Altstadtfest: Polizei zieht Bilanz

Trier. Das Altstadtfest wurde am Freitagabend offiziell eröffnet. Bei hochsommerlichen Temperaturen feierten tausende Besucher meist friedlich in der Innenstadt. Die Polizei musste dennoch mehrere Male einschreiten. Auf der Festmeile sowie im gesamten Stadtgebiet kam es zudem zwischenzeitig zu zahlreichen Rettungseinsätzen, die eine Aufstockung der Kapazitäten notwendig machten.

Freitag

Die Festmeile in der Innenstadt war bei hochsommerlichen Temperaturen sehr gut besucht und die Veranstaltung verlief aus polizeilicher Sicht gemessen am Besucheraufkommen ruhig. Auf dem Viehmarkt hatten sich ab dem frühen Abend viele Jugendliche und Heranwachsende zum Feiern eingefunden. Bereits gegen 22 Uhr mussten zwei Jugendliche (14 und 15 Jahre) wegen einer Alkoholvergiftung mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Bis zum Ende der Musikdarbietung um Mitternacht wurden weitere sechs Jugendliche wegen Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus gebracht. Der Spitzenwert lag bei einem Jugendlichen bei fast 3 Promille. Fünf Jugendliche wurden wegen Alkoholisierung ihren Eltern überstellt.

Es kam im Umfeld des Viehmarktplatzes im Laufe des Abends zu alkoholbedingten Körperverletzungen. Insgesamt vernichtete die Polizei bei 54 Jugendlichen, die vom Alter her nicht berechtigt waren Alkohol zu trinken (unter 16 Jahren jegliche Alkoholika, unter 18 Jahren hochprozentige Spirituosen) mitgeführte Spirituosen. Weitere Gewaltdelikte konnten von der Polizei verhindert werden. Im übrigen Veranstaltungsbereich blieb es insgesamt ruhig. Nach Ende der Musikveranstaltungen um Mitternacht leerte sich das Veranstaltungsgelände aufgrund der sommerlichen Temperaturen nur langsam. Es kam in der Nacht zum Samstag zu vier Körperverletzungen. Eine Person in Gewahrsam genommen.

Samstag

Wie auch bereits am Vortag fand das Altstadtfest am Samstag bei sonnigem Wetter und hochsommerlichen Temperaturen statt. Die Stimmung war bis gegen 22 Uhr recht entspannt. Bis circa 20 Uhr war die Veranstaltungsmeile nur mittelmäßig besucht. Später kam es zu einem hohen Besucheraufkommen, nicht nur im Bereich der Bühnen, sondern auch dem übrigen Veranstaltungsgelände. Zum Teil kam es zu dichtem Gedränge. In diesem Zusammenhang wurden mehrere Strafanzeigen wegen Taschendiebstahl aufgenommen. Einem Besucher, der sich eine Pause vom Trubel des Festes gönnte und sich zum Schlafen im Palastgarten hinlegte, wurde der Rucksack entwendet. Einen Koffer mit hochwertigem Musikerequipment entwendeten unbekannte Täter von einer Bühne in der Brotstraße nach Beendigung der Musikdarbietung.

Gegen 21.30 Uhr wurde ein Mann auf dem Viehmarkt gefunden, der in den Nachmittagsstunden Täter einer Körperverletzung im Stadtgebiet war und zunächst unerkannt flüchten konnte. Aufgrund der vorliegenden Lichtbilder konnte der Beschuldigte jedoch eindeutig identifiziert werden.

Gegen 23.15 Uhr kam es zu einer Schlägerei auf dem Veranstaltungsgelände, bei der mehrere Personen auf das Opfer eintraten. Die drei beschuldigten Heranwachsenden konnten in der Nähe angetroffen und zur Dienststelle gebracht werden. Auch im weiteren Verlauf des Abends kam es noch zu einer Vielzahl an Körperverletzungen, vorwiegend im Bereich des Viehmarktplatzes. Insgesamt wurden fünf Strafanzeigen wegen Körperverletzung auf der Festmeile und weitere sechs im Umfeld der Innenstadt gemeldet. Gemessen am sehr hohen Besucheraufkommen verlief dennoch die Veranstaltung - abgesehen von diesen wenigen zumeist alkoholisierten Streithähnen - laut Polizei recht friedlich und entspannt.

Während einer Personenkontrollen konnte eine mit Haftbefehl gesuchte Person angetroffen und festgenommen werden.

Im gesamten Stadtgebiet, aber auch auf dem Veranstaltungsgelände, kam es zu zahlreichen Rettungseinsätzen, die die Aufstockung der rettungsdienstlichen Kapazitäten im Stadtgebiet erforderlich machten. Neben den stationären Anlaufstellen für Rettungskräfte und den mobilen Trupps in der Fußgängerzone wurde gegen 22.45 Uhr zunächst auf dem Bischof-Stein-Platz ein zusätzlicher Rettungshalteplatz mit einer SEG-Transportkomponente vom DRK aufgebaut. Ab 23.25 Uhr wurde ein weiterer Rettungshalteplatz sowie ein Behandlungsplatz in der Viehmarktstraße/Stresemannstraße von der Berufsfeuerwehr Trier aufgebaut. Unterstütz wurden die Rettungskräfte von der Polizei.

Der größte Anteil der medizinisch notwendigen Einsätze waren bedingt durch die hochsommerlichen Temperaturen in Verbindung mit erhöhtem Alkoholkonsum. Die hohe Einsatzdichte war jedoch nicht nur auf das Veranstaltungsgelände begrenzt.

Die Polizei kontrollierte circa 45 Personen, erteilte sechs Platzverweise, nahm insgesamt fünf Personen in Gewahrsam, die randalierten oder zuvor Körperverletzungen begangen hatten, überstellte einen alkoholisierten Jugendlichen an die Eltern, nahm etliche Fundsachen entgegen und leitete drei Verfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ein. Auch am Samstagabend wurde eine Vielzahl von Alkoholika bei nicht berechtigten Jugendlichen vernichtet.

RED, Fotos: Agentur Siko

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