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Eintracht: Erster Dreier nach Gewitter-Marathon

Trier. Eintracht Trier hat unter erneut kuriosen Umständen den ersten Dreier der neuen Saison einfahren können. Das Heimspiel gegen den FV 07 Diefflen konnten die Blau-Schwarz-Weißen trotz einer mehr als halbstündigen witterungsbedingten Unterbrechung kurz vor dem Ende mit 1:0 für sich entscheiden. Den Treffer des Tages erzielte Jan Brandscheid.

Mit unveränderter Startaufstellung im Vergleich zum hitzigen 2:2-Auswärtsremis in Ludwigshafen am vergangenen Samstag schickte Daniel Paulus die Blau-Schwarz-Weißen auf das Feld des Moselstadions. Eine nachvollziehbare wie logische Entscheidung, war doch in erster Linie nicht das spielerische Element ausschlaggebend für den unter dem Strich nicht zufriedenstellenden Punkt beim Aufsteiger, sondern allen voran die mangelnde Chancenverwertung – ein Element, welches sich also verbessern sollte.

Endlosschleife verpasster Gelegenheiten

Doch es sollte zunächst weitergehen, wie es zuletzt endete: Konter über Josef Cinar, Brandscheid spitzelt den Ball schön auf Tim Garnier weiter, der den in den Raum startenden Kahyaoglu erblickt – doch sein Alleingang endet am gut postierten Enver Marina im Tor der Gäste (6.) – und als nur eine Minute später Josef Cinar mit einer Direktabnahme nur knapp das Gehäuse des FV 07 Diefflen verfehlte, schien die Endlosschleife der verpassten Gelegenheiten aus aussichtsreichen Positionen zum Leidwesen der Anhänger weiterzugehen. Doch auch diesmal galt wieder: Die Ansätze nach vorne, sie stimmten – und einmal mehr gelang es der Eintracht, den Gegner zunächst mit Defensivarbeiten zu beschäftigen.

Entlastung durch Standartsituationen

Entlastung fanden die Gäste aus dem Saarland in der Anfangsphase wenn überhaupt nur durch Standardsituationen (Günes auf Milczarek, dessen Drehschuss aber keine Gefahr entwickelte; 14.), fanden aber ihrerseits nach etwa einer Viertelstunde besser in die Partie, da es ihnen immer besser gelang, die Räume im Mittelfeld enger zu machen und so die schnellen Angriffe des SVE unterbinden konnten. Die Folge: Chancen wurden Mangelware, lediglich eine Einzelaktion von Kevin Heinz (25.), der sich auf der linken Angriffsseite durchtankte und einen Torabschluss wagte, sowie ein Freistoß von Ömer Kahyaoglu (29.) ließen die 920 Zuschauer im Moselstadion aufhorchen.

Brandscheid schießt 1:0

Aber dann: Wieder Freistoß von Kahyaoglu, der ihn diesmal zielgenau auf den Kopf von Jan Brandscheid serviert. Der hat dann keine Mühe, die Kugel zu seinem ersten Saisontreffer im Gehäuse unterzubringen – das 1:0 (31.), gefolgt direkt von der nächsten Großchance des Torschützen, der beim Anlaufen auf Marina jedoch ins Stolpern gerät und deshalb ebenso die Chance auf das 2:0 verpasst, wie Kahyaoglu nur einige Zeit später (37.). Doch das gefährliche an diesem Spielverlauf: Es stand eben "nur" 1:0 – eine Tatsache, die die Moselaner beinahe bitter erfahren hätten, als nach einer Ecke von Kevin Folz die Grundordnung rund um den Fünfmeterraum nicht stimmte und Lukas Latz seinen Kopfball nicht kontrollieren konnte (35.) – die bis dahin beste Gelegenheit der Gäste aus dem Saarland in der ersten Hälfte.

Abwehr zeigt beste Saisonleistung

Unverändert kamen beide Mannschaften aus der Pause, den besseren Start erwischten aber zunächst die Gäste, die über Haase zu einem ersten gefährlichen Torabschluss im zweiten Durchgang kamen (47.) und sich zunächst in der Hälfte der Hausherren einnisten konnten – auch, wenn sie hieraus keine wirkliche Torgefahr entwickeln konnten. Maßgeblich dafür verantwortlich: Die Eintracht-Abwehr, die angeführt von Kapitän Simon Maurer und Routinier Josef Cinar ihre beste Saisonleistung zeigte. Der SVE überließ den Gästen jetzt zusehends das Feld und zog sich selbst zurück – nach den mehr als 120 Minuten in Ludwigshafen am Samstag eine nachvollziehbare Reaktion.

Ungemütliche Partie

Es wurde dennoch eine ungemütliche Partie – zumindest dann, als das Spiel wegen eines starken Gewitters zehn Minuten vor Ende der Partie unterbrochen werden musste. Während der über 40-minütigen Unterbrechung unterhielt die Stadiontechnik die Fans im Stadion bestens, die sich auch selbst mit Gesangseinlagen zu helfen wussten. Nach Wiederanpfiff drückten die Gäste dann nochmal auf den Ausgleich, fanden ihren Meister aber erneut entweder in der Eintracht-Defensive, oder in Keeper Denis Wieszolek. Am Ende der erneut knapp 140 Minuten stand deshalb ein verdienter erster Saisonsieg zu Buche. Bereits am Samstag kann der SVE den Rückenwind gut gebrauchen – dann geht es in Mainz-Mombach gegen Regionalliga-Absteiger TSV Schott Mainz.

Statistik:

Eintracht Trier: Wieszolek – Heinz, Maurer, Cinar, Erhardt – Fischer, Roth, Kahyaoglu (87. Thayaparan), Anton (69. Diefenbach) – Garnier, Brandscheid (65. Sasso-Sant).
FV 07 Diefflen: Marina – Engeldinger, Latz, Folz, Milczarek (80. Ali) – Poß, Hofer, Guss (84. Hessedenz), Günes, Taghzoute (70. Bidot) – Haase.
Tor: 1:0 Brandscheid (31.).
Zuschauer: 920
Schiedsrichter: Sascha Fischer
Besondere Vorkommnisse: Platzverweis gegen Engeldinger nach Spielende (Schiedsrichterbeleidigung).

RED

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