Der Bausparvertrag: Definition, Vorteile und Verwendungszwecke

Der Traum vom Eigenheim ist ein Wunsch, den sich viele Menschen im Laufe des Lebens verwirklichen. Wichtig hierbei ist die passende Finanzierung.

Ob selbstgeplantes Traumhaus mit den eigenen Händen bauen oder eine bestehende Immobilie kaufen, um diese zu renovieren – es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Eigenheim heutzutage als Verbraucher zu realisieren. Wichtig für den Hauskauf oder -bau ist die richtige Finanzierung, denn ohne Budget ist ein Auszug aus der Mietwohnung nicht möglich. Neben den altbewährten Krediten und Hausbaufinanzierungen gibt es einen Klassiker unter den Geldanlagen, der es ermöglicht, Eigenkapital für den Kauf oder den Bau eines Hauses langfristig anzulegen. Der Bausparvertrag ist vielen Verbrauchern ein Begriff und kommt nicht selten schon in jungen Jahren zur Sprache, was in Anbetracht der Tatsache, dass irgendwann die Zeit für ein Eigenheim kommt, kein falscher Gedanke ist. Im Folgenden erklärt dieser Beitrag alles Wichtige zu dieser klassischen Geldanlage. 

Definition: Was verbirgt sich hinter dem Bausparvertrag?

Für viele Menschen ist das eigene Zuhause nicht nur ein Ort der Ruhe und Geborgenheit, sondern auch eine Altersvorsorge. Insbesondere, wenn die Immobilie clever finanziert und abbezahlt ist. Ein Bausparvertrag ist eine interessante Geldanlage, um dieses Ziel zu erreichen. Es handelt es sich um einen Vertrag, der zwischen einem „Bausparer“ und einer Bausparkasse vereinbart wird. Mit diesem Vertrag ist es dem Anleger (Bausparer) möglich, Eigenkapital anzulegen oder anzusparen, um daraus zukünftig eine Investition für den Hausbau oder -kauf zu tätigen. Ein Bausparvertrag bietet dem Anleger festgesetzte Zinssätze, die vor schwankenden Kursen geschützt sind. Außerdem muss der festgelegte Betrag nicht gänzlich angespart werden, denn die Differenz kann in Form einer Finanzierung als sogenanntes Bauspardarlehen erfolgen. Daher handelt es sich um einen zinsgünstigen Kredit. So ist es möglich, über den gesamten Betrag zu verfügen ohne dabei alles selber ansparen zu müssen. Zudem haben Bausparer die Chance auf staatliche Förderungen, die sie vom Staat in Form von Prämien und Zulagen erhalten.

Vorteile von einem Bausparvertrag

Aus der obigen Definition gehen bereits die ersten Vorteile hervor, denn ein Bausparvertrag bietet einen zinsgünstigen Kredit sowie die Möglichkeit, vermögenswirksame Leistungen, Wohnungsbauprämien oder eine Arbeitnehmersparzulage (staatliche Förderungen) zu erhalten. Darüber hinaus profitieren Bausparer von transparenten sowie günstigen Konditionen. Der Vertrag wird oft direkt online abgeschlossen, was jedoch nur für Interessierte empfehlenswert ist, die keine weitere Beratung wünschen und alle Ziele für die Geldanlage bereits fest definiert haben. 

Bausparverträge sind die ideale Vorbereitung für den Hauskauf oder -bau. Darüber hinaus sind diese Verträge für Hausbesitzer auch praktische Rundumabsicherungen. Immer wieder passiert es, dass Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten beim Eigentum anfallen. Wer hier den Bausparvertrag clever als Polster für Instandhaltungsmaßnahmen nutzt, profitiert auch zukünftig von dieser Geldanlage. 

