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Eintracht Trier verspielt den Derbysieg

Trier. Eintracht Trier und TuS Koblenz – zwei große Namen im regionalen Fußball. Mittlerweile spielen beide Vereine "nur noch" in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Am Sonntagnachmittag trafen die beiden langjährigen Kontrahenten nun im Moselstadion aufeinander. Vor 1720 Zuschauern bei Dauerregen stand am Ende ein 3:3 (2:1) auf der Anzeigentafel. Für Eintracht Trier zu wenig – lag man doch bereits mit 3:1 in Front.

Nur zwei Minuten dauerte es im Prestigeduell zwischen dem SV Eintracht Trier und der TuS Koblenz, ehe die Hausherren das erste Mal jubeln durften. Nach einem Eckstoß stand Luca Sasso-Sant goldrichtig und markierte aus dem Gewühl heraus den Führungstreffer für den SVE. Nach fünf Minuten dann auch der erste Annäherungsversuch der Gäste. Ein Distanzschuss von Leutrim Kabashi (5.) verfehlte sein Ziel aus rund 25 Metern nur knapp. Sieben Minuten später antwortete Koblenz auf den frühen Rückstand. Nach einer tollen Kombination über Jurij Gros landete der Ball nach einem Doppelpass schließlich wieder bei Amodou Abdullei. Abdullei (12.) ließ sich aus acht Metern nicht lange bitten und traf zum Ausgleich für die TuS. "Jeder der heute im Stadion war hat ein überragendes Spiel gesehen. Wir hatten ein paar gute Umschaltmomente die wir aber nicht konsequent zu Ende gespielt haben", resümierte TuS-Coach Anel Dzaka.

Koblenz übernimmt die Spielkontrolle – Trier trifft

Nach den beiden frühen Treffern übernahm die TuS Koblenz die Kontrolle über das Spielgeschehen. Koblenz setzte den SVE bei eigenem Ballbesitz früh unter Druck und besaß so deutlich mehr Spielanteile als die Trierer. Die Torgefahr der Gäste hielt sich trotz der zwischenzeitlichen Überlegenheit in Grenzen. Dies sollte von der Eintracht kurz vor dem Pausentee bestraft werden. Nach einer kuriosen Kopfballvorlage im Liegen von Maurice Roth stand Leoluca Diefenbach (43.) in der Mitte als Abnehmer bereit und köpfte die Kugel aus kurzer Distanz ins Netz. Nach der Pause kam die Eintracht aggressiver aus der Kabine und störte die TuS nun deutlich früher im Spielaufbau. Dieses Konzept trug in den ersten Minuten Früchte, denn die Gäste aus Koblenz kamen kaum mehr zu Ballstafetten über mehrere Positionen. "Es war ein tolles Oberligaspiel. Wir sind sehr gut ins Spiel gestartet, danach hat Koblenz die Kontrolle übernommen. Dann machen wir zwei Tore und schaffen es danach nicht mehr die Bälle vom Tor fern zu halten", sagte Daniel Paulus, Trainer der Trierer.

Kinscher mit dem 3:1 – Auftakt in eine irre Schlussphase

Die Arbeit der Eintracht wurde schließlich belohnt. Luca Sasso-Sant setzte Dieter Paucken im Tor der Gäste nach einem Rückpass unter Druck, eroberte die Kugel und behielt die Übersicht für Dominik Kinscher im Rückraum. Kinscher (58.) hatte keine Mühe den Ball im leeren Tor unterzubringen und erzielte das 3:1 für den SVE. Die TuS Koblenz brachte zu Beginn der zweiten Hälfte bis auf einen Distanzschuss von Felix Könighaus (57.) kurz vor dem 3:1 offensiv wenig zu Stande. Erst in der Schlussphase wurden die Gäste aktiver. Felix Käfferbitz (79.) bekam nach einem Freistoß aus dem Halbfeld die Kugel und erzielte den Anschlusstreffer für die Gäste. Und damit nicht genug. Michael Stahl (83.) verwandelte nur Minuten später einen Freistoß aus 18 Metern sehenswert zum Ausgleich für die Gäste.

Statistik:

Tore: 1:0 (2.) Sasso-Sant, 1:1 (12.) Amodou Abdullei, 2:1 (43.) Leoluca Diefenbach, 3:1 (58.) Dominik Kinscher, 3:2 (79.) Felix Käfferbitz, 3:3 (83.) Michael Stahl

Eintracht Trier: München-Heinz, Maurer, Mabouba, Schuwerack (46. Kinscher)-Fischer, Roth, Diefenbach, Thayaparan, Brandscheid (82. Kling)-Sasso-Sant (74. Servatius)

TuS Koblenz:
Paucken-von der Bracke, Stahl, Softic-Gros, Hadzic (60. Muharemi), Klein, Könighaus, Kabashi (72. Käfferbitz)-Gonzalo Vess, Abdullei

Schiedsrichter: Patrick Kessel (Norheim)

Zuschauer: 1720

KR, Foto: Krist

Polizei im Einsatz

Bereits vor dem Spiel kontrollierte die Polizei mehrere Dutzend Koblenzer Fans und stellte bei ihnen Vermummungs- und Schutzgegenstände sicher. Offenbar hatte die TuS-Fans es auf eine Auseinandersetzung mit Trierer Fangruppierungen abgesehen, die die Polizei aber verhindern konnte.
Im Rahmen weiterer Personenüberprüfungen konnten die Beamten einen Mann festnehmen, der per Haftbefehl gesucht wurde. Der Mann wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Während des Spiels kam es zu einer Rangelei im Gästefanblock der Koblenzer Fans, die ebenfalls schnell beendet werden konnte.

 

 

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