Es war einmal... Ferdinand Tietz

Trier. Ferdinand Tietz gehört zu den bedeutenden Bildhauern des Rokoko. Als Hofbildhauer wirkte er ab 1754 in Trier und hinterließ zahlreiche bildhauerische Meisterwerke, die sich heute unter anderem im Dom, im Kurfürstlichen Palais, in Sankt Paulin und in den Trierer Museen befinden.

Adam Ferdinand Dietz wurde 1707 geboren und am 5. Juli 1708 in Ulbersdorf getauft. Er war der zweite Sohn des Bildhauers Johann Adam Dietz. Zusammen mit seinem älteren Bruder erlernte er das Bildhauerhandwerk in der Werkstatt des Vaters. Im Anschluss daran war er bei dem Prager Bildhauer Matthias Braun und 1736 in Würzburg bei Balthasar Neumann beschäftigt. Dietz änderte seinen Namen später in Tietz.

Trierisches Erscheinungsbild geprägt

Ab 1754 war Ferdinand Tietz in Trier tätig. Zu seinen wichtigen Projekten unter den Kurfürsten Franz Georg von Schönborn und Johann Philipp von Walderdorff gehört der Hochaltar von St. Paulin, das Treppenhaus des Kurfürstlichen Palais und die Skulpturenausstattung für den Palastgarten. In Zusammenarbeit mit Baumeister Johannes Seiz prägte Tietz maßgeblich das kurtrierische Erscheinungsbild in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Nach einer sechsjährigen Wirkungszeit in Kurtrier zog Ferdinand Tietz weiter nach Bamberg und Würzburg. Er starb am 17. Juni 1777 auf Schloss Seehof bei Memmelsdorf.

Trier kauft verschollene Figuren zurück

Ferdinand Tietz schuf zu Lebzeiten eine große Anzahl Plastiken. Im Zuge der Säkularisierung unter Napoleon gerieten zahlreiche Skulpturen in Privatbesitz. So auch vier Figuren, die von der Stadt Trier nun erworben werden konnte. Nach einer 100-jährigen Odyssee kehren die Rokoko-Sandsteinfiguren (datiert um 1760) jetzt an ihren Entstehungsort zurück. Bis Ende des Ersten Weltkriegs standen sie in einem Garten in der Petrusstraße, danach verliert sich ihre Spur. Über 100 Jahre galten die Figuren, die zwei Musikanten, eine Tänzerin und einen Tänzer zeigen, als verschollen. Im Frankfurter Auktionshaus Sotheby's wurden die vier unterlebensgroßen Skulpturen im Sommer 2018 zum Verkauf eingeliefert. Durch die Vermittlung des Auktionshauses konnte die Stadt Trier die vier Figuren aus Privatbesitz für die städtische Kunstsammlung erwerben und nun an ihren Ursprungsort zurückführen.

Figuren werden im Palais Walderdorff aufgestellt

Zukünftig werden die frisch restaurierten Meisterwerke im Empfangs- und Veranstaltungssaal Beletage im Palais Walderdorff aufgestellt sein. "Die Skulpturen sind ein bedeutender Teil des kulturellen Erbes der Stadt Trier", so Kulturdezernent Thomas Schmitt und Museumsdirektorin Dr. Elisabeth Dühr. "Wir freuen uns, dass durch gemeinsame Anstrengungen diese Meisterwerke jetzt wieder an ihren Ursprungsort zurückkehren". Finanziell unterstützt wurde der Ankauf für die städtische Kunstsammlung durch die Stiftung für Kultur Rheinland-Pfalz.

RED/SP/PA

 

 

 

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