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Ein einzigartiger Schatz

"Das stille Tal der Kyll" inspiriert seit Generationen Autoren, Dichter, Maler, Musiker, Fotografen. Joseph Groben hat dazu jetzt einen opulenten Sammelband herausgegeben.
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Es ist ein außergewöhnliches Buch und zugleich ein unschätzbares Nachschlagewerk. Entscheidend dafür sind persönliche Eindrücke, Erlebnisse und Emotionen vieler verschiedener Menschen. Über Jahrhunderte dokumentierten Autoren, Maler, Fotografen und Musikern ihre Liebe zu der Region. "Das stille Tal der Kyll – Ein historisch-kulturelles Kaleidoskop" würdigt das nun in einer einzigartigen Sammlung. Das Buch ist prall gefüllt. Lebendig machen es an die 40 "historisch-kulturelle Artikel" über Orte des Tals mit seinen Burgen, Mühlen und Kapellen, literarische Texte von mehr als 40 Autoren, rund 30 Gemälde und Zeichnungen und 23 musikalische Werke. Das Werk vereint wahre Schätze des Kylltals und zugleich Geschichte und Dichtung, Malerei und Musik. Informativ und spannend zugleich führt es von den Quellen der Kyll an der belgischen Grenze bis zu deren Ehranger Moselmündung.

Verliebt ins Kylltal

Zu danken ist dieses Kleinod Joseph Groben, Autor und Herausgeber des Buches. Der Literatur-Professor verliebte sich vor Jahren in das Kylltal. Die Idee, es mit einem literarischen Werk wie dem nun erschienenen Sammelband zu würdigen, beschäftigte ihn seit 1993. Damals befasste er sich für eine Kulturveranstaltungsreihe intensiv mit dem Herzogtum Luxemburg, das nicht nur berühmte Söhne wie im 14. Jahrhundert Fürstbischof Balduin und Kaiser Heinrich VII hervorbrachte. Zur Blütezeit war es auch viermal so groß wie heute und umfasste Regionen in Belgien, Frankreich und Teile der Eifel. Grobens Recherchen für die Reihe Connaissance (Wissen) des Luxemburger Kammerorchesters Les musiciens mündeten in zahlreichen Artikeln. Dass Leser die in mehreren Zeitungen veröffentlichten Texte eifrig sammelten, bestärkte ihn in der Buch-Idee. Zumal die Reihe mit in drei Jahrzehnten mehr als 150 Veranstaltungen – Ausflugs- und Besichtigungsfahrten, Vorträgen und Konzerten – das Kylltal zusehends in den Blick rückte. Und das auch für Naturbegeisterte.

"Der schönste Ort in der ganzen Eifel"

Immer öfter wanderte Groben durch teils unberührt wirkende Landstriche, die ihn bis heute in Bann ziehen. Es vergehe kein Monat, in dem er nicht in dieses Tal fahre, versichert er, Landschaft, Kultur und Menschen verbunden zu bleiben. Orte, die ihn besonders beeindrucken, sind Kronenburg, das Kloster St. Thomas und der Kyllburger Stiftsberg - für ihn "der schönste Ort in der ganzen Eifel". Er schätzt "diese Ruhe" auf Burg Ramstein und die Schlösser von Malberg, wo vor Jahren ein Konzert Flüsse wie Themse, Mosel – und Kyll – zusammenführte. Auch seine Kulturschätze bewahre das Tal, nennt er das regelmäßig erklingende Salve Regina oder das Hillesheimer Adventslied. Beide finden sich in dem Buch, in dem Groben zu allen Beiträgen eine Geschichte erzählen kann.

Über Autor und Werk

Joseph Groben (83) studierte Germanistik, Romanistik und Slawistik an der Pariser Sorbonne, in Moskau und Wien. Er lebt in Ehnen, Luxemburg, wo er bis 1999 unter anderem an der Universität Sprachen und Literatur lehrte. Neben historisch-kulturellen Artikeln und Büchern erschienen im Trierer Verlag Michael Weyand von ihm: Mosella, Mosella des Ausonius, Chronik Ehnen, Das Moseltal.

"Das stille Tal der Kyll" umfasst 352 Seiten mit vielen farbigen Abbildungen – darunter das Titel-Gemälde, ein Werk von Fritz von Wille. Zufällig entdeckt, kehrte es dank eines Privatsammlers in die Eifel zurück. Das Hardcover-Buch mit Schutzumschlag enthält zudem die CD "Musik im Kylltal" mit 23 Live-Aufnahmen. Sie wurden im Kylltal komponiert, dort aufgeführt oder - wie "Die plätschernde Kyll" von Thomas T. Weber - eigens für das Buch komponiert. Texte und Noten finden sich ebenfalls im Buch im breiteren A4-Format, 24 mal 28 Zentimeter, ISBN 978-3-942 429-99-3. Es kostet 49,95 Euro. URS


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