SP

Autofan mit Beißreflex

Ein kleiner, pelziger Autofan sorgt vor allem im Sommer bei PKW-Fahrern für Unmut. Steinmarder nutzen Autos gerne als Speisekammer, Schlafplatz oder Aussichtsplattform. Doch Eifersucht und Rivalität bringen sie dazu, unter der Motorhaube für Zerstörung zu sorgen.
Bilder
Steinmarder verursachen jährlich Schäden an PKW in Millionenhöhe an. Foto: DJV

Steinmarder verursachen jährlich Schäden an PKW in Millionenhöhe an. Foto: DJV

Steinmarder haben es besonders oft auf Zündkabel, Kühlwasserschläuche oder Antriebs- und Lenkmanschetten abgesehen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zählte im Jahr 2016 rund 205.000 durch Marder verursachte Schadensfälle. Dabei entstanden Schäden im Gesamtwert von 66 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2014 sank die Anzahl gemeldeter Schadensfälle um ein Prozent. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz (LJV) empfiehlt daher Autofahrern, auf Warnsignale wie herumliegende Gummi- und Kabelteile oder ausgelaufene Flüssigkeit zu achten. Wenn Marderschäden rechtzeitig erkannt werden, kommt in der Regel die Teilkaskoversicherung für die Schäden auf. Folgekosten, die durch einen Unfall entstehen, deckt nur eine Vollkaskoversicherung ab.

Fahrzeuge in Revier integriert

Steinmarder sind klassische Kulturfolger und finden sich im urbanen Umfeld sehr gut zurecht. Sie haben sogar Kraftfahrzeuge aktiv in ihr Revier integriert, die sie als Schlafstätte, Speisekammer und als Aussichtsplattform nutzen. Daher verteidigen Marder "ihre" Autos vor Eindringlingen rigoros. Hat es sich ein Konkurrent in einem PKW gemütlich gemacht, riecht es der Marder sofort. Der "Revierinhaber" greift alle Autoteile an, die nach dem Fremdling duften. Auch die Paarungszeit der Marder, Ranzzeit genannt, spielt im Juli und August eine Rolle. Zu dieser Jahreszeit verteidigen sowohl männliche als auch weibliche Steinmarder ihr Territorium sehr energisch gegenüber Artgenossen. Leidtragende dieser Eifersuchts-Dramen sind dann die Autofahrer.

Maschendrahtzaun und Sprays können helfen

Ein Patentrezept zur Marderabwehr gibt es nicht, zumal oft bereits nach kurzer Zeit Gewöhnungseffekte einsetzen. Maschendraht unter dem Motorraum, Geruchsprays oder Ultraschallgeräte haben sich als Vorsichtsmaßnahmen oft bewährt. Zudem helfen regelmäßige Motorraumwäschen zur Beseitigung von Duftmarken der Steinmarder.

Broschüre

Welche Maßnahmen gegen Marder im Haus und Auto helfen, sind in der vom Deutschen Jagdverband (DJV) herausgebrachten Broschüre "Wilde Wohngemeinschaft – Wildtiere in der Stadt und ihre Folgen" zu finden. Auf dem DJV-Youtube-Kanal finden Interessierte zudem kurze Animationsfilme zum Umgang mit Steinmardern und anderen Kulturfolgern wie Waschbär, Fuchs und Wildschwein. RED