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Brot aus Reinsfeld ist jetzt Weltkulturerbe

Bäckermeister Tobias Ehses setzt beim Backen auf Langsamkeit, regionale Zutaten und alte Getreidearten. Das Heubrot von ihm wurde ins Weltkulturerbe "Deutsches Brotregister" aufgenommen.
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Ab und zu hat Tobias Ehses eine kreative Phase, wie er sagt. "Dann muss ich ein neues Brot entwickeln." Der 40-jährige Bäckermeister aus Reinsfeld führt die 1925 gegründete Bäckerei Süss unter dem Namen Backstuff in vierter Generation fort. Die Bäckerwurzeln in der Familie gehen bis ins Jahr 1820 zurück.

Regionale Urgetreidesorten und Tee aus Heu

Es ist rund fünf Jahre her, da war er im Urlaub in Südtirol. In einem Restaurant aß er ein Stück Fleisch, dass in einem Heubett gegart war. "Ich dachte mir, dass müsste doch auch mit Brot funktionieren." Er suchte lange, bis er ein Heu fand, das der gewünschten Qualität entsprach. Schließlich fand er es bei einem Anbieter in Zell. "Sie haben alte Kräutersorten und Wiesengräser und verlesen diese per Hand." Damit macht Ehses einen Tee, den er dem Teig beimischt. Für diesen nimmt er regionale Urgetreidesorten. Eine Nacht ruht der Teig im Heubett und erst am dritten Tag wird er sanft mit dem Heu abgebacken. Das Brot ist sehr aromatisch. "Viele sind so ein starkes Aroma gar nicht gewohnt. Am besten isst man es langsam und nur mit Butter darauf", so der Bäcker. 

Große Nachfrage

Seit rund einem Jahr backt Ehses das Heubrot nun und die Nachfrage ist groß. Er backt nur einmal im Monat 30, 40 Brote. Er braucht dafür spezielle Backformen und die sind begrenzt. "Es kann passieren, dass die Brote ausverkauft sind, noch bevor ich sie backe." Das Deutsche Institut für Qualitätssicherung von Backwaren hat das Heubrot von Tobias Ehses mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Zudem wurde es ins Weltkulturerbe "Deutsches Brotregister" aufgenommen und von der Saar-Hunsrück-Marke "Ebbes von Hei" zertifiziert.  RED