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Der Fall Tanja Gräff wird eingestellt

Am Mittwoch, 28. Juni, teilte die Staatsanwaltschaft Trier mit, dass die Ermittlungen im Fall von Tanja Gräff am 22. Juni 2017 endgültig eingestellt wurden.
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Leitender Oberstaatsanwalt Peter Fritzen, Staatsanwalt Dr. Eric Samel, Christian Soulier (Kripo), Polizeidirektor Franz-Dieter Ankner und die Leiterin der Kriminaldirektion Trier, Brigitte Nilges. Dahinter die Akten, die sich mit dem Fall beschäftigen. Foto: JU

Leitender Oberstaatsanwalt Peter Fritzen, Staatsanwalt Dr. Eric Samel, Christian Soulier (Kripo), Polizeidirektor Franz-Dieter Ankner und die Leiterin der Kriminaldirektion Trier, Brigitte Nilges. Dahinter die Akten, die sich mit dem Fall beschäftigen. Foto: JU

„Die Ermittlungen haben keine belastbaren Hinweise dafür erbracht, dass Tanja Gräff einer Straftat zum Opfer gefallen ist“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen. Acht Jahre lang vermisst Die junge Studentin galt seit dem 7 Juni 2007 als vermisst. Am Vorabend war sie zusammen mit Freunden auf einer Feier der Fachhochschule Trier gewesen. Auf dem Fest verlor sich die Gruppe jedoch aus den Augen. Gegen 3 Uhr morgens wurde Tanja mit einer unbekannten Person gesehen, die einen Bekannten von Tanja mit den Worten „Lass Tanja in Ruhe“ anpöbelte. Danach wurde Tanja gegen 4 Uhr auf den Parkplatz der Fachhochschule von mehreren Personen gesehen, wie sie mit einem weiteren Bekannten telefonierte. Mit diesem verabredete sie sich zu einem Treffen auf dem Nikolaus-Koch-Platz in der Innenstadt von Trier. Anschließend machte sie sich auf den Weg und wurde seitdem nicht mehr gesehen.

Trotz Großfahndung keine Erfolge

Da ein Gewaltverbrechen nicht ausgeschlossen werden konnte, begann die Polizei 2 Tage später mit der Suche. Zum Einsatz kamen unter anderem auch Spürhunde, Taucher und ein Sonderkommando, bestehend aus etwa 60 Personen. Trotz der Großfahndung und über 2000 Hinweisen konnte die junge Frau nicht gefunden werden.

Am 11. Mai 2015 wurden schließlich bei Rodungsarbeiten die sterblichen Überreste von Tanja am Fuße eines Steilhanges in Trier-Pallien gefunden. Obwohl die Kleidung weitestgehend verrottet war, war das Skelett noch fast völlig erhalten. Durch die Gegenstände, die bei den Knochen gefunden wurden und DNA-Untersuchungen, konnte die Identität festgestellt werden. Als wahrscheinlichste Todesursache gilt eine Arterienverletzung durch den Sturz aus etwa 50 Metern. Weitere Untersuchungen ergaben, dass an den Knochen keine Spuren aus Fremdeinwirkungen festzustellen sind auch auch ein Sexualdelikt unwahrscheinlich ist. Neben der Leiche wurden jedoch mehrere kleine Flaschen Alkohol gefunden, die Anlass zu der Annahme geben, dass Tanja stark alkoholisiert war und auf dem Wanderweg oberhalb des Felsens abrutschte. Andere Substanzen, wie KO-Tropfen, wurden nicht nachgewiesen.

Obwohl nicht alle Einzelheiten des Geschehens klar sind, sehen die Ermittler keine Ansatzpunkte für weitere Ermittlungen. Alle Hinweise auf ein mögliches Verbrechen verliefen ins Leere, sodass ein tragischer Unfall als wahrscheinlichste Ursache für den Tod der 21-Jährigen gilt.

Peter Fritzen stellte jedoch in Aussicht, dass der Fall jederzeit wieder geöffnet werden kann, wenn es neue Hinweise gibt.


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