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Eine Nanny für die Nacht

Modell der "Night Nanny" in Deutschland kaum bekannt

Trier. Einfach mal durchschlafen und erholt in den Tag starten: Das ist für viele Eltern ein Wunschtraum. Abhilfe könnte hier eine Night Nanny schaffen - eine Kinderbetreuung für die Nacht.

Das Betreuungsmodell der Night Nanny ist  in Deutschland bisher kaum bekannt, in den USA ist es auf dem Vormarsch – und auch in Großbritannien gibt es bereits Agenturen, die sich auf die Vermittlung von Night Nannies spezialisiert haben.

Was ist eine Night Nanny?

Während Babysitter, Leih-Omas oder Nannies meistens tagsüber Kinder betreuen, ist es Aufgabe einer Night (= dt. Nacht) Nanny, sich nachts um die Kinder zu kümmern. Das bedeutet, sie kommt am Abend und geht am Morgen. Die Anforderungen sind dabei je nach Alter der Kinder unterschiedlich. Die engere Definition der Night Nanny beschreibt eine Expertin für Säuglinge, die nach der Geburt bei der nächtlichen Versorgung hilft. Die weitergefasste Definition umfasst die nächtliche Kinderbetreuung generell. Elisabeth Mach, die ihre Unterstützung als Night Nanny und Tagesmutter auf dem Onlineportal "Betreut.de" anbietet, kennt beide Situationen und weiß, dass die Aufgaben ganz unterschiedlich sind: "Bei einem Säugling kümmert man sich als Night Nanny um die Grundbedürfnisse wie Füttern, Wickeln oder im Arm wiegen. Bei älteren Kindern geht es eher darum, sie ins Bett zu bringen, sich um Frühstück und Pausenbrote zu kümmern und sie für die Schule fertig zu machen."

Für wen ist der Service sinnvoll?

Elternzeit in den USA ist erheblich kürzer als in Deutschland, weshalb das Thema der Säuglingsbetreuung dort einen hohen Stellenwert hat. Wie eine Umfrage von Betreut.de herausgefunden hat, nehmen die befragten Mütter in den USA durchschnittlich 17 Wochen Elternzeit, unter den Vätern waren es durchschnittlich acht Wochen. Im Vergleich dazu haben die Mütter in Deutschland durchschnittlich 63 Wochen, die Väter 15 Wochen Elternzeit. Auch in Deutschland kann Unterstützung bei der Säuglingsbetreuung einen sinnvollen Schritt darstellen, sei es zum Beispiel weil man als Eltern mehreren zu betreuenden Kindern am Tag gerecht werden möchte, aufgrund eines frühzeitigen Wiedereinstiegs in den Beruf oder postnataler Depression. "Ich denke, eine Night Nanny bedeutet gerade für frischgebackene Eltern eine enorme Entlastung. Sie können mal wieder durchschlafen und so zu neuer Kraft kommen", erklärt Elisabeth Mach.

Die nächtliche Betreuungsunterstützung kann aber auch für Eltern älterer Kinder eine Entlastung darstellen. "Eltern können weiterhin in vollem Umfang ihren beruflichen Aktivitäten nachgehen und auch einmal über Nacht nicht bei ihrem Kind sein. Gerade für Schichtarbeitende, Pendler oder Mütter und Väter in Rufbereitschaft ist das ein großer Vorteil", so die Expertin. Elisabeth sieht dabei auch noch einen anderen Vorteil: "Für viele Eltern wäre es ein guter Ansatzpunkt, um wieder Zeit für die Familie oder Zeit zu zweit zu haben. Denn mit einer Night Nanny können die Eltern auch mal beide zeitgleich im Dienst sein – und haben demzufolge auch öfter gleichzeitig frei."

Was gibt es zu beachten?

Die wichtigsten Elemente im Verhältnis von Familie und Night Nanny sind Vertrauen und Erfahrung. Natürlich spielt auch die Bezahlung eine Rolle. Da das Betreuungsmodell in Deutschland noch kaum genutzt wird, lassen sich als grobes Vorbild die USA und Großbritannien zugrunde legen. Prinzipiell gilt, wer besser qualifiziert ist, verdient auch mehr. Daneben spielt auch der Aufwand eine Rolle.

RED/SP

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