 werden die Gesamtausgaben bei etwas über 6 Milliarden Euro liegen.

Die IT-Sicherheitsbranche selbst entwickelt sich vom sekundären zum tertiären Sektor. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi) hat einen Bericht (PDF) erstellt, der diesen Trend erklärt. Abbildung 24 zeigt, dass der Produktionswert der Branche seit 2005 ansteigt. Er könnte bis 2020 einen Spitzenwert von 13 Milliarden Euro erreichen. Die Zahl der Beschäftigten in der IT-Sicherheitsbranche wächst zudem stetig: Bis 2020 werden es zwischen 70.000 und 85.000 sein. Kein Wunder also, dass Sicherheitsexperten sehr gefragt sind. Die Aus- und Weiterbildung in der Branche bietet entsprechend hervorragende Zukunftsperspektiven.