Bauern aus der Großregion demonstrieren in Bonn

Trier. In der Nacht zum Dienstag sind zahlreiche Landwirte aus der Großregion in Richtung Bonn aufgebrochen. Ziel des Treks ist eine Großdemo auf dem Bonner Münsterplatz. Die Landwirte kritisieren die Agrarpolitik der Bundesregierung.

Gegen 2.45 Uhr startete der Zug aus circa 15 Saar-Landwirten inklusive Traktoren in Merzkirchen bei Saarburg. Nach eigenen Angaben wurden sie dabei von 15 Landwirten aus dem Saarland, fünf aus dem Hochwald, 20 aus der Vulkaneifel und 20 aus dem Raum Birkenfeld begleitet. Die Strecke verlief durch Konz über Trier, Bitburg und Altenahr nach Bonn. Dort rechnen die Veranstalter vom Netzwerk "Land schafft Verbindung" mit circa 10.000 Menschen und rund 1.000 Traktoren.

Landrat unterstützt Protest

Landrat Günther Schartz zeigt Verständnis für die Proteste der Bauern, die heute in Bonn demonstrieren. "Die deutschen Bauern werden aktuell in der öffentlichen Diskussion meines Erachtens ungerecht behandelt. Dabei stehen viele Bauern, gerade in der Region Trier und Rheinland-Pfalz, für nachhaltiges Wirtschaften und umweltgerechte Nahrungsmittelproduktion, was man bei importierten Nahrungsmitteln nicht immer sagen könne. Vor dem Hintergrund auch der aktuellen Klimadebatte muss die Politik auf die nachvollziehbaren Befürchtungen der Bauern eingehen. Landkreis und Landkreistag stehen für solch einen konstruktiven Dialog jederzeit zur Verfügung", so Schartz, der auch Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Landkreistages ist.

Protest gegen Agrarpaket

Die Landwirte protestieren heute in vielen deutschen Städten gegen strengere Düngeregeln und das Agrarpaket der Bundesregierung mit dem Programm für den besseren Insektenschutz, dem staatlichen Tierwohllabel und der stärkeren Umschichtung von EU-Geldern. Insbesondere beim Schutz von Insekten müssen landwirtschaftliche Betriebe ab 2023 auf das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat verzichten. Zudem wehren sich die Landwirte gegen ihr vermeintlich negatives Image als "Umweltverschmutzer" oder "Tierschänder", wie das Netzwerk "Land schafft Verbindung" mitteilte.

 Fotos: WSTTV

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