Vettel vs. Leclerc – Schlechte Stimmung bei Ferrari

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Es brodelt bei der Scuderia Ferrari. Der italienische Traditionsrennstall hält sich zwar in der Öffentlichkeit mit Äußerungen zurück. Trotzdem wurde in letzter Zeit deutlich, dass sich zwischen den beiden Piloten Sebastian Vettel und Charles Leclerc eine Rivalität aufgebaut hat, die nicht ohne Folgen für die Stimmung im Team bleibt. Die dürfte ohnehin nicht die beste sein, denn die Saison verläuft nicht wie erhofft. Vor allem Sebastian Vettel enttäuscht am laufenden Band. Dominiert wird die Rennstrecke aktuell von Lewis Hamilton, der einen Vorsprung von mehr als 100 Punkten auf den Fünftplatzierten Vettel hat. Aber selbst Neuling Leclerc schneidet mit einem dritten Platz deutlich besser ab als sein Teamkollege. Das hatte sich der vierfache Weltmeister sicher anders vorgestellt. Die Spannungen mit seinem Teamkollegen dürften das Rennjahr für ihn nicht einfacher machen.

Abstrafung bei den Wettquoten

Für die zahlreichen Fahrfehler, die sich Vettel in der aktuellen Saison geleistet hat, musste er nicht nur beim WM-Punktestand büßen. Auch die Buchmacher haben auf seine anhaltende Pechsträhne reagiert. Während Vettel etwa beim Anbieter Betsson vor Beginn der Rennserie noch ernstzunehmende Chancen auf den Titel eingeräumt wurden, sind die Quoten für einen fünften WM-Titel bald darauf in die Höhe geschnellt. Das zeigt, dass kaum ein Beobachter damit rechnet, dass das Ruder noch herumreißen kann. Sein Teamkollege hingegen hat auch bei den Wettquoten zugelegt.

Gründe für die Spannungen

Das ist Öl ins Feuer für die Rivalität der beiden Fahrer. Der Grund für die Streitigkeiten dürfte in der unterschiedlichen Erwartungshaltung der beiden liegen. Leclerc fährt erst das zweite Jahr in der Formel 1 und zum ersten Mal für Ferrari. Vettel hingegen hat bereits zahlreiche Siege eingefahren und durfte sich deshalb anfangs als der wichtigere Fahrer für das Team betrachten. Sicherlich erhoffte er sich taktische Unterstützung von seinem Kollegen. In entscheidenden Situationen ist es nicht unüblich, dass der Teamzweite der Nummer eins den Vortritt lässt. Davon ist in der Fahrweise von Leclerc aber nichts zu sehen. Das Nachwuchstalent zeigt sich ehrgeizig und überholt Vettel schon einmal entgegen interner Absprachen. Der Erfolg gibt ihm Recht: Auf diese Weise holte er sich in Monza den Heimsieg. Von den Fans wurde er dafür euphorisch gefeiert.

Frühere Streitigkeiten in der Formel 1

Der Wettstreit zwischen den beiden Fahrern ist bei weitem nicht der erste Hahnenkampf, der in der Formel 1 ausgetragen wird. Immer wieder kämpfen Fahrer um die Vormachtstellung in ihrem Rennstall, besonders wenn es um die vorderen Plätze in der WM-Wertung geht. So geriet Vettel während seiner Zeit bei Red Bull immer wieder mit Mark Webber aneinander. Auch der aktuelle WM-Spitzenreiter Hamilton ist bei weitem kein unbeschriebenes Blatt. Seine Freundschaft mit Nico Rosberg wandelte sich während der gemeinsamen Zeit der beiden bei Mercedes in eine unschöne Rivalität um. Auch der Rücktritt Rosbergs von der Formel 1 hat scheinbar nicht zu einer Entspannung geführt. So äußerste Rosberg sich jüngst trotz der zahlreichen Erfolge Hamiltons kritisch zu dessen Fähigkeiten. Dieser wiederum reagierte dünnhäutig und deutete an, Rosberg sei „traurig und verloren“. Es bleibt zu hoffen, dass die Spannungen zwischen Vettel und Leclerc versöhnlicher enden.