»Die Arbeit im Tierheim ist hochemotional«

Trier. Seit etwas mehr als einem Jahr leitet Heike Weber das Trierer Tierheim. Eigentlich kommt sie aus dem Marketing, doch der Tierschutz hat sie nie losgelassen. Sie sagt: »Die Arbeit im Tierheim ist nichts für sensible Gemüter.«

»Alles, was ich gemacht habe, hat mich dahin geführt, wo ich jetzt bin, und ich glaube fest daran, dass ich genau dort sein soll.« Heike Weber hat ihren Traumjob gefunden. Im Tierheim mit Tieren und für Tiere zu arbeiten ist für die gebürtige Saarländerin mehr als nur ein Beruf. »Seit ich denken kann, liebe ich Tiere. Mich hat man am glücklichsten gemacht, wenn man mich in eine Welpenkiste gesetzt hat oder wenn möglichst viele Hunde um mich herum waren. Oder auch Katzen oder Kaninchen. Welche Tiere, das war mir völlig egal. Ich habe meinen Eltern gesagt, dass ich nicht nur einen Hund haben möchte, sondern viele. Ich wollte einen ganzen Stall voll Tiere«, erzählt die heute 48-Jährige lachend.

Seit August letzten Jahres ist sie Leiterin des Trierer Tierheims. Der Schutz der Tiere liegt ihr besonders am Herzen. Sie selbst macht keinen Unterschied zwischen Haus- und Nutztieren. Ein spezielles Lieblingstier hat sie dabei nicht. »Jedes Tier hat seinen ganz besonderen Reiz. Mit Hunden verbindet einen deswegen so viel, weil sie auch am Sozialleben teilnehmen. Meine Hunde sind eigentlich 24 Stunden um mich herum. Die kennen jede meiner Regungen lange bevor ich sie kenne, wahrscheinlich ist deswegen die Verbindung zu den Hunden am stärksten«, glaubt Weber.

»Aber die Arbeit im Tierheim ist eine hochemotionale Sache. Man muss belastbar sein. Und man kann nicht allen Tieren helfen. Es ist nichts für sensible Gemüter«, sagt Weber, die so manche Herausforderung in ihrem Beruf meistern muss. Das Herzblut für die Tiere sei ihre größte Stärke und größte Schwäche zugleich. Es könne eine große Stärke sein, wenn man für Tiere kämpfen muss, aber auch eine Schwäche, weil es bis zu einem gewissen Grad verletzlich mache, wenn man so emotional bei der Sache sei, so Weber. »Tierschutz mache ich mein Leben lang. Ich habe immer irgendwelche Tiere zum Aufziehen zu Hause gehabt«, erzählt sie.

Vom Marketing zum Tierschutz

Zunächst waren Tiere jedoch nicht mehr als ein Hobby. Heike Weber zog es nach Nürnberg, wo sie lange Zeit im betriebswirtschaftlichen Bereich tätig war und als Projektmanagerin in Werbeagenturen arbeitete. Durch das Marketing bekam sie auch einen Einblick in Non-Profit Organisationen, die sich mit dem Thema Tierschutz auseinandersetzen. Dann kam das Angebot die Leitung des Nürnberger Tierheims zu übernehmen, wo sie endlich ihre Berufung zum Beruf machen konnte.

Bevor sie nach Trier kam, engagierte sie sich auch in der Kinderhilfe. »Es war eine tolle und erfüllende Arbeit, aber ich habe gemerkt, dass mir der Tierschutz fehlt«, sagt Weber. »Dann habe ich die Stellenanzeige für die Leitung des Trierer Tierheims gesehen und es ging alles ganz schnell. Dass Trier in der Nähe meiner alten Heimat ist, war noch das I-Tüpfelchen. Das hat die Entscheidung noch ein bisschen leichter gemacht.«

Die Leiterin möchte die Möglichkeit nutzen, neue Strukturen zu schaffen und das Trierer Tierheim in eine gute Zukunft führen. Aber auch in ihrer Freizeit sind die Tiere immer präsent. Heute besitzt Weber privat vier Hunde und vier Katzen. Entspannung findet sie beim Spazierengehen und Wandern in der Natur mit ihren Hunden. Auch in den Urlaub begleiten sie die Vierbeiner. »Ich fahre gern in den Urlaub. Oft in den bayerischen Wald, nach Holland oder an Nord- und Ostsee.« Ein Traum wäre für sie eine Irlandreise. Aber das sei, so Weber, mit mehreren Hunden im Schlepptau, schwierig zu bewerkstelligen.

Für die Zukunft wünscht sie sich, dass jeder sich im Bezug auf Menschen, Tiere und Umwelt seiner Eigenverantwortung bewusst ist. »Wenn jeder darauf achtet, was er tun und auch lassen könnte, könnte man die Welt für alle Lebewesen zu einem besseren Ort machen.« (mw)

Das Trierer Tierheim unterstützen:

  • Das Trierer Tierheim finanziert seine Arbeit zum großen Teil aus Spendengeldern. Wer unterstützen möchte, kann dies unter IBAN DE91 5855 0130 0000 1552 00 tun.
  • Am Samstag, 27. November, findet auf dem Gelände des Tierheims, Heidenberg 1, Trier-Zewen, von 12 bis 18 Uhr ein Adventsbasar statt. Diese Veranstaltung wird unter den geltenden Corona-Regeln durchgeführt
  • Die Lichtwanderung am 18. Dezember fällt aus organisatorischen Gründen aus.

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