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Die Wölfe hatten es satt

Die Rostocker "Seewölfe" fraßen erstmals Gladiatoren: Triers Basketball-Profis unterlagen dem einzigen Mecklenburg-Vorpommern-Vertreter in der ProA mit 68:73.
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Von Bernd Schneider   Die zuvor nur daheim gegen Nürnberg und Quakenbrück siegreichen Wölfe hatten es also quasi satt, von den Gladiatoren verprügelt zu werden. Im Ernst: Das unweit der Ostsee beheimatete Team erreichte sein Ziel, die Trierer unter 70 Korbpunkten zu halten. "Und das bei ihrem bisherigen Durchschnitt von 83", glaubte Sieger-Trainer Milan Skobalj die Hauptursache des Erfolgs zu kennen. Bei Heimspielen lautete dieser Saison-Mittelwert sogar 85,5. Doch nun ist er auf 82,0 gesunken.  Wegen der kleinsten Korbpunktezahl der Moselaner seit der 64:91-Niederlage am 12. April  in Nürnberg, wo die Trierer auch am mittleren November-Samstag spielen. Das weit größere Übel ist, dass nun schon drei Heimniederlagen zu Buche stehen, obwohl das letzte Drittel der Hinrunde noch nicht erreicht ist. Allerdings erlitten die Gladiators allein im November 2018 drei Heimniederlagen (59:67 gegen Heidelberg,  77:86 gegen Nürnberg,  79:87 gegen Paderborn). Ein dermaßen "gebrauchter" Monat ist erst im Dezember 2019 wieder theoretisch möglich, denn vorher gastieren nur noch die Leverkusener Giants in der Trierer Arena. Aber derlei soll sich natürlich überhaupt nicht  wiederholen. Aktuell hat die Trierer Arena mit ihrer besonders effektiven Atmosphäre etwas von ihrem Schrecken eingebüßt.              Gladiators-Coach Christian Held fand, dass man in den ersten 37 der 40 Nettominuten gut gespielt und daher unnötig verloren habe.  Was in den letzten 200 Sekunden folgte, sei nicht geeignet gewesen, die Partie zu gewinnen. Gegen eine Mannschaft übrigens, von deren Playoff-Qualifikation Held ausgeht.                 Eine Rolle gespielt hat sicherlich auch, dass Jordan Geist erstmals keinen guten Tag hatte (er traf erstmals einstellig) und gegen den gefürchteten Till Gloger defensiv gut gearbeitet wurde. Wegen eines Glückswurfs in letzter Sekunde entschieden die Gladiators erstmals in dieser Saison mit Heimvorteil das erste Viertel für sich. Bedenklich ist natürlich,  dass eine 63:56-Führung nicht als Siegbasis reichte.                                Nicht an ihre übliche Qualität heran reichte die unbestritten beste deutsche Schiedsrichterin, Anne Panther.                 

Statistik des Tages 

  • Personalien:  "Luxair" Thomas Grün (Oberschenkelverletzung) fehlte zum zweitenmal in Folge, Jermaine Bucknor nicht. Ungewöhnlich: Die Gäste waren tageskadermäßig in der Überzahl (12:11).           
  •  Die Zuschauerzahl  1913 war die erste der Saison unter 2000 und hat den              Durchschnitt auf 2173 gesenkt. Vor einem Jahr, als ebenfalls das fünfte Heimspiel der Saison eingerechnet war,  lag der Average bei 2966.                             
  • Die Viertel-Separation vom 9. November (29. Geburtstag von Spieler Kilian Dietz):  25:23,  15:14,  13:15,  15:21.                               
  • Detaillierte Gegenüberstellung Trier-Rostock:  Dreier 7:8,  (Erfolgsquoten 25:29 Prozent),  Freiwurf-Treffer 15:11,  Freiwurf-Flops 7:5,  Rebounds 45:30.                       
  • Die größten fünf Einsatzzeiten auf Gladiators-Seite (Sekunden):  Dranginis 1331,  Geist 1289,  Bucknor 1252,  Gloger 1242,  R.Hennen 1157.                                
  • Die größte Punktezahl eines Gladiators in einem Viertel:  9 von Kapitän Simon Schmitz  (im ersten Viertel).                                   
  • Till Gloger war mit seinen insgesamt 17 Zählern zum fünftenmal in Folge Topscorer des Teams. 
  • Die Bilanz aus sämtlichen Begnungen TR-HRO und umgekehrt lautet nunmehr 2:1,  in Trier 1:1.                
  • Die erfolgreichsten fünf Gladiators-Korbschützen nach neun Saisonspielen:   Gloger 170,  Geist 157,  Bucknor 94,  Dranginis 69,  Schmitz 58.