Svenja Pees

Arbeiten am Limit: Arbeiten mit dem Tod

Die meisten Menschen machen sich wenig Gedanken um den Tod. Doch irgendwann ist jeder einmal mit dem Thema konfrontiert. Spätestens dann macht man auch Erfahrungen mit einem Bestatter. Wie sieht sie aus, die Arbeit mit dem Tod? Im Rahmen unserer Serie "Arbeiten am Limit" haben wir das Bestattungsunternehmen Grandjean in Trier Feyen/Weismark besucht, um mehr zu erfahren.
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Eins ist klar: als Bestatter hat man es jeden Tag mit Menschen zu tun, die aufgrund des Verlusts eines Angehörigen in einer Ausnahmesituation stecken. Diese Aufgabe erfordert Empathie und kommunikatives Geschick. Das Team um Bestatter Jörg Grandjean möchte die Trauernden nicht allein lassen und bietet eine aktive Trauerbegleitung an. Oft gehören dazu lange Gespräche, die auch außerhalb der Arbeitszeit durchgeführt werden und auf keiner Rechnung erscheinen. Auch möchten Trauernde sich am Bestattungsprozess beteiligen. Diesen gibt der Bestatter dann kleinere Aufgaben.

Breit gefächertes Berufsbild

Das Berufsbild des Bestatters verbindet verschiedene Fachrichtungen miteinander. Das Handwerkliche an dem Beruf ist geblieben, vor allem die Sargherstellung. Es sind jedoch weitere Aufgabengebiete hinzugekommen. So gibt es eine Vielzahl an gesetzlichen Bestimmungen, die der Bestatter bei seiner Arbeit zu beachten hat. Gerade bei einer Überführung eines Toten in dessen Heimatland muss der Bestatter im Blick haben, welche rechtlichen Bestimmungen dafür existieren. Auch mit Zahlen muss man gut umgehen können. Auch kaufmännisches Wissen steht in der Ausbildung auf dem Stundenplan.

Wie wird man eigentlich Bestatter?

Wer sich für den Beruf des Bestatters interessiert, dem legt Jörg Grandjean ein Praktikum nahe. Wer danach überzeugt ist, dem bietet das Bestattungsunternehmen einen Ausbildungsplatz zur Bestattungsfachkraft an. Dabei verbringt der Auszubildende neben der Praxis im Unternehmen 13 Wochen Im Jahr an der Staatlichen Berufsschule Bad Kissingen. Dort gibt es auch einen sogenannten Lehrfriedhof. Hier lernen die Azubis etwa, wie man ein Grab richtig aushebt oder wie man einen Toten hygienisch versorgt.

Ein prägender Beruf

Jörg Grandjean sagt, dass der Beruf ihn geprägt habe. Wenn man jeden Tag mit Extremsituationen konfrontiert sei, würde man sich nicht mehr über Kleinigkeiten im Alltag aufregen. So habe er eine entspannte Lebenseinstellung erhalten. Auch sein Team zeichnet sich durch seinen familiären Umgang miteinander aus. Dieses freundliche Klima wirkt auch auf die Kundschaft, welche die Arbeit des Teams bisher laut einer internen Umfrage mehrheitlich mit "sehr gut" bewertet hat.

DH


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