Nachteile von einem Bausparvertrag

Wer den Bausparvertrag als Vermögensanlage abschließt, sollte wissen, dass genau das einer der Nachteile ist. Es ist wenig sinnvoll, einen Bausparvertrag so zu nutzen. Der Grund dafür sind die niedrigen Zinsen. Ein anderer Nachteil, der für alle interessant ist, die einen hohen Betrag ansparen wollen: Es fällt eine einmalige Abschlussgebühr an. Diese richtet sich nach der Höhe der Bausparsumme, was bedeutet, dass je höher die Bausparsumme ist, desto höher ist auch die Abschlussgebühr.“

Wie funktioniert das Bausparen?

Der Bausparvertrag wird zwischen zwei Parteien - dem Anleger und der Bausparkasse - geschlossen.

Der erste Schritt ist die Überlegung, wie viel Geld im Monat ungenutzt bleiben kann, sprich, wie viel Geld monatlich mit dem Bausparvertrag angespart werden soll. Mit diesem Wert legen Bausparer die wichtige Bausparsumme fest. Hierbei handelt es sich um das finanzielle Ziel, welches nach einer festgelegten Zeitspanne erreicht werden soll. Diese sogenannte Ansparphase ist je nach Tarif an die persönlichen Bedürfnisse anpassbar. Häufig wählen Anleger sieben oder acht Jahre. Auf die monatlich beiseitegelegte Summe bekommt der Bausparer dann die Guthabenzinsen von der Bausparkasse, sodass sich daraus bereits zu Beginn der Sparphase die Endsumme für den Anleger errechnen lässt. Wenn der angesparte Betrag 40 Prozent der vollständigen Summe erreicht, kann der Bausparvertrag zugeteilt werden. Jetzt haben Anleger Anspruch auf das zinsgünstige Darlehen, um es in den Kauf oder Bau einer Immobilie zu investieren. 

Ein Beispiel: Wer sich für einen Bausparvertrag mit flexibler Finanzierung interessiert, wählt bei der Bausparkasse Mainz den „maxPremium“-Tarif. In der Sparphase leisten Bausparer hier beispielsweise eine monatliche Sparzahlung von 150 Euro bei einer festlegten Bausparsumme von 50.000 Euro. Daraus ergibt sich bei einem Sparzins von 0,50 Prozent nach sieben Jahren Laufzeit ein Bausparguthaben von 16.238,53 Euro.

Verwendungszwecke: Wie setzen Verbraucher den Vertrag ein?

Immobilien sind für viele Menschen heutzutage die attraktivste Finanzanlage. Daher verwenden viele Bausparer den Bausparvertrag für den Kauf einer Immobilie oder für den Bau eines Eigenheims. Darüber hinaus ist es aber möglich, die Bausparsumme für weitere Verwendungszwecke zu nutzen. Dazu gehören beispielsweise Modernisierungen, Instandsetzungen oder auch die Finanzierung eines neuen Autos.

Interessant ist der Bausparvertrag daher auch für Hausbesitzer, die Bestandsbauten sanieren möchten, um sie energieeffizienter zu machen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hat einen informativen Leitfaden zum nachhaltigen Bauen verfasst, sodass sowohl Hausbesitzer als auch Bauherrn genau nachlesen können, was nötig ist, um eine Immobilie energieeffizienter zu machen. 

Zudem ist es möglich, den Bausparvertrag für unerwartete Zusatzkosten beim Hausbau zu nutzen. Laut einer Umfrage des Bauherren Schutz Bundes gehören „unerwartete Zusatzkosten“ zu den viert häufigsten Problemen beim Bau oder Kauf einer Immobilie. 32 Prozent der Befragten gaben an, darin ein sehr großes Problem zu sehen, fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer (48 Prozent) stuften die Zusatzkosten als großes Problem ein. Kein Wunder, denn sowohl Schimmelpilzbefall als auch marode Böden oder ein veraltetes Heizungssystem sorgen kostentechnisch für ein hohes Plus. Ein Bausparvertrag schafft hier Abhilfe, wenn die Bausparsumme für Modernisierungen oder Instandsetzungen angespart wurde.

 

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