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Deutsche Weinkönigin aus Mehring: Lena-Welle trägt das Dorf

Mehring war am Freitag Abend im Ausnahmezustand: An die 1.500 (!) Menschen hatten sich auf und rund um den Platz am Kulturzentrum versammelt, um die eine Woche zuvor in der Mainzer Rheingoldhalle zur 68. Deutschen Weinkönigin gekrönte Lena Endesfelder beim offiziellen Empgfang hoch leben zu lassen.
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„Was wir in den vergangenen 14 Tagen erlebt haben, ist einmalig, ist unbegreiflich“, rief der freudetrunkene Ortsbürgermeister Jürgen Kollmann der neuen, nationalen Weinhoheit zu. Weiter sagte er: „Die Lena-Welle trägt das ganze Dorf – und das hast Du zu verantworten.“ Mit drei Busladungen voller Fans hatten die Mehringer „ihre“ Lena beim Finale in Mainz unterstützt. „Du hast mit Fachwissen, Deinem sicheren Auftreten, Deiner Persönlichkeit und Deiner Natürlichkeit überzeugt. Jetzt wünschen wir Dir ein Jahr, das Du nicht vergessen wirst“, unterstrich Kollmann – und zeigte sich froh darüber, dass seine aktuell berühmteste Bürgern zugesagt hat, im kommenden Jahr die Weinprobe beim Winzerfest zu moderieren.

Auch die Kanzlerin gratuliert

Glückwünsche richtete Kollmann von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Ministerpräsidentin Malu Dreyer aus. Vor Ort gratulierten  Christiane Horsch, als Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Schweich zugleich Co-Gastgeberin, SPD-Generalsekretärin Katarina Barley, die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner – selbst frühere Deutsche Weinkönigin – der Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz, sein Bernkastel-Wittlicher Amtskollege Gregor Eibes und Gerd Knebel, Geschäftsführer des Weinbauverbandes Mosel.  Nicht zu vergessen die aktuellen und früheren Weinhoheiten aus der Region. Von den Kolleginnen der Römischen Weinstraße bekam Lena etwas geschenkt, was sie angesichts von 300 Terminen im In- und Ausland und einem Winzerbetrieb, den sie gemeinsam mit ihrer Mutter Cordula  und Schwester Sarah unterhält, gut gebrauchen kann: Zeit und die Bereitschaft, einzuspringen, wenn es Engpässe gibt. „Ihr habt es geschafft, mich zwei Mal innerhalb einer Woche sprachlos zu machen“, rief Lena Endesfelder den Mehringern zu. Genauso wie in Mainz war sie auch diesmal begeistert von der großen Unterstützung, die ihr widerfuhr.

Zum dritten Mal Weinkönigin aus Mehring

Überhaupt der Zusammenhalt in Mehring, das nun schon zum dritten Mal nach 1956 und ´87 eine Deutsche Weinkönigin stellt: Im Jahre 2011 habe ihr die Dorfgemeinschaft nach dem Tode ihres Vaters (starb bei Arbeiten im Weinberg) beim Trauern geholfen – und tue dies nun beim Feiern. Während dem Wahlprozedere, das auch im SWR-Fernsehen  zu sehen war, sei sie „in eine andere Welt eingetaucht – mit Maskenbildnerin und so“, verriet Lena. Überrascht war sie, als sie beim Shoppen in Mainz bereits erkannt worden sei. Personenkult ist der 23-Jährigen aber fern. Ihr geht es um die Sache, für die sie eintritt – nämlich den Wein. Was den Rebensaft von der Mosel angeht, will sie weiter an einem Stil- und Sinneswandel mitarbeiten („Weg vom Rustikalen und Süßen, hin zu einem starken und modernen Wein.“). Beim rund eineinhalbstündigen Empfang am Freitag Abend waren die Winzertanzgruppe, aus deren Reihen Jahr für Jahr die Mehringer Ortsweinkönigin kommt, die Winzerkapelle, der Männer- und der Kirchenchor sowie Vanessa Willger mit gekonnten Einlagen aktiv. AA


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