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Bistum untersucht Missbrauchsvorwürfe gegen Pfarrer

Bischof Dr. Stephan Ackermann hat gegen einen Pfarrer im Ruhestand ein kirchliches Voruntersuchungsverfahren gemäß den seit 2013 geltenden Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz eingeleitet. Der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs bezieht sich auf einen Vorfall Ende der 1990er Jahre.
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Foto: Archiv/FF

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"Wie am Medien am 21. Mai berichteten, können wir bestätigen, dass es in der Vergangenheit drei staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes des sexuellen Missbrauchs gegen den Pfarrer gegeben hat: 2006, 2013 und 2016. Die Verfahren aus den Jahren 2013 und 2016 wurden jeweils wegen mangelnden Tatnachweises eingestellt. Das Bistum hat sich in besagten Fällen in enger Abstimmung mit den Ermittlungsbehörden befunden. Mit der Einstellung der staatlichen Verfahren sind diese Vorwürfe auch für das Bistum abgeschlossen. Insofern weisen wir den in den Medien entstandenen Eindruck zurück, dass es hier noch verbleibende Vorwürfe gibt, gegen die das Bistum vorzugehen hätte", schreibt das Bistum Trier in einer Pressemitteilung.  Laut Bistum habe es im Zusammenhang mit den in den Medienberichten beschriebenen Urlaubsfahrten des Pfarrers mit Jugendlichen von deren Seite oder ihren Familien beim Bistum keine Beschwerden über Unregelmäßigkeiten oder gar Missbrauchsvorwürfe gegeben. Diese Praxis habe bei vielen, insbesondere auch in den damals verantwortlichen Gremien, als Teil der Jugendarbeit in hohem Ansehen gestanden. Dennoch hat das Bistum laut eigenen Angaben, nachdem es im Jahr 2014 Kenntnis von dieser Praxis erhalten hat, diese dem Pfarrer unverzüglich entsprechend den geltenden Präventionsrichtlinien untersagt. Da sich der Pfarrer offenbar nicht exakt an diese Anweisung gehalten hat, wurde er im April 2015von seinem Amt des Kooperators beurlaubt.  "Zu den Vorwürfen aus dem Jahr 2006 liegt dem Bistum bis heute keine Meldung eines mutmaßlichen Opfers vor. Auf das damalige Verfahren wurden die heute Verantwortlichen im Bistum erst im Zusammenhang mit den jüngeren Verfahren aufmerksam. Wie inzwischen üblich und in den geltenden Leitlinien von 2013 vorgesehen, wurden auch diese Akten aus dem Jahr 2006 von der Staatsanwaltschaft angefordert. Sie liegen dem Bistum seit dem 6. Mai 2016 vor. Daraus ergibt sich ein hinreichender Anfangsverdacht für Taten gegen eine geschädigte minderjährige Person Ende der 90er-Jahre, die nach kirchlichem Recht auch heute noch nicht verjährt wären. Nach Sichtung der Akten wurden daher am 17. Mai 2016 das kirchliche Voruntersuchungsverfahren eröffnet und die oben genannten präventiven Maßnahmen ergriffen. Am 20. Mai wurden die Gremien der betroffenen Pfarreien informiert", so das Bistum. Zum Zeitpunkt der Anzeige bei den staatlichen Stellen im Jahr 2006 waren die Taten nach staatlichem Recht bereits verjährt. Daher wurde das Verfahren eingestellt. Hierüber wurde das Bistum seinerzeit ohne weitere Hintergründe informiert. Weitergehende eigenständige Untersuchungen von kirchlicher Seite wurden zum damaligen Zeitpunkt nicht veranlasst. Hier hat man sicher aus den Erfahrungen gelernt. Bis zum Abschluss der Untersuchung ist es dem Priester untersagt, öffentlich Gottesdienst zu feiern. Ebenso wurde ihm der Kontakt mit Kindern und Jugendlichen untersagt. Die ehren- und hauptamtlich Tätigen der betroffenen Pfarreiengemeinschaften sind über den Vorwurf informiert worden, sie können bei Bedarf Unterstützungsangebote des Bistums in Anspruch nehmen.  Bis zum Abschluss des Verfahrens gilt auch hier die Unschuldsvermutung. Das Verbot der öffentlichen Zelebration und das Umgangsverbot mit Kindern und Jugendlichen stellen präventive Maßnahmen im Sinne der Leitlinien von 2013 dar. Der in den Medien mehrfach verwendete Begriff Suspendierung ist laut Bistum unzutreffend.