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Der weiße Hirsch vom Tälchen macht jetzt Karriere

Ruhig war es geworden um den weißen Hirschen, der zu Jahresbeginn im Konzer Tälchen für einiges an Aufsehen und sogar bundesweite Schlagzeilen gesorgt hatte. Zweifel, ob das Damwild überhaupt noch lebt, hat Jupp Lenz nun beseitigt. Unweit des Falkensteiner Hofs bekam der Feyener das seltene Tier vor die Linse und fotografierte es
Bilder

Fast täglich pendelt Malermeister Jupp Lenz zwischen seinem Wohnort Trier-Feyen und seiner Betriebsstätte in Obermennig. Im Wald oberhalb des Falkensteiner Hofs an der Kreisstraße 135 hatte er den weißen Damhirschen vor gut einem Jahr bereits gesehen und geistesgegenwärtig fotografiert – über die sozialen Netzwerke nahm  das Thema einige Monate später deutlich an Fahrt auf, zumal  sich Tierschützer darüber aufregten, dass der Albino laut Bürgerlichem Gesetzbuch abgeschossen werden darf. Sogar bundesweit berichteten Online-Medien und Zeitungen, auch der SWR strahlte Sendungen dazu aus. "Der weiße Hirsch ist nach wie vor ein Gesprächsthema in unserer Bevölkerung", berichtet Tälchen-Ortsvorsteher Dieter Klever.

Mystische Dimension

Weiße Hirsche – das sind geradezu märchenhafte Wesen mit betörend blauen Augen, deren Ursprung geheimnisumwittert ist. In freier Wildbahn sind diese einzigartigen Tiere praktisch ausgestorben. Für Jäger haben sie eine mystisch-religiöse Dimension, verbunden mit allerhand Aberglauben.

Tier war ausgebrochen

Im Tälchen war das Damwild von einem inzwischen verstorbenen Privatmann zur Fleischproduktion gehalten worden. Irgendwann  brachen die Tiere mitsamt des seltenen, weißen Exemplars aus.
Laut Revierförster Martin Bee ist das keine Besonderheit: "Auch aus Könen und Wasserliesch sind mir Fälle von Damwild bekannt, die sich nun in der freien Natur aufhalten."  Bee bestätigt, dass auch der Albino weiter zum Abschuss frei gegeben ist, schiebt aber nach: "Die Jäger werden nach meiner Einschätzung einen Teufel tun, das zu machen." Hirsch ist Kalender-Motiv Viel zu beliebt und bekannt ist der weiße Hirsch nämlich inzwischen zwischen Niedermennig und Krettnach. Eine Fotomontage mit ihm hat es sogar schon auf den 2016er Tälchen-Jahreskalender gebracht. Der Erlös aus dem Verkaufspreis von zehn  Euro fließt einem guten Zweck zu. Der Kalender kann unter Telefon 06501/180943 bestellt werden.  "Auch im Oberemmeler Karneval soll der Hirsch  in der neuen Session vorkommen", weiß Ortsvorsteher Klever aus gewohnt zuverlässiger Quelle...
Hirsch als Wappentier? Und an den Stammtischen im Tälchen gibt es Überlegungen, wie man den außergewöhnlichen (tierischen) Einwohner darüber hinaus einbindet. "Einige hätten ihn schon gerne als Wappentier, andere würden gerne eine Gaststätte in 'Zum weißen Hirschen' umtaufen", berichtet Klever mit einem Augenzwinkern. Seine Empfehlung lautet: "Einfach mal einen Spaziergang rund um den Falkensteiner Hof machen. Die Chancen stehen aktuell gut, den weißen Hirschen dort einmal persönlich anzutreffen."

Name gesucht

Einen Namen hat der Albino bis jetzt aber noch nicht. Der WochenSpiegel fragt nun seine Leser: Wie soll der weiße Damhirsch heißen? Schreiben Sie uns mit einer kurzen Begründung ihren Vorschlag. Unter allen Einsendern verlosen wir drei Tälchen-Kalender.  Vorschläge an die E-Mail-Adresse
andreasarens@tw-verlag.deAA