Öl und Gas: Wie Haushalte unabhängiger von fossilen Energien werden können

In Zeiten von Klimaerwärmung und unaufhaltsam steigender Energiepreise fragen sich viele Bürger, wie sie der eigenen Abhängigkeit von weitgehend importierten Energieträgern entkommen können. Denn fossile Rohstoffe wie Kohle, Öl und Gas werden nicht nur immer teurer, sie belasten über klimaschädliches Kohlendioxid auch die Atmosphäre und damit wohl auch nachfolgende Generationen. Zwar sind die Haushalte einer Region über ein gemeinsames Energienetz miteinander verbunden. Es gibt jedoch schon heute einige Möglichkeiten, die eigene Abhängigkeit von klassischen Energieträgern zu verringern.

Kleinst-Solaranlagen für den Balkon

Seit einiger Zeit im Trend sind sogenannte Mini-Solaranlagen für den Balkon. Eigentümer und Mieter können hier ein bis drei kleine Solarpaneele auf dem Balkon aufstellen oder über die Brüstung hängen. Mit einem kleinen Wechselrichter wird er erzeugte Strom per Kabel einfach mit dem heimischen Stromkreis verbunden. Je nach Leistung und Sonneneinstrahlung lassen sich so tagsüber 200 bis 600 Watt einspeisen. Bei den derzeit steigenden Strompreisen kann sich solch eine Anlage daher in einigen Jahren rentieren. Der Haken an der Sache: Die erzeugte Solarenergie wird nicht gespeichert. Der in den Kreislauf eingebrachte Strom dient lediglich als Unterstützung für die laufenden Haushaltsgeräte und sonstigen Verbraucher. Mangels Akku kann die Energie jedoch nicht für später gespeichert werden. Wird sie nicht verbraucht, fließt der Strom ins allgemeine Netz, eine Vergütung dafür erfolgt auch aus rechtlichen Gründen nicht.

Solaranlagen für das Dach

Als Eigentümer oder Mieter eines Hauses bietet sich daher als bessere Lösung die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach an. Die Technik ist mittlerweile ausgereift, kann unter den richtigen Bedingungen auch ganze Haushalte komplett mit Strom versorgen. Voraussetzung dafür ist in der Regel neben der eigentlichen Solaranlage auch eine Stromspeichereinheit: Diese sorgt dafür, dass der Strom nicht nur bei Sonnenschein, sondern rund um die Uhr zur Verfügung steht. Gerade durch die derzeit steigenden Kosten für Netzstrom wird eine eigene PV-Anlage mit Stromspeicher immer attraktiver, zumal abhängig von der geografischen Lage eine vollständige Amortisation schon nach 10 bis 15 Jahren erreicht werden kann. Zudem besteht beim Kauf einer Solaranlage heute die Möglichkeit, sie ohne Eigenkapital errichten zu lassen: Mit einer Finanzierung kann man von den Vorteilen einer eigenen Solaranlage profitieren, während das System sich von selbst abbezahlt. Wer die entsprechenden Möglichkeiten hat, kann daher einmal über die Installation einer heimischen Solaranlage nachdenken.

Holzfeuerungen und Windenergie

Wer bislang mit Öl und Gas heizt, kann zudem die Anschaffung eines Kamins oder Holzofens für das Wohnzimmer nachdenken. Hiermit wird zwar nicht die Heizungsanlage des Hauses ersetzt. Mit einer guten Holzfeuerung lässt sich jedoch eine gute Wärmeentwicklung in einzelnen Räumen erreichen. Gleichzeitig ist Holz ein nachwachsender und damit nachhaltiger Rohstoff und in der Regel billiger als fossile Brennstoffe. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann in seinem Garten ein Kleinwindrad aufstellen - entsprechenden Platz vorausgesetzt. Kleinwindräder sollten für einen guten Wirkungsgrad etwa fünf bis zehn Meter Mindesthöhe erreichen, was unter Umständen eine Baugenehmigung erforderlich macht. Für einen sinnvollen Einsatz ist hier zudem mehr noch als bei einer Solaranlage ein eigener Stromspeicher zwingend. Wer jedoch die größeren Anfangsinvestitionen nicht scheut, kann mit einer solchen Kleinwindkraft-Anlage hervorragend die sonnenarmen Wintermonate überbrücken. Wer also heute zur Tat schreitet und clevere Finanzierungsmodelle wählt, kann schon bald weitgehend unabhängig von der immer teureren Netzenergie werden.

 

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