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Corona: Für Hebammen ist alles anders

Für Schwangere und Hebammen ist seit März vieles anders. Vorsichtsmaßnamen zum Schutz vor einer Corona-Infektion stellen sie vor besondere Herausforderungen.
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Zur Nachsorge können Hebammen momentan in der Regel nur noch möglichst kurz bei Mutter und Kind zuhause vorbeischauen. Foto: Imago / photothek

Zur Nachsorge können Hebammen momentan in der Regel nur noch möglichst kurz bei Mutter und Kind zuhause vorbeischauen. Foto: Imago / photothek

Die Corona-Pandemie hat den Alltag werdender Mütter, Entbindender und Wöchnerinnen gravierend verändert. Vieles ist auf das absolut Notwendige reduziert. Für Infoabende und Beratungsrunden gilt das ebenso wie für Vier-Augen-Gespräche. Werdende Väter sind zwar noch im Kreißsaal willkommen, können aber nicht mehr wie noch bis Anfang März in Patientenzimmern übernachten. Und Besuche im Stationszimmer sind streng reglementiert (Info). Frauen würden nun öfter als bisher ambulant entbinden oder nach stationären Entbindungen die Klinik früher verlassen, berichtet Melanie Germeshausen. Für die Kreisvorsitzende der Hebammen der Stadt Trier und der Kreise Trier-Saarburg und Bitburg-Prüm erklärt sich das nicht nur mit Sicherheitsüberlegungen, sondern auch damit, dass Entbindende ihre Familienangehörigen vermissten.

Schutzvorkehrungen für erkrankte Schwangere

Unverändert auch in Zeiten von Corona ist hingegen der Rund-um-die-Uhr-Einsatz von Hebammen- und Geburtshilfe-Teams, Ärzten und Pflegekräften. So etwa in der Geburtshilfe des Trierer Klinikums Mutterhaus Mitte, in das Anfang April auch die Mitarbeiter der Ehranger Geburtshilfe umzogen. Die gezielte Leitung der Patientenströmen soll einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 entgegenwirken. Entbindende und Wöchnerinnen, die daran erkrankt sind, können auf besondere Schutzvorkehrungen vertrauen. Ein Beispiel: Mutter und Kind werden zwar im gleichen Zimmer gemeinsam isoliert, aber in möglichst anderthalb Meter voneinander entfernten Betten. Bei näheren persönlichen Kontakten sind Mütter angehalten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und ihre Hände immer wieder zu desinfizieren.

Hebammen-Betreuung weiterhin gewährleistet

Grundlage sind die jeweils aktuellsten Empfehlungen zum Schutz vor der Pandemie, woran sich auch die die Frauen unterstützenden Hebammen orientieren. Das mit dem Mindestabstand funktioniere zwar nicht bei Geburten, sagt Germeshausen. Doch bei allen anderen Hilfen und Angeboten schützten sie sich selbst und die Frauen entsprechend dieser Vorgaben. So werden Gespräche wie zur Geburtsvorbereitung seit Wochen möglichst nur noch telefonisch, per Video und in "Online-Meeting-Rooms" geführt. Bedauerlich für Wöchnerinnen ist, dass Hebammen in der Regel nur noch kurz bei Mutter und Kind zuhause vorbeischauen. Wichtig sei aber, dass ihre Betreuung weiterhin gewährleistet sei, betont Germeshausen. Möglich machen das auch freiberuflich tätige Hebammen wie Ute Krause aus Thalfang. Von ihr und ihren Kolleginnen angebotene Schwangeren-Vorsorge, Wochenbett-Besuche und Kurse für Schwangere und Frauen nach der Geburt fallen wegen der Corona-Pandemie nun zwar generell aus. Doch Hausbesuche bei Wöchnerinnen übernehmen die Hebammen nach wie vor – nur eben möglichst kurze.

Extra

Was darf man noch, was geht nicht?
  • Entbindende in Kreißsäle begleiten darf derzeit nur je eine von der Schwangeren zuvor autorisierte Person. Diese muss symptomfrei sein und darf keinen Kontakt mit einem COVID-19-Erkrankten gehabt haben. 
  • Abgestimmt mit dem Personal sind dieser Person auch kurze Besuche im Stationszimmer erlaubt. Weitere Angehörige, Geschwisterkinder oder Freunde müssen zuhause bleiben. 
  • Für selbst mit dem Virus infizierte Entbindende gibt es spezielle Schutzregeln. Vorerst ausgesetzt sind Angebote wie Beratungen und Infoabende in Kliniken sowie Hebammen-Sprechstunden. Sie werden nun telefonisch oder digital angeboten. 
  • Und für Termine wie zur Nachsorge gilt vorerst: ohne Begleitperson!
Hier gibt es Informationen und Hilfe
  • Der Deutsche Hebammenverband (www.hebammenverband.de) aktualisiert laufend Pandemie-Empfehlungen. 
  • Ebenso helfen: www.hebammenzentrale-trier.de (zuständig für Stadt und Kreis Trier-Saarburg), www.hebammen-rlp.de, Trierer Mutterhaus der Borromäerinnen (www.mutterhaus.de), Verbundkrankenhaus Bernkastel/Wittlich der Cusanus Trägergesellschaft Trier (www.verbund-krankenhaus.de/medizin-pflege/geburtshilfe). 
  • Schwangere in der Region entbinden im Trierer Mutterhaus sowie in Kliniken in Wittlich, Merzig, wo es auch noch ein Geburtshaus gibt, St. Wendel, Idar-Oberstein und Bitburg. Hebammen-Kontakte: "Akutsuche" (www.ammely.de), Kreis- und Verbandsgemeinden, www.gkv-spitzenverband.de/service/versicherten_service/hebammenliste/hebammenliste.jsp.