Andrea Fischer

»Auf der Suche nach der verlorenen Zeit«

Rund 50 Konzerte beinhaltet das neue Programm des Moselmusikfestivals für den kommenden Sommer. Mit Größen verschiedener Genres begibt sich das älteste und größte Musikfestival in Rheinland-Pfalz thematisch auf die Suche nach der verlorenen Zeit.
Bilder
Künstlerin an der Orgel: Iveta Apkalna.

Künstlerin an der Orgel: Iveta Apkalna.

Foto: Foto: Juris Zigelis

2022 wird das Festival an 30 Spielorten entlang der Mosel zu Gast stattfinden. Überschrieben sind die Veranstaltungen, anlässlich des 100. Todestages des französischen Schriftstellers Marcel Proust, mit dem Titel »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit«. Erstmals seit Beginn der Pandemie sind Eröffnung und Abschluss wieder als große Orchesterkonzerte in Zusammenarbeit mit den Chören der Dommusik, dem Trierer Bachchor und dem Philharmonischen Orchester der Stadt Trier geplant.
»Nach zwei der schwierigsten Jahre für die Kultur weltweit, verstehen wir das Festivalthema, neben dem ganz konkreten Bezug zu Marcel Proust, im Hinblick auf Konzertprojekte, die gar nicht umgesetzt, viele Male verschoben wurden und nun abgeändert oder verspätet zur Aufführung kommen, durchaus auch mit einem Augenzwinkern«, so Festivalintendant Tobias Scharfenberger. Die Pandemie habe die Welt tiefgreifend verändert. Veränderung sei aber immer auch ein Antrieb, sie gebe Impulse, Neues zu denken und zu entwickeln.
Außergewöhnliche Spielstätten wie der Hof des Hopfenbauers Dick in Holsthum sowie die nach der Renovierung noch nicht offiziell wiedereröffnete Marktkirche St. Gangolf, die Bibliothek des Priesterseminars in Trier und die Klosterruine Stuben in Bremm werden zu Begegnungsorten mit Musikfeuerwerk, Lesung, musikalischer Bierprobe und mehr.
Erstmals werden einige Konzerte zudem im Abo angeboten. In der Reihe »500 Jahre Klaviermusik mit Kit Armstrong« (4.-10.8.) verwirklicht das Festival ein Herzensprojekt des Ausnahmemusikers. Die Kombination von Architektur, Texten und Klaviermusik versprechen eine einzigartige Zeitreise durch die verschiedenen Epochen der Musikgeschichte und die Kulturlandschaft. Auch zwei Konzerte im Kurfürstlichen Palais in Trier sind im Rahmen von »Bach2« (30.7.) als Tagespass erhältlich.
Weitere Highlights bilden das Trierer Freiluftkonzert von Singer-Songwriter Max Mutzke & Marialy Pacheco (12.8), das Sonderkonzert der Sopranistin Jeanine de Bique & Concerto Köln in Kloster Machern (21.8.), das Orgelrecital der lettischen Organistin Iveta Apkalna (24.8.) sowie das Vokal-Konzert von Voces8 in der Reihe »Nachts im Dom« (11.9.). Auch die weltbekannte Pianistin Yeol Eum Son ist mit zwei Konzerten beim Festival vertreten (17.9. und 18.9.).
Mit den Grandbrothers (28.7.) sowie der Jazzrausch Bigband (13.08.) erhält neben Klassik auch elektronische Musik Einzug ins Festivalprogramm. Hiermit sollen nicht zuletzt auch neue Zielgruppen für das Festival erschlossen werden. Neben den bekannten kulinarischen Formaten wie den Weinklängen auf renommierten Weingütern der Region, ist mit den »Sommersprossen«-Konzerten auch für Familien und das junge Publikum gesorgt. Mit Lilli Leichtfuß geht es auf die »Suche nach der verlorenen Zeit« (13.8.) und auch die Trierer Koryphäe Julia Reidenbach wird mit ihrem Rasselorchester (30.7.) zu hören sein.
Das Kultursommermotto 2022 »Kompass Europa: Ostwind« lässt sich in vielen Konzerten des Programms wiederfinden